Tegernseelauf 2017
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Die Siegerin und ihr Hase: Marian Wilken lief schon früh mit der späteren Halbmarathon-Gewinnerin Julia Jaenicke und pushte die Münchnerin somit zum Erfolg.  
Tegernseelauf 2017
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Immer beliebt, egal bei welchem Wetter: 5000 Teilnehmer machten beim Tegernseelauf 2017 mit und kamen mit dem leichten Regen gut zurecht.
Tegernseelauf 2017
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Bereits zum 14. Mal war Benjamin Weiderer dabei.
Tegernseelauf 2017
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Erster, mal wieder: Hannes Hinterseer aus Schliersee.
Tegernseelauf 2017
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Geschafft: Eric Hille aus Regensburg war nach dem Sieg im Halbmarathon außer Atem.
Tegernseelauf 2017
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Hier kommt der Nachwuchs: Die Kinder liefen 1,5 Kilometer, Jugendliche mussten über fünf Kilometer auf die Strecke.
Tegernseelauf 2017
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Alpenländisch-sportiv trat Adelbert Grudno vom FC Puchheim im Halbmarathon an.

„Einfach Spaß haben“

Jede Menge Hasen beim Tegernseelauf 2017  

5000 Teilnehmer hat er angezogen, der Tegernseelauf 2017. Mit dabei ein derzeit schier unbezwingbarer Lokalmatador, einige Wiesn-Geschädigte, vier afghanische Flüchtlinge und jede Menge Hasen. 

Gmund – Mit strahlenden Siegern ist der 16. Schuster Tegernseelauf gestern zu Ende gegangen. Julia Jaenicke und Eric Hille dominierten über die Halbmarathon-Strecke einmal rund um den See. Doch jeder einzelne der rund 5000 Teilnehmer war ein Gewinner – und so mancher hatte auf dem Weg ins Ziel seinen eigenen „Hasen“ dabei.

Im Laufsport über die Langstrecken sind die so genannten Hasen oft das Wichtigste. Sie sind die Tempomacher – die, die ihre Schützlinge zu Bestzeiten animieren. Und so einen Hasen bekam Halbmarathon-Siegerin Julia Jaenicke gleich frei Haus serviert. Marian Wilken und sie fanden sich schon kurz nach dem Start auf der 21,1 Kilometer langen Strecke. „Er hat mich so gepusht, das war echt Wahnsinn“, erzählt die Münchnerin strahlend im Ziel. Freilich, viel zum Reden sind die beiden unterwegs nicht gekommen. Aber sie waren sich auf Anhieb sympathisch, und so unterstützte Wilken die Athletin bis ins Ziel, das beide nach 1:23.07 Stunden erreichten. „Irgendwie finden sich bei so Laufveranstaltungen immer Männer, die einen super unterstützen“, stellt Jaenicke fest.

Einen Hasen benötigte Eric Hille aus Regensburg nicht, zugegeben. Der Regensburger und der spätere Zweite, Moritz auf der Heide, waren bis etwa Kilometer 17 noch gemeinsam unterwegs, dann aber zog Hille davon – und ärgerte sich prompt im Ziel, dass er die 70 Minuten verpasst hatte. „Ja, eigentlich hatte ich diese Zeit angestrebt“, meinte er lachend. Am Ende wurden es 1:11.16 Stunden.

Seinen Sieg über die zehn Kilometer musste auch Johannes Hinterseer allein genießen. Der Schlierseer ist zurzeit in bestechender Form und finishte nach 34:04 Minuten. „Das war einfach der schönste Saisonabschluss überhaupt, alle haben sie mich unterwegs angefeuert“, erzählte Hinterseer, der zuvor noch betonte, dass er am Tegernsee starte, weil er „einfach Spaß haben“ wolle.

