Ein Traum geht in Erfüllung: Marinus Sennhofer vom SC Kreuth ist in Garmisch-Partenkirchen als Vorläufer am Start.
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Ein Traum geht in Erfüllung: Marinus Sennhofer vom SC Kreuth ist in Garmisch-Partenkirchen als Vorläufer am Start.

SKI ALPIN - Marinus Sennhofer aus Kreuth ist Vorläufer beim Weltcup auf der Kandahar

Vorläufer in Garmisch: Für Marinus Sennhofer geht ein Traum in Erfüllung

  • vonHeidi Siefert
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Weltcup-Luft schnuppern darf Marinus Sennhofer vom SC Kreuth derzeit in Garmisch-Partenkirchen: Bei Abfahrt und Super-G der Herren ist er einer der Vorläufer.

Kreuth/Garmisch-Partenkirchen – Als Vorläufer ein Weltcup-Rennen eröffnen. Das ist ein Traum, der sich für den Kreuther Marinus Sennhofer in diesen Tagen erfüllt. Bei Abfahrt und Super-G der Männer gehört der C-Kader-Athlet vom SC Kreuth zu den Auserwählten und genießt es entsprechend, die Tage in Garmisch-Partenkirchen in der Blase mit dem Weltcup-Team verbringen zu dürfen.

Pendelt er sonst von daheim an den Werdenfelser Olympiastützpunkt zum Training, hat er nun im Riessersee-Hotel Quartier bezogen, wo die deutsche Mannschaft zum Weltcup-Wochenende auf der Kandahar ihren Stützpunkt hat.

Zu Beginn gab es gleich eine Premiere. Nachdem das Mittwochs-Training wegen des Tauwetters und der zu weichen Piste abgesagt wurde, fuhr Sennhofer am Donnerstag seinen ersten Abfahrtslauf. „Das erste Mal bin ich ganz lange Ski gefahren – 2,18 Meter“, erzählt der gerade noch 17-Jährige – und dass er sich bei seinem Debüt auf den langen Latten durchaus wohl gefühlt habe. Nach strömendem Regen bis in die Nacht davor sei die Piste zwar nicht ganz so eisig gewesen, wie normalerweise im Weltcup, aber dennoch schon noch eine Nummer schneller und härter, als es der Kreuther aus dem Nachwuchsbereich gewohnt ist.

Profis geben Nachwuchsfahrern Tipps

Sennhofers Vorbereitung auf die Vorläufer-Einsätze gleicht der bei einem Wettkampf. „Klar riskiert man hier nicht sein letztes Hemd, aber man ist genauso fokussiert und denkt an die gleichen technischen Aspekte, wie bei einem Rennen“, sagt er, und dass er versucht, eine saubere, stabile Fahrt hinzulegen.

Dabei profitieren die deutschen Nachwuchsfahrer, die vor drei Wochen erfahren haben, dass sie auf der berühmten Kandahar dabei sein dürfen, nicht nur von ihren Vorläufer-Einsätzen. Auch in die nachmittäglichen Videoanalysen sind die Youngster eingebunden. Im Team hat man sie ohnehin unkompliziert aufgenommen. „Es ist schon cool, wenn man sich mit den Etablierten unterhalten kann“, schwärmt der Kreuther und verrät, was ihnen die Routiniers mit auf den Weg gegeben haben: „Sich nix scheiß’n, einfach eine freche Linie fahren.“ Das werden sie beherzigen. Nicht nur in diesen Tagen als Vorläufer.

Während der Weltcup-Tross weiter zieht zu den Weltmeisterschaften in Cortina d‘Ampezzo stehen für die Nachwuchsgarde FIS-Rennen in Riesenslalom und Super-G auf der Garmischer Strecke auf dem Programm. Während in der eigenen Blase der Umgang mit den „Kleinen“ recht unkompliziert ist, haben sie coronabedingt mit allen anderen keinen Kontakt. Also auch „nicht mit den großen Namen“. Rund um den Hang herrscht nicht nur Maskenpflicht bis kurz vor dem Start. Alles ist in Zonen eingeteilt: Athleten, Trainer und Servicemänner in einer, Betreuer und Helfer in anderen. Umstände, die sie mittlerweile so verinnerlicht haben wie die Tatsache, dass die einzige Konstante im Terminplan die häufigen Änderungen sind.

Sennhofer hofft auf Jugend-WM

Doch davon lässt sich Marinus Sennhofer nicht aus der Ruhe bringen. Klar freue man sich in normalen Jahren auf bestimmte Renntermine, weil man einen Hang besonders mag, die Stimmung an einem Ort besonders schätzt oder an ein eigenes, gutes Resultat anknüpfen möchte. Doch generell tut er sich nicht schwer damit, flexibel zu sein.

Und so geht er nach etwas holprigem Beginn zuversichtlich in die weitere Saison, die mit den Jugend-Weltmeisterschaften in Bansko durchaus einen Höhepunkt zu bieten hätten. Doch ob er nominiert wird, steht noch ebenso in den Sternen, wie die Veranstaltung generell. Man muss flexibel bleiben. Zunächst aber gilt es für Sennhofer, die Tage in Garmisch mit den besten ihrer Zunft und den eigenen Vorbildern auf der Piste zu genießen.

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