1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Region Tegernsee

Rebensburg: „Ich hätte Euch gerne was Besseres gezeigt“

Erstellt:

Von: Julia Pawlovsky

Kommentare

Viktoria Rebensburg schied im Super-G von Garmisch-Partenkirchen aus und verzichtet am nächsten Tag auf die Abfahrt. Ihr Fanclub war vor Ort und ließ sich nicht die Stimmung verderben.

null
1 / 8Gut drauf: Franz und Moni Echtler (vorne) sowie die anderen Mitglieder des Viktoria-Rebensburg-Fanclubs lassen sich am Samstag auch von den zahlreichen Verschiebungen nicht die Stimmung verderben. © Thomas Sehr
null
2 / 8400 Rutscher waren an der Kandahar im Einsatz. © Thomas Sehr
null
3 / 8Im Zielbereich kam sogar die Schneefräse zum Einsatz. © Thomas Sehr
null
4 / 8Mit Schneeschaufeln wurde der Zielbereich geräumt. © Thomas Sehr
null
5 / 8Auch die Fernseh-Teams hatten mit dem Schnee zu kämpfen. © Thomas Sehr
null
6 / 8Auch Walter Vogel (l.) aus Weyarn war an der Kandahar. Mit DSV-Präsident Frank Steinle und Staatssekretär Roland Weigert diskutierte er das Rennen. © Thomas Sehr
null
7 / 8Rennen vorzeitig zu Ende: Die Kreutherin fährt nach ihrem Ausscheiden die Piste hinunter. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
null
8 / 8„Ich bin sehr motiviert für die Abfahrt“, sagt Viktoria Rebensburg noch im Interview mit dem Stadion-TV. © Thomas Sehr

Garmisch-Partenkirchen – 20 Zentimeter Neuschnee hatte es in der Nacht auf Samstag auf die Kandahar geweht. 400 ehrenamtliche Rutscher waren seit sechs Uhr morgens damit beschäftigt, diesen wieder von der Piste zu schieben. Bis 10 Uhr kam im Zielbereich neben Schaufeln bereits zwei Mal die Fräse zum Einsatz. Moni und Franz Echtler standen da schon seit zwei Stunden in der Arena. „Wegen dem Transparent“, sagte Moni Echtler. „Da ist Treffpunkt, später dürfen wir es nicht aufhängen.“ Und man soll ihn ja sehen, den Viktoria-Rebensburg-Fanclub. Rund zehn Mitglieder hatten am Samstagmorgen trotz des starken Schneefalls die Fahrt nach Garmisch-Partenkirchen auf sich genommen, um ihre Vicky zu unterstützen.

Die Echtlers sind dabei, seit sich der Club nach Rebensburgs Olympiasieg in Vancouver (Kanada) 2010 gegründet hatte. Wenn es von der Fahrzeit möglich ist, sind die beiden vor Ort. In dieser Saison ging sich das bislang nicht aus. Sölden verpassten sie ebenso wie das Rennen am Kronplatz. „Da mussten wir Schneeräumen“, erzählte Moni Echtler und lachte. Damit waren in Garmisch-Partenkirchen auch die Helfer weiterhin beschäftigt. Der Start des Super-Gs wurde von 10 auf 10.30 Uhr verlegt. Auch da schneite es noch zu stark, die nächste Startzeit hieß nun 11 Uhr. „Hoffen wir, dass noch was geht“, sagte Franz Echtler. „Und, dass sie sich so kurz vor der WM nicht weh tut.“ Die Wartezeit vertrieben sich die beiden mit Ratschen. „Man trifft immer die Gleichen“, sagte Moni Echtler. Lionel aus Frankreich schaute schon vorbei, auch die beiden Fanclub-Mitglieder aus dem Erzgebirge sind eingetroffen. „Über die Jahre entstehen Freundschaften.“ So konnte auch die nächste Startzeit-Verschiebung auf 11.30 Uhr die Stimmung nicht trüben.

Um 11.30 Uhr hatte es dann tatsächlich aufgehört zu schneien, der Super-G konnte gestartet werden. Pünktlich zum Rennbeginn gesellten sich Dagmar und Wolfgang Rebensburg, Viktorias Eltern, zur Gruppe. Je mehr Fahrerinnen im Ziel waren, desto nervöser wurden die beiden. Als Rebensburg mit der Nummer 17 im Starthaus stand, legte Wolfgang Dagmar Rebensburg beruhigend eine Hand auf die Schulter, während die Stimmung im Stadion überkochte. Die Echtlers schwenkten schon längst ihre Fahnen, als Stadion-Sprecher André Siems dazu aufforderte: „Alle Fahnen hoch, jetzt kommt unsere wilde Vicky.“

Doch die Fahrt war schnell zu Ende: Rebensburg wurde im oberen Teil von einer Bodenwelle ausgehoben und schied aus. Moni Echtler schlug sich die Hand vors Gesicht, der Rest verharrte regungslos. Als die Kreutherin abseits der Piste ins Ziel fuhr, kannte der Jubel dennoch keine Grenzen. „Gott sei Dank ist sie nicht gestürzt“, sagte Franz Echtler. „Das kann immer passieren. Jetzt müssen sie ihre Eltern wieder aufbauen“, meinte Moni Echtler. „Ich habe ihr grad eine SMS geschickt“, sagte Dagmar Rebensburg, während ihre Tochter im Zielraum bereits das erste Interview gab. „Ich hätte Euch gerne was Besseres gezeigt“, sagte die 29-Jährige. „Die Stimmung in Garmisch ist immer cool, Ihr seid’s echt Wahnsinn. Deshalb bin ich sehr motiviert für die Abfahrt morgen.“

Doch am Sonntag ging Rebensburg überraschend nicht an den Start. „Ich hoffe, ihr könnt das verstehen“, schrieb sie in den Sozialen Medien ihren Fans. Sie wolle sich nun voll auf die WM in Åre konzentrieren und ihre Spezialdisziplin Riesenslalom trainieren. Der Fanclub war trotzdem da, jemand musste ja das Transparent wieder abmontieren.

In Åre muss Rebensburg allerdings ohne Unterstützung auskommen. Dem Fanclub ist die Reise nach Nordschweden zu weit. Auch ihre Eltern verzichten. „Vielleicht bringt das ja Glück“, sagte Papa Wolfgang und schmunzelte. Immer wenn die beiden bei Großereignissen vor Ort waren, ging ihre Tochter leer aus. Die Goldmedaille 2010 in Vancouver gewann die Kreutherin, als Dagmar und Wolfgang Rebensburg im Flugzeug saßen.

jpa

Auch interessant

Kommentare