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Im Vorwärtsgang: Alex Rigas (links) vom TSV Peißenberg gelang im letzten Kampf des Tages ein Punktsieg über den Tschechen Jan Klikar. Damit schafften die Gastgeber noch ein Unentschieden gegen Dukla Prag. 

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Rigas siegt und macht eine Ansage

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K.o., Abbruch, Aufgabe: Beim Duell zwischen dem TSV Peißenberg und Dukla Prag endeten fünf Kämpfe vorzeitig. Am Ende gab’s eine besondere Nachricht.

Weilheim – Für gewöhnlich ist Sigi Willberger derjenige, der am Ring das Sagen hat. Der Spartenleiter des TSV Peißenberg fungiert als Sprecher des Kampfgerichts und Moderator gleichermaßen, und das seit Jahrzehnten souverän. Am gestrigen Donnerstag gab Willberger das Mikrofon im Weilheimer Festzelt aber kurzzeitig ab. Nach dem letzten Kampf hatte einer seiner Boxer, Alex Rigas, noch etwas Besonderes zu vermelden. Und das wollte der Peitinger (25) persönlich tun, zumal er soeben einen Sieg errungen hatte.

In der letzten Begegnung des Tages hatte Rigas den Tschechen Jan Klikar in einem hart umkämpften Halb-Schwergewicht-Duell nach Punkten bezwungen. Der TSV-Boxer also nahm sich das Mikrofon und verkündete, dass er sich entschieden habe“, „in den Profibereich zu wechseln“. Im Boxstall „Leos Box Gym“ von Levent Cukur (2002 Weltmeister im Leichtgewicht) in München hofft Rigas nun auf eine erfolgreiche Karriere. Der TSV Peißenberg werde aber stets seine sportliche Heimat bleiben, so Rigas, der sich zudem für die „geile Stimmung“ im Festzelt bedankte. Rund 900 Boxfans – so viele wie schon länger nicht mehr – waren gekommen.

Für die Stimmung hatte Rigas auch einiges getan. Mit seinem Punktsieg bescherte er der gastgebenden Peißenberger Staffel noch ein Unentschieden. Am Ende hatten sowohl der TSV als auch die Gäste aus Tschechien jeweils fünf Kämpfe gewonnen. Sechs von zehn Duellen hatten die Peißenberger mit Eigengewächsen besetzen können, Trainer Jürgen Grimbs fand ihre Auftritte allesamt „in Ordnung“. Im ersten Duell des Tages sah sich Debütant Samir Wafa (Männer-Federgewicht) einem etwas erfahreneren Kontrahenten gegenüber und verlor nach Punkten. „Er hat es trotz der Niederlage gut gemacht“, sagte Grimbs. Gleich danach war der zweite Peißenberger an der Reihe. Ali Mohammadi (20) setzte nur wenige Sekunden nach dem Beginn mit einer gewaltigen Rechten seinen Gegner unter Druck. Das Publikum quittierte den furiosen Beginn mit einem erstaunten „Oooh“. Der Afghane im TSV-Trikot machte so forsch weiter und gewann durch technischen K.o. in der ersten Runde. Ebenfalls vorzeitig, aber mit einer Niederlage, endete der Auftritt von Johann Hutter (19) im Super-Schwergewicht. Er hatte den ehemaligen tschechischen Juniorenmeister Adan Kolanik zum Gegner. Die beiden 104 Kilo schweren Athleten lieferten sich einen umjubelten Schlagabtausch. Der Tscheche setzte jedoch mehr Treffer. Nachdem Hutter in der zweiten Runde angezählt worden war, warf Grimbs das Handtuch – sehr zum Unwillen seines Schützlings. „Es ist mein Job, den Athleten zu schützen. Er hat sich bravourös geschlagen“, sagte der Trainer.

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Thomas Finsterwalder (17) schlug sich in seinem Jugend-Weltergewichtskampf ebenfalls gut, verlor aber nach Punkten. Einen ganz starken Eindruck hinterließ danach Nawied Mohammadi (20), der Cousin von Ali Mohammadi: In einem flotten Kampf gegen Zdenek Pavlik glänzte er mit einem starken Finish. Der Tscheche wurde angezählt, der Peißenberger siegte nach punkten. „Er hat technisch saustark geboxt“, lobte Grimbs. Blieb vom TSV noch Rigas, der von den Fans mit Sprechchören angefeuert wurde und gegen Klikar selbst einen Tiefschlag wegsteckte. Der Tscheche wurde daraufhin verwarnt. Am Ende des bisweilen emotional geführten Duells gratulierten sich beide, obendrein erhielten sie für ihren Fight Medaillen.

Weitere Kämpfe: Mittelgewicht: Marvin Lorenz verliert durch Abbruch in der dritten runde, nachdem er eine Serie von Treffern hatte einstecken müssen. Schwergewicht: Dominik Lutzenberger siegt durch K.o. in der ersten Runde, nachdem er seinen um einen Kopf kleineren Gegner zweimal zu Boden befördert hat. Mittelgewicht: Jamshid