Zwischen den Slalomstangen fühlt sich der Rottacher Technikspezialist Toni Tremmel wohl. Das zeigte er auch am Götschen.
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Zwischen den Slalomstangen fühlt sich der Rottacher Technikspezialist Toni Tremmel wohl. Das zeigte er auch am Götschen.

Tremmels Form passt zum richtigen Zeitpunkt – Wasmeier überzeugt nach Pause

Tremmels erster deutscher Meistertitel: Der Slalomspezialist sticht

  • vonHans-Peter Koller
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Zum Abschluss der Saison zeigte Toni Tremmel (SC Rottach-Egern) mit dem deutschen Meistertitel noch einmal, dass er zu den deutschen Slalomspezialisten gehört. Auch die weiteren Oberlandler holten vorzeigbare Ergebnisse.

Landkreis/Bischofswiesen – Vor einem Jahr fielen die Internationalen Deutschen Alpinmeisterschaften Corona zum Opfer. Nun aber organisierte der Skiclub Starnberg unter strengsten Auflagen am Olympiastützpunkt Berchtesgaden einen Riesenslalom und einen Slalom. Mit minimalen Lücken nahmen die etablierten Weltcup- und Europacupstarter des Deutschen Skiverbands (DSV) und die größten Nachwuchshoffnungen am Götschen, der Berglandschaft über Bischofswiesen, teil.

Als Vorbereitung auf den Riesenslalom der Herren organisierte der DSV noch eine Generalprobe für diese Disziplin als FIS-Rennen. Für den Slalomspezialisten Toni Tremmel, der sich den Sieg holte, ein guter Auftakt. Marinus Sennhofer vom SC Kreuth verbesserte über Rang 24 seine FIS-Punkte. Simon Nantschev (SC Rottach-Egern) kam auf Platz 35. Auch beim Meisterschaftsrennen war Tremmel gut unterwegs. Allerdings nur im ersten Durchgang (5.). Dann fiel er auf Rang 31 zurück. Bester Oberlandler war Lukas Wasmeier vom SC Schliersee mit Platz 23. Und das nach einer selbst auferlegten einjährigen Rennpause. Sennhofer und Nikolaus Pföderl (SC Lenggries) schieden aus. Nantschev landete im Mittelfeld (47.). Christopher Rubens Holm vom SLV Tegernsee, der seit kurzem unter brasilianischer Flagge startet und bei den Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo dabei war (wir berichteten), landete auf Rang 59. Den Titel erkämpfte Frederik Norys vom SC Garmisch.

Lukas Wasmeier war bester Oberlandler im Riesenslalom.

Tremmel: „Super Saisonabschluss“

Tags darauf gingen 78 Starter den Meisterschafts-Slalom an. Es war aber nicht der Punktefavorit Linus Strasser (TSV 1860 München), der nach dem ersten Lauf in Führung lag, sondern Tremmel (wir berichteten). Aber die Zeitabstände waren eng. Zwölf Läufer, die nicht einmal eine Sekunde trennte, konnten sich berechtigte Hoffnung auf den Sieg machen. Die erste Duftmarke setzte Fabian Himmelsbach (SC Sonthofen). Die Zeit des Allgäuers sollte im zweiten Durchgang auch keiner unterbieten. Sebastian Holzmann (SC Oberstdorf) war 19 Hundertstel langsamer, lag in der Addition der beiden Läufe aber vor Himmelsbach.

Dann stand aus dem Favoritenkreis nur noch Tremmel im Starthäuschen. Und er behielt mit der drittbesten Laufzeit die Nerven. In der Addition auf die Hundertstelsekunde gleich mit Holzmann. „Ich freue mich echt. Das war ein super Saisonabschluss“, beurteilte Tremmel das Slalomrennen und den damit verbundenen ersten deutschen Meistertitel seiner Karriere. Super war auch das Abschneiden von Wasmeier. Nach einer über einjährigen Rennpause erkämpfe der 26-Jährige Rang 13. Nur die DSV-Starter gesehen, gelang ihm sogar Platz acht. Auch Pföderl der nur 26 Hundertstel hinter Wasmeier blieb, konnte mit Rang 16 (DSV 10.) echt zufrieden sein.

Für die hintere Hälfte des Starterfeldes ging es im zweiten Durchgang, wie im Slalom üblich, nur noch um die Platzierungen. Sennhofer (22./DSV 15.) und sein Kreuther Teamkollege Vincent von Steun (35./DSV 26.) kamen in die Wertung. Nantschev schied im zweiten Durchgang aus, Holm bereits im ersten.

Tremmel nutzte die Siegerehrung im Berchtesgadener Land zu einem Saison-Fazit. „Die erste Saisonhälfte verlief nicht nach Plan. Da bin ich meiner Form hinterher gelaufen.“ Dieser Selbstkritik folgten versöhnlichere Töne. „Ab Anfang Februar war die Trainingsphase echt gut. Dann war die Form ordentlich.“ Ein über Platz zwei in der Europacup-Gesamtwertung eroberter direkter Startplatz in der kommenden Weltcup-Slalomsaison und ein deutscher Meistertitel untermauern diese Aussage. Nun folgt noch Training bis Ende April. Und dann ein paar Tage ausspannen. Am Tegernsee natürlich. Im Elternhaus in Rottach.

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