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Auf ihn ist immer Verlass: Routinier Flo Willkomm (im roten Trikot, hier im Heimspiel gegen Holzkirchen) hilft aus, wenn es in der Zweiten vom Kader her eng wird.

Basketball: Bezirksliga

TSV Weilheim II legt in seinem Höhenflug eine Pause ein

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
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Dreimal in Folge waren die Basketballer des TSV Weilheim II aufgestiegen. Auch in der Bezirksliga stürmten sie gleich wieder an die Spitze. Dann aber folgten Rückschläge, zum erneuten Aufstieg wird‘s wohl nicht reichen.

Weilheim – Die vergangenen drei Jahre haben so viele besondere Momente geschaffen, dass die Basketballer des TSV Weilheim II noch heute davon erzählen. Über allem steht dieser Wunderwurf von Sebastian Jungwirth. Hans Klein, der Routinier der Weilheimer Reserve, schmunzelt, wenn er zurückblickt. „Wir waren zu dritt“, sagt er. Am Ende des Spiels gegen Sportbund München III standen drei tapfere Weilheimer auf dem Feld, der Rest saß verletzt oder ausgefoult nebendran. Noch einer weniger und der TSV hätte die Partie automatisch verloren. Aber was tat Jungwirth, einer aus der Kategorie der Furchtlosen mit grenzenlosem Selbstvertrauen: Der warf den Ball in den Korb. 88:86 – Sieg, und das in doppelter Unterzahl. Das war nicht nur Wahnsinn, das war einmalig. Dieser Erfolg gegen den Tabellenzweiten der Bezirksklasse ebnete den Weg in die Bezirksliga. Da spielen sie nun, nach drei Aufstiegen in drei Jahren – und steigen ausnahmsweise einmal nicht auf.

Basketball: TSV Weilheim II legt in der Bezirksliga beängstigend gut los

Es hatte schon wieder beängstigend erfolgreich begonnen mit vier Siegen aus den ersten fünf Duellen. Allen war relativ schnell klar, dass die Zweite Mannschaft nicht in Abstiegsnöte gerät. „Dritter oder Vierter muss das Ziel sein“, sagt Klein. Womöglich hätten er und die Kollegen sogar wieder um Platz eins mitgemischt, wenn nicht das Erfolgsteam auseinandergebrochen wäre. Das war zwar ein ganz natürlicher Prozess, der aber trotzdem schmerzte nach den umjubelten Jahren. Benedikt Schiebilski, der Trainer der Regionalliga-Mannschaft, forderte die besten Spieler der Reserve an: Matthias Modrok und Jungwirth. „Das ist unser Job“, betont Klein. Aber behalten hätte er die zwei selbstverständlich gern länger als nur für die fünf Partien, in denen sie aushelfen durften. Tilman Legl, der Aufbauspieler mit der Lizenz zum Dreier-Punkte-Schießen, studiert zudem im Ausland. Und weg waren die drei besten Scorer der Vergangenheit. Weg waren 60 Punkte pro Spiel.

Basketball: Florian Willkomm und Florian Wiedenmann springen bei Weilheim ein

Als Ersatz rutschten die Routiniers Florian Willkomm und Florian Wiedenmann – „die Flos“, wie Klein sagt – in die Zweite. „Die sind unglaublich wichtig.“ Doch sie verändern den Bauplan der Reserve grundlegend. Statt jung und schnell heißt es nun alt und gemächlich. „Du wirst langsamer, wenn die Flos 30 Minuten spielen“, sagt Klein. Außerdem ziehen die Weilheimer regelmäßig Basketballer aus der Dritten nach oben. „Wir haben einfach nicht genügend Leute.“ Der eine oder andere aus der U 18 würde ebenso gut tun. Die Besten spielen aber parallel in Murnau Bayernliga – bei den Männern. Nur Arian Culum hilft gelegentlich, wie etwa gegen Spitzenreiter Oberhaching II. Er war mit 17 Punkten direkt zweitbester Scorer bei der 65:101-Niederlage. „Wir freuen uns, wenn er dabei ist.“

Basketball: Spielertrainer Martin Fernholz ist sehr engagiert

Auch für das letzte Spiel des Jahres beim neuen Tabellenführer DJK SB München II beschäftigte sich Spielertrainer Martin Fernholz hauptsächlich damit, einen ordentlichen Kader zusammenzustellen. „Er ruft die Leute an, versucht viele einzubinden, er tut dem Verein ganz gut“, lobt Klein. Zu jedem Training, jedem Spiel reist er mit dem Zug aus München an. Sein extremes Engagement schweißt das Team zusammen, auch wenn es praktisch jede Woche anders aussieht. Genutzt hat es nicht viel: Die Partie bei der Sportbund-Reserve ging mit 61:80 verloren.

Basketball: Zur Rückrunde kann Weilheim voraussichtlich wieder mit Tilman Legl rechnen

Mit vier Siegen aus neun Partien liegt Weilheim auf Rang fünf. Eigentlich hat die TSV-Reserve fünfmal gewonnen doch beim Sieg über Bad Reichenhall setzte sie einen falsch gemeldeten Spieler ein und verlor das Duell nachträglich. Bislang fehlen der TSV-Zweiten noch „mehr Junge, dass die Erfahrenen nicht so viel spielen müssen“, wie Klein betont. Zur Rückrunde könnte auch Tilman Legl wieder dazustoßen. Er kehrt Anfang 2020 zurück nach Weilheim.

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