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Warum Weilheims Trainer Benedikt Schiebilski zur Furie wurde

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Von: Andreas Mayr

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Begeisterung sieht anders aus: Weilheims Trainer Benediekt Schiebilski machte seinen Spielern lautstark deutlich, was er von ihrer Leistung gegen Wolnzach hielt. © Andreas Mayr

Benedikt Schiebilski ist eigentlich als ruhiger Zeitgenosse bekannt. Im Heimspiel seiner Weilheimer Basketballer gegen Wolnzach wurde er jedoch zur Furie.

Weilheim – Als Benedikt Schiebilski noch die Weilheimer Nachbarn vom ESV Staffelsee trainierte, hat man ihm oft vorgehalten, er sei zu ruhig, verteile zu wenig Kritik. In Weilheim diente er ein halbes Jahr dem besten Lehrmeister, der es verstand, sein Team mit einem Donnerwetter zur rechten Zeit aufzuwecken: Schiebilskis langjähriger Freund Darryl Millwood. Von ihm hat er einiges übernommen und gelernt. So sah man gegen den TSV Wolnzach nicht den sachlichen Schiebilski, sondern einen tobenden Trainer. Während einer Auszeit brüllte er die Burschen nieder, schlug gegen sein Taktikbrett. Nach der 74:82 (31:41)-Niederlage rief er seine frustrierten Spieler nochmals zusammen für eine letzte Ansage. Tenor: Die Welt dreht sich weiter, aber jeder solle sich und seine Leistung einmal durchleuchten. „Dieses Spiel darfst du nicht verlieren“, klagt der Coach.

Basketball: Bei Wolnzach fehlen drei entscheidende Spieler

Er hatte die Aufstellung des TSV vor der Partie gesehen und erkannt, wie verwundbar Wolnzach unter dem Korb ist. Kein Valerian Zenk, kein Peter Maischak – beides Namen, die früher in Zweit- und Drittliga-Kaderlisten auftauchten. Der eine schreibt seine Doktorarbeit, der andere hat sein erstes Kind bekommen. Selbst der dritte Top-Center, Lukas Bäuml, saß in zivil auf der Bank. Sein Rücken klemmt seit Monaten. In der Zone, dem Reich der Riesen, das war offensichtlich, sollten sich genug Freiräume für Alex Thumser, Matthias Modrok und Sebastian Niederreiter finden. Die drei erzielten addiert 21 Punkte. So viel gelingen Alex Thumser normalerweise im Schnitt allein. Doch die Weilheimer Center erhielten zu wenige Pässe. „Gebt ihnen doch den Ball“, schrie Schiebilski immer wieder vom Seitenrand. Den Vorteil unter dem Korb, die paar Zentimeter Plus habe sein Team nicht genutzt, betonte der Trainer.

Basketball: Kein Strom in der Halle, keine Energie beim TSV Weilheim

Aber das war nicht einmal sein größtes Ärgernis. Es ging vor allem um das erste Viertel und die Defensive. Nach dem Adventsturnen des TSV Weilheim am Samstag war der Strom in der Jahnhalle auf magische Weise weg. Man rief am Sonntagmorgen den Hausmeister, auch der war machtlos. Die Anzeigetafel blieb schwarz, Punkte zählte das Kampfgericht händisch. Es sah aus, als hätte eine unsichtbare Macht auch bei den Weilheimern den Stecker gezogen. „Furchtbare erste 14 Minuten“ erlebte Schiebilski den eigenen Worten nach. Nicht bissig in der Abwehr, nicht geduldig im Angriff – „es ist immer gleich geblieben, egal, wen ich gewechselt habe“. Wolnzach erarbeitete sich in kleinen Schritten eine zweistellige Führung. Schiebilski, der Mann unter Vollstrom, gab Energie an seine Basketballer weiter und leitete mit einem Kniff die Wende ein. Kurz vor der Pause stellte er eine Zonenpresse auf, eine Abwehr-Taktik wie ein Spinnennetz, die den Gegner zu Fehlpässen verleiten soll. Wolnzach lief in die Falle. Zur Pause betrug der Rückstand exakt zehn Zähler (31:41). Der TSV erkannte, dass er mit Kampf und Willen noch Chancen hatte. Die größten Kämpfer, Andreas Thumser und Philipp Brenner, pflügten zum Korb, weckten die Halle auf, warfen Weilheim im letzten Viertel auf zwei Zähler heran.

Basketball: Nach einer Aufholjagd baut TSV Weilheim wieder ab 

Doch in der heißen Phase schlichen sich wieder die Begleiter der Anfangsphase ein. Vor allem die Ungeduld, die sich in Würfen gegen drei Verteidiger oder in fehlender Reboundarbeit ausdrückte. Wolnzach machte es vor, wovon Schiebilski träumt. Pass um Pass sezierte Weilheims Defensive. Am Ende standen oft Filip Schinhammer oder Alexander Hoffmeister an der Dreierlinie frei. Sie trafen je fünfmal, insgesamt kamen die Wolnzacher auf zwölf Dreier. „Die hatten einen guten Tag“, musste Schiebilski feststellen. Weilheim kam zu wenig offenen Würfen aus der Distanz, versenkte nur die Hälfte. Schiebilski nennt das die „große Schwäche zur Vorsaison“.

Weilheims Spieler und Punkte: Andy Thumser 22/4 Dreier, Alex Thumser 13, Philipp Brenner 13, Sebastian Jungwirth 8, Matthias Modrok 5, Alex Brem 4/1, Andreas Brem 4, Sebastian Niederreiter 3, Henner Thies 2, Johnny Millwood

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