Das wollte auch Richard Ringer – einer, der sich mit „Hasen“ eigentlich sehr gut auskennt. Der Topläufer aus Friedrichshafen, Dritter bei der Europameisterschaft über die 5000 Meter und Deutscher Meister, ging auch deshalb nur über die zehn Kilometer an den Start. Zum ersten Mal am Tegernsee, zeigte er sich begeistert über die Landschaft, die Strecke und die Atmosphäre. „Das hat heute richtig Spaß gemacht“, stellte er im Ziel fest. „Ich komm’ auf jeden Fall wieder.“

Und das steht für Nada Pauer ebenfalls fest. Nach 35:53 Minuten war die Friedrichshafenerin im Ziel und gewann damit bei den Damen über zehn Kilometer – „obwohl ich erst seit drei Wochen wieder im Training stehe“.

Als „Hase“ war auch die Europameisterin im Einradfahren am Start über die zehn Kilometer. Verena Kottala aus Gars unterstützte ihren Vater, und das, obwohl sie Laufen gar nicht so gerne mag. Im Ziel stellte sie denn auch lachend fest: „Es war schön, aber das Einradfahren hab ich dann doch lieber.“

Einen sehr erfahrenen „Hasen“ hatten sich vier afghanische Flüchtlinge ausgesucht: Oliver Gallob, ehemaliger Top-Triathlet und Physiotherapeut im Medical Park in Bad Wiessee, hatte sie schon vor einiger Zeit unter seine Fittiche genommen, mit ihnen gearbeitet und sie beim Tegernseelauf ins Ziel gepusht. „Wir haben viermal die Woche trainiert, nachdem wir das mit der Pünktlichkeit im Training auf die Reihe bekommen hatten“, verriet Gallob und schmunzelte.

Überglücklich fielen sich seine Schützlinge im Ziel in die Arme und erhielten dort auch die Glückwünsche von Thomas Wessinghage, dem ärztlichen Direktor des Medical Parks, der seinerseits unterwegs so manchem Athleten motivierende Worte zukommen ließ. Der Europameister von 1982 über 5000 Meter ist noch immer in Topform und hatte nur den einen Tipp, um fit zu bleiben: „Jeden Tag etwas machen, bisschen laufen, bisschen Rad fahren und ab und zu vielleicht um den Tegernsee laufen.“

„Der Tegernseelauf lockt unglaublich viele Leute in die Region“, betonte Landrat Wolfgang Rzehak, der den Startschuss übernommen hatte. Deshalb sei er dem Veranstalter Peter Targatsch und seinen vielen Helfern dankbar. „Es ist sagenhaft, was hier wieder auf die Beine gestellt wurde.“ Targatsch konnte denn auch nur ein rundum positives Fazit ziehen: „Es war anstrengend, aber es hat sich wieder gelohnt, wenn man in die vielen begeisterten Gesichter blickt.“ 

Annika Prem

Die besten Sprüche

„Diesen Lauf kann man sich einfach nicht entgehen lassen, allein schon wegen der Verpflegung.“ 

Willi Schöftenhuber, 62 Jahre, der erneut den Halbmarathon meisterte. 

„Ich wollte allen zeigen, dass ich schwimmen kann.“ 

Thomas Wittwer, der mit einem Seepferdchen-Abzeichen auf der Brust über die Halbmarathon-Distanz als Dritter ins Ziel kam.

„Dafür, dass ich gestern auf der Wiesn noch zwei Maß getrunken habe, bin ich zufrieden.“

Moritz auf der Heide, Zweiter über die Halbmarathon-Distanz.

„Das Beste ist, den Kater einfach rauszulaufen.“ 

Giselher Drießler aus München war am Vorabend auch noch auf der Wiesn, kam direkt von dort in Lederhosen und Trachten-Weste an den Tegernsee.

„Wir hatten so viele Anfragen von Läufern nach Unterkünften, dass wir nicht jeden am Tegernsee unterbringen konnten.“ 

Peter Rie, Tegernseer Tal Tourismus.

„Das Tolle ist die Entwicklung, wenn man bedenkt, dass der Lauf mal mit 100 Teilnehmern begonnen hat.“ 

Benjamin Weiderer, der Bereits zum 16. Mal am Tegernsee am Start war. 

„Ich freue mich einfach für jeden Finisher.“ 

Florian Schuster vom gleichnamigen Sporthaus und Titelsponsor.

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