Tegernseelauf 2019
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Kein Fleckchen Straße war mehr zu sehen, als sich die Läufer am Gmunder Bahnhof auf den Weg machten. Mit jedem Kilometer zog sich das Feld dann weiter auseinander.
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Lokalmatador auf dem Treppchen: Florian Reichert (l.) vom Team des Gymnasiums Tegernsee – hier mit Sieger Tobias Gröbel (M.) und dem Drittplatzierten Yannick Schwarz – kam als Gesamtzweiter ins Ziel (l.).
Tegernseelauf 2019
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Strahlendes Trio: Die drei Erstplatzierten in der Halbmarathon Gesamtwertung (v.l.) Claudia Schneider (2.), Lisa Mehl (1.) und Anne Wallebohr (3.). Schneider ist eigentlich als Favoritin auf den Sieg gehandelt worden.
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Unter Strom: Patrick Weisser, Gesamtsieger über 10 Kilometer.
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Vierter in seiner Alterklasse M 30 wurde Simon Schachenmeier aus Miesbach.
Tegernseelauf 2019
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Ab in die Horizontale: Die Massagebänke waren eine gute Gelegenheit, müde Läuferbeine zu lockern – und dem Muskelkater vorzubeugen.
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Musikalisch: ein Läufer und sein Alphorn.
Tegernseelauf 2019
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Tierisch entspannt waren beim Tegernseelauf nur die Zuschauer. Ganz besonders diese Kühe auf einer Weide am Streckenrand.

Alles zum großen Sportereignis

Tegernseelauf 2019: Stolze Gesichter bei 3823 Startern

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Egal ob Sieger oder Letzter: Beim Tegernseelauf 2019 waren alle 3823 Starter stolz, die sportliche Herausforderung geschafft zu haben. Hier gibt‘s die schönsten Impressionen.

Tegernseer Tal – Anton von Hartungen setzt einen Fuß vor den anderen. Schritt für Schritt bewältigt der 60-Jährige die letzten Meter. Es ist jetzt genau 3:11:19 Stunden her, seit er sich auf den Weg gemacht hat, die 21,1 Kilometer-Distanz des Tegernseelaufs 2019 anzugehen. Als von Hartungen dann das Ziel erreicht, gibt er seinem treuen Begleiter auf dem Schlussfahrrad – Georg Smolka, Vorsitzender des RLSC Holzkirchen – die Hand und bedankt sich für die nette Begleitung. Denn Hartungen hat als Letzter von 3823 Startern den Halbmarathon beendet.

Im Ziel angekommen empfängt ihn ein Mann in Lederhose. „Das ist mein Trainer“, sagt Hartungen voller Stolz –und mit Südtiroler Akzent. Er kommt wie 58 andere Starter aus Kastelruth, der Partnergemeinde von Rottach-Egern. Sein Trainer Manfred Stuefer, der über die 10 Kilometerstrecke in seiner Altersklasse Zweiter wird, nimmt den 60-Jährigen in die Arme und lobt ihn in höchsten Tönen. Mit viel Fleiß und Geduld habe er sich sehr gut vorbereitet. Nach einem Herzinfarkt vor vier Jahren kämpfte sich Hartungen zurück ins Leben.

Hartungen hat noch nicht mal die Hälfte der Strecke absolviert, als die Sieger Tobias Gröbel (1:10:16, Team adidas & friends) und Lisa Mehl (1:24:55, Team Willpower) schon im Ziel jubeln. „Das sind schon absolute Top-Zeiten“, findet Veranstalter Peter Targatsch. „Dennoch ist der Tegernseelauf ein absolutes Breitensport-Event.“ Als Organisator ist er mit der diesjährigen Auflage hochzufrieden und bedankt sich bei allen Helfern.

Die kamen unter anderem vom Gymnasium Tegernsee, das durch eine Kooperation 130 Startplätze bekommen hatte, im Gegenzug dafür aber Schüler und deren Eltern als Streckenposten zur Verfügung stellte. Spanischlehrer Florian Reichert legt eine sensationelle Zeit hin (1:11:50) und wird Zweiter in der Gesamtwertung. Mehr als 100 Gymnasiasten gingen über alle Distanzen – 1,5, 5, 10 und 21,1 Kilometer – an den Start.

Der wohl kurioseste Läufer im Feld ist Adelbert Grudno, der in Lederhose und Trachtenhemd gestartet ist und über die gesamte Halbmarathondistanz ein Alphorn mit sich herumschleppt. „Ich habe das Teil mal geerbt“, erzählt der Gröbenzeller. Dann habe er sich gesagt: „Entweder du schmeißt es weg oder du machst etwas damit.“ Er tat zweiteres. Rund 50 Meter vor der Ziellinie stoppt er und bläst in sein Alphorn, um seine Mitstreiter noch ins Ziel zu tragen.

Auch Landrat Wolfgang Rzehak zeigt sich begeistert von der Veranstaltung in seiner Heimatgemeinde Gmund, in der sich Start und Ziel befinden. „Es ist total toll, dass 5000 Läufer aus Deutschland, aber speziell auch aus dem Landkreis, an den Tegernsee kommen“, sagt Rzehak. Der Landkreis sei stolz, dass eine der größten Sportveranstaltungen im Oberland am Tegernsee stattfinden kann. Aufmunternde Worte schickt der Landrat in Richtung Targatsch: „Er soll sich von negativen Stimmen nicht aus der Ruhe bringen lassen, der Landkreis steht hinter ihm.“

Der Veranstalter schwebt nach dem Lauf ohne hin auf Wolke sieben: „Besser hätte es nicht laufen können.“ Das bestätigt auch Hartungen als er schwer erschöpft, aber überglücklich in Richtung der Zielverpflegung wankt. „Der Lauf war super organisiert und die Kulisse ist traumhaft.“

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