Nicht mehr allein: Benedikt Ernst hat sein Studio seit einer Woche wieder geöffnet.
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Nicht mehr allein: Benedikt Ernst hat sein Studio seit einer Woche wieder geöffnet.

Der Weilheimer Fitness-Studio-Betreiber Benedikt Ernst befürchtet:

„Es wird ein Überlebenskampf bleiben“

  • vonChristian Heinrich
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Nach dem coronabedingten Lockdown hat Benedikt Ernst sein Fitness-Studio mittlerweile wieder geöffnet. Von Normalität ist er aber noch weit entfernt.

Weilheim Die Soforthilfe vom Freistaat und der Bundesregierung floss ohne Probleme. Trotz der Finanzspritze sieht Benedikt Ernst aber keinen Grund, euphorisch zu werden. „Es war ein Überlebenskampf und es wird einer bleiben“, lautet die Prognose des Fitnesstrainers aus Weilheim. Die vergangenen drei Monate haben an ihm gezehrt.Gerade erst vier Wochen hatte er sein Gym im Weilheimer Trifthof geöffnet, als die Bayerische Staatsregierung wegen der Corona-Pandemie das gesamte öffentliche Leben zum Erliegen brachte. Ernst fielen ab März auf unbestimmte Zeit sämtliche Einnahmen weg. „Es war schwierig, auch mental“, so der Weilheimer. Er räumt ein, dass der Lockdown ihm schlaflose Nächte bereitet hat.

In der „Workout-Box“ sind Duschen und Umkleiden weiter geschlossen

Seit einer Woche hat seine „Workout-Box“ wieder geöffnet, nachdem die Behörden dazu die Voraussetzungen geschaffen haben. Die Auflagen, die er wie alle anderen Fitness-Studios in Bayern erfüllen muss, sind mannigfaltig. Betreten und Verlassen der Halle ist nur mit Schutzmaske erlaubt, die nur beim Üben an den Geräten abgenommen werden darf. Auch ein Sicherheitsabstand zwischen den Trainern und den Athleten muss gewahrt sein. Duschen und Umkleiden sind geschlossen. Dass alle Geräte mit einem Handtuch abgedeckt und nach dem Gebrauch desinfiziert werden, gehört für Ernst „auch im Normalfall zur geregelten Etikette“.

Die Klienten von Ernst plagen sich wegen Corona vor allem mit Rückenschmerzen und Übergewicht herum

Das vergangene Vierteljahr hat nicht nur ihn zur Untätigkeit verdammt, auch seine Klienten haben die Zeit eher auf der Couch zugebracht. Die Konsequenzen konnte der Coach bestaunen, als sich seine Sportler bei der Wiederöffnung vor einer Woche wieder an die Arbeit machten. „Rückenschmerzen und Übergewicht sind die zwei großen Probleme“, stellte er fest. Die ersten Einheiten kamen für seine Kunden einer Erlösung gleich. „Alle waren heilfroh, dass sie wieder was getan haben“, berichtet der Übungsleiter, auch wenn der Muskelkater hinterher gewaltig war.

Von den Mitgliedern hat sich in den vergangenen Monaten nur ein einziges wegen Kurzarbeit abgemeldet. Alle übrigen sahen keinerlei Veranlassung, ihren Vertrag zu kündigen. „Sie sind uns extrem treu geblieben“, bedankte sich Ernst bei ihnen für die Unterstützung.

Ernst kümmert sich auch um die deutschen Eishockey-Nationalteams

Im Gegensatz zur Konkurrenz, die bis zu tausend Klienten zählt, bedient Ernst mit seinem funktionellen Training, das vorwiegend auf den Einsatz des eigenen Körpergewichts setzt, nur eine Nische mit gut 40 Unentwegten. Anerkannt ist sein Konzept allemal. Ernst kümmert sich auch um die Nationalmannschaften des Deutschen Eishockey-Bundes. In den vergangenen Wochen hielt er mit den Nationalspielerinnen der U16, U18 und dem Damen-Team über Telefon und Online-Konferenzen Kontakt, um so mit ihnen seine Trainingspläne zu besprechen. Da bis Ende Juli alle Lehrgänge des DEB abgesagt sind, bliebt ihm nur die Hoffnung, im August wieder loslegen zu können. Doch für wie lange, wagt selbst er nicht zu sagen. „Ich befürchte, wir haben es noch nicht überstanden“, gibt er sich skeptisch. Corona sei noch nicht endgültig besiegt.

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