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Impressionen aus Kanada:  Clara Klug und Martin Härtl direkt direkt vor den Wettkämpfen beim Probelaufen auf den Loipen in Canmore.
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Auf dem  Foto ist die Münchenerin  Clara Klug nach ihrem Sturz mit dem verletzten Daumen zusammen mit zwei Streckenposten zu sehen.

Behindertensport

Heimreise vom Biathlon-Verfolgungsrennen mit lädiertem Daumen

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Clara Klug verletzte sich  in der Biathlon-Verfolgung im kanadischen Canmore. Sie und ihr Begleiter Martin Härtl mussten das Rennen aufgeben.  

Weilheim– Nach dem ersten Schreck und einer ersten Diagnose konnte Clara Klug zumindest eine kleine Entwarnung geben. „Gebrochen ist schon mal nichts“, meldete die Behindertensportlerin, nachdem sie sich im letzten Wettbewerb der Weltcup-Woche in Canmore am Daumen verletzt hatte. Im Biathlon-Verfolgungsrennen über 10 Kilometer war die sehbehinderte Münchenerin in einer Abfahrt gestürzt und hatte sich dabei am Daumen verletzt. „Wie kaputt er ist, wird sich in der Heimat zeigen. Wahrscheinlich hat es die Kapsel erwischt“, so Klug.

Sie und ihr Begleitläufer, der Weilheimer Martin Härtl, hatten sich ein anderes Ende des ersten Weltcups gewünscht. Das Duo lag im Verfolgungsrennen als Dritte auf einem Podestplatz, als das Missgeschick in der zweiten Rennhälfte geschah. An ein Weiterlaufen war nicht mehr zu denken, Klug musste das Rennen aufgeben. Es gewann die Russin Mikhalina Lysova (35:00,7 Minuten/1 Fehler) vor ihrer Landsfrau Elena Remizova (39:06,3/6 Fehler). Die deutsche Ehre rettete Vivian Hösch (Freiburg), die mit ihrem Guide Florian Schillinger den dritten Platz belegte (40:28,8/2 Fehler).

Klug und Härtl hoffen nun, dass die Verletzung nicht zu sehr das Training beeinträchtigt. Klug hat angekündigt, „schnell wieder auf dem Damm“ sein zu wollen. Das große Ziel in diesem Winter sind ganz klar die Paralympics in Pyeongchang (Südkorea), die von 9. bis 18. März stattfinden. Bis dahin ist es zwar noch eine geraume Zeit, doch Trainingsrückstand, das haben die Rennen in Kanada deutlich gezeigt, kann sich derjenige, der um Medaillen mitkämpfen möchte, nicht mehr leisten. Das Niveau ist hoch im Behindertsport. Im „Ski Nordisch“-Bereich, zu dem Langlauf und Biathlon gehören, spielt auch der Wiedereinstieg der russischen Athletinnen und Athleten eine Rolle. Sie heben das Niveau noch einmal an. Bei den sehbehinderten Frauen war das russische Team (die Sportler tauchen in den ergebnislisten unter der Bezeichnung als „Neutrale Para-Athleten“ auf) in Kanada absolut dominierend. Die Ukrainerinnen, die bei der WM in Finsterau zahlreiche Medaillen abgeräumt hatten, waren in Canmore nicht dabei.

Trotz des betrüblichen Endes der Wettkämpfe können Klug und Härtl mit dem Auftakt zufrieden sein. Nach zwei fünften Plätzen im Langlauf (Sprint, Mitteldistanz) glückte gleich im ersten Biathlon-Rennen auf der Langdistanz ein zweiter Platz und damit die Qualifikation für die Paralympics. In Klugs Spezial-Bewerb, dem Biathlon-Sprint, legte das Duo mit einem dritten Platz nach – und das trotz dreier Fehlschüsse. Die kommen der Münchenerin übrigens teuer: Um sie zusätzlich zu motivieren, hat Härtl ihr eine besondere Vorgabe gemacht: Pro Fehlschuss sind zehn Euro fällig. Die „Fahrkarten“ im Sprint „sind 30 Euro in die Kaffeekasse. Wenn das so weitergeht, brauche ich einen zusätzlichen Sponsor“, scherzte Klug.

Die Münchenerin und der Weilheimer haben sich jedenfalls in der Spitze etabliert. Im Gesamtweltcup liegt Klug im Langlauf derzeit an der sechsten stelle, im Biathlon ist sie Zweite. Nach der Weihnachtspause geht es für die deutschen Para-Sportler wieder weiter. Von 20. bis 28. Januar steht der Heim-Weltcup in Oberried (Schwarzwald) auf dem Programm. Klug hat bislang einen Weltcup-Sieg zu Buche stehen. Den holte sie im vergangenen Winter im Biathlon-Sprint – passenderweise auf der Loipe in Pyeongchang. 

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