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Voll konzentriert im Rennen: Stephanie Oppenrieder (16) aus Eberfing gehört dem Landeskader des Bayerischen Skiverbands an.
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Sie wollen in die Weltspitze: Stephanie Oppenrieder (Sechste von rechts) zusammen mit anderen Nachwuchsathleten des Stützpunktes in Kaltenbrunn beim City-Biathlon in Garmisch-Partenkirchen. Die 16-Jährige belegte in dem Team-Rennen, das einen Schauwettkampf darstellt, den zweiten Platz.
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Stephanie Oppenrieder (16) aus Eberfing gehört dem Landeskader des Bayerischen Skiverbands an.
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Stephanie Oppenrieder (16) aus Eberfing gehört dem Landeskader des Bayerischen Skiverbands an.
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Stephanie Oppenrieder (16) aus Eberfing gehört dem Landeskader des Bayerischen Skiverbands an.

Biathlon

Oppenrieder setzt ein Ausrufezeichen

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Kurz vor dem Saisonstart musste Biathletin Stephanie Oppenrieder länger pausieren. Dennoch läuft‘s, im Alpencup gelang ihr jüngst ein Top-Ergebnis.

Eberfing – Träumen ist ja nicht verboten, doch allzu großen Fantastereien gibt sich Stephanie Oppenrieder nicht hin. Klar, die Teilnahme an Weltcup-Rennen, vielleicht sogar der Start bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen „ist schon das Ziel“, sagt die 16-jährige Biathletin aus Eberfing. Doch um es tatsächlich in die Eliteklasse zu schaffen, „spielen viele Faktoren eine Rolle“. Für sich hat die Gymnasiastin beschlossen: „Ich mache einfach mein Zeug.“ Das machte sie zuletzt sehr gut. Beim jüngsten Alpencup in Ridnaun platzierte sich die Sportlerin vom SC Murnau im Einzelrennen über 10 Kilometer (vier Schießeinlagen) in ihrer Altersklasse unter den Besten. Der Alpencup ist nach Weltcup und IBU-Cup sozusagen die dritte Liga im Biathlon. Die Teilnehmer (Männer, Frauen, Jugendliche) sind dort nach Altersklassen getrennt.

In der Gesamtwertung landete Oppenrieder mit der Gesamtzeit von 38:21,4 Minuten unter 110 Teilnehmerinnen aus sechs Nationen auf dem vierten Platz. Zugleich zählte das Rennen zum Deutschlandpokal, und in der nationalen Wertung war Oppenrieder Zweite, distanzierte 18 Konkurrentinnen zum Teil deutlich. Die Resultate im Deutschland-Pokal sind wichtig für die Kader-Nominierungen. Um die Athleten besser vergleichen zu können, waren alle mit demselben Skiwachs unterwegs. Stark war insbesondere Oppenrieders Schießleistung: Nur ein Fehler bei 20 Schuss stand zu Buche; in der J-17 gibt es im Einzel pro Fehler 45 Sekunden Strafzeit. „Ich fühle mich derzeit beim Schießen sicher. Ich wusste, wenn ich sauber arbeite, kann es funktionieren“, so die Eberfingerin. Und dennoch: Das Top-Resultat auf der langen Strecke „hat mich selber sehr überrascht“.

Kurz vor dem Saisonstart hatte Oppenrieder ein Virus außer Gefecht gesetzt. „Ich konnte einen Monat nicht trainieren“, berichtet sie. Die Wettbewerbe im Herbst auf Skiroller verpasste sie, in den Rennen auf Schnee in Martell (Deutschlandpokal) und Obertilliach (Alpencup) „lief es nicht so gut, weil ich nicht so fit war“. Dennoch reichte es stets zu Mittelfeldplätzen. Zuletzt kam Oppenrieder aber immer besser in Fahrt.

Beim City-Sprint in Garmisch-Partenkirchen durfte Oppenrieder am Jugendrennen teilnehmen – und holte sich mit Anna Jocher und Dimitrij Maltsev (beide SC Partenkirchen) vor rund 9000 Zuschauern den zweiten Platz. In Ridnaun war die Eberfingerin auch am zweiten Wettkampftag, im Sprint über 6 Kilometer, gut drauf. Ein Missgeschick kostete sie allerdings eine weitere Top-Platzierung: Oppenrieder lief eine Strafrunde zu wenig als sie hätte müssen und bekam dafür zwei Minuten Strafzeit aufgebrummt. So reichte es nur zum 71. Platz. „Selber schuld“, so lautete ihr Kommentar.

Für ihren Sport betreibt die Schülerin, die allzu großen Wirbel um ihre Person gar nicht mag, einen enormen Aufwand. Das Training geht hauptsächlich am Biathlon-Stützpunkt in Kaltenbrunn bei Garmisch-Partenkirchen über die Bühne. Mit Fahrgemeinschaften geht es dorthin. Im Zug dürfte Oppenrieder ihr Gewehr gar nicht transportieren, die Vorschriften für eine Kleinkaliberwaffe „sind sehr streng“, sagt sie. Zu Hause muss das Ding in einem speziellen Waffenschrank deponiert werden.

So gut wie jeden Tag ist Oppenrieder in Sachen „Biathlon“ im Einsatz – was sie leisten muss, ist in Trainingsplänen geregelt. Das Konditionstraining im Sommer mit Laufen und Radfahren absolviert sie zu Hause. Abends kann Oppenrieder nicht einfach ausspannen, dann stehen Lernen und Hausaufgaben an. Leistungssport und Schule unter einen Hut zu bringen, „ist schon stressig“, sagt die Eberfingerin. Zu den liebsten Fächern der Zehntklässlerin zählen Sport und Kunst.

Die hohe Kunst des Biathlons lernt Oppenrieder bei einer absoluten Koryphäe: Trainer Bernhard Kröll, der schon Magdalena Neuner, Miriam Gössner und Laura Dahlmeier zu Stars formte. Knapp 30 Athleten gehören der Nachwuchsgruppe an, drei davon (Tim Grotian, Hanna Kebinger, Juliane Frühwirt) dürfen demnächst bei der Junioren-WM in Osrblie ran. So weit ist die Jugendliche aus Eberfing noch nicht, aber sie wird weiter fleißig ihr Ding machen, um dahin zu kommen.

Wettkampftermine

Für Stephanie Oppenrieder stehen demnächst Wettkämpfe an. Dazu gehören die Deutschland-Pokal-Rennen in Notschrei (26./27. Januar) und in Altenberg (9./10. Februar), die deutsche Jugend-Meisterschaft in Kaltenbrunn (22. bis 24. Februar) und der Alpencup samt DP-Wertung in Ruhpolding (16./17. März).

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