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Ein langer Weg: Gründungsmitglied Paul Schnitzenbaumer (72) hält die Chronik zum 50-jährigen Bestehen des FC Real Kreuth in Händen. Hinter ihm liegt das in Eigenleistung erbaute Vereinsheim am Fußballplatz in Enterbach.

Das weiße Ballett aus Enterbach

50 Jahre FC Real Kreuth

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Kreuth – Seit 50 Jahren gibt es den FC Real Kreuth. Am Wochenende wird das groß gefeiert. Die Geselligkeit liegt den Kreuthern sozusagen im Blut, denn die Anfänge liegen am Stammtisch.

Ende der 1950er Jahre gab es in Europa eigentlich nur einen Verein. Mit dem Argentinier Alfredo Di Stéfano begeisterte Real Madrid weit über die Grenzen Spaniens hinaus die Fußball-Fans. Auch in Kreuth hatte das weiße Ballett damals treue Anhänger. „Real war die alles überragende Mannschaft“, erinnert sich Paul Schnitzenbaumer. Die Madrillienen waren somit auch das Thema am Stammtisch im Gasthof Zum Hagn in Enterbach. „Da ist über Fußball geredet worden“, sagt der heute 72-Jährige. Damit sollte es nicht getan sein, bald wurden Spiele gegen andere Stammtische wie dem vom Gasthof Glasl in Oberach oder den Stammtisch Kalkhofen ausgetragen. „Unser erstes Trikot war weiß“, erzählt Schnitzenbaumer stolz. Wie das der Königlichen in Madrid. Aus dieser Stammtisch-Mannschaft entstand schließlich vor genau 50 Jahren der FC Real Kreuth. Schnitzenbaumer ist eines seiner Gründungsmitglieder.

„1966 hatten wir unser erstes Ligaspiel gegen den SC RW Bad Tölz.“ Schnitzenbaumer war selbst dabei. Bereits zur nächsten Saison gab es eine Reserve und Jugendmannschaften. Einziges Problem: Der FC Real Kreuth hatte keinen Fußballplatz. Bis 1984 nutzten die Kreuther den heutigen Trainingsplatz als Spielfeld, die Umkleidekabinen befanden sich im ehemaligen Stall des Gasthofs Glasl. „Wir bekamen leider wenig Unterstützung von der Gemeinde“, sagt Schnitzenbaumer. „Die Handballer und Skifahrer waren die Vereine, die geschätzt wurden. Fußball wurde anfangs nur als vorübergehende Spinnerei gesehen.“ Erst 1989 kam die Wende: Durch den Einsatz des damaligen Bürgermeisters Sepp Hatzl konnte der Verein das Grundstück am Enterbach endlich kaufen. „Von da an ging es aufwärts“, sagt Schnitzenbaumer.

Im September 1990 begann der Bau des Vereinsheims. „Das haben wir als Trainingseinheiten genutzt“, sagt der damalige Spieler und jetzige Sprecher des FC Real, Sigi Frank. Bei Hausabbrüchen wurden Dachziegel, Holzbalken und Heizungen organisiert, das komplette Heim entstand in Eigenleistung. „Der Zusammenhalt und die Gewissheit, dass man alles selber schaffen kann, machen den Verein aus“, sagt Frank.

Zu diesem kam 2004 noch die Sparte Stocksport dazu. Heute zählt der FC Real Kreuth 539 Mitglieder. Sie alle feiern an diesem Wochenende das 50-jährige Bestehen. Das beste Geschenk hat sich der Verein bereits selbst gemacht. Nachdem die Erste Mannschaft im vergangenen Jahr noch in der Relegation gescheitert war, klappte es nun genau im Jubiläums-Jahr: Der FC Real Kreuth ist in der Kreisliga zurück. „Momentan läuft’s ganz gut“, sagt Gründungsmitglied Schnitzenbaumer, der nach wie vor kein Heimspiel verpasst. „Nur einen guten Stürmer brauchen wir noch.“ Es muss auch nicht gleich ein zweiter Di Stéfano sein.

Die Chronik

zur 50-jährigen Vereinsgeschichte umfasst 210 Seiten und ist erhältlich für zehn Euro im Vereinsheim, bei der Bäckerei Tremmel und der Firma Stettner in Rottach-Egern.

Das Programm

Samstag, 1. Oktober 

10 bis 13 Uhr: Fußball- Jugendspiele

11.45 Uhr: FC Real Kreuth – FC Bayern München (D-Jugend)

13 Uhr: FC Real Kreuth – TuS Holzkirchen II (Kreisliga 1)

15 Uhr: FC Real Kreuth II – Lenggrieser SC II (A-Klasse 3)

17 Uhr: FC Real Kreuth – SV Sachsenkam (Frauen)

Sonntag, 2. Oktober

13 Uhr: Aufstellung zum Festzug an der Kurverwaltung

13.30 Uhr Festgottesdienst in der Kirche St. Leonhard. Anschließend Feier im Schützenhaus mit Rahmenprogramm

Montag, 3. Oktober

13 Uhr Einschreibung für das Asphalt-Turnier der Stockschützen

13.30 Uhr Turnierbeginn

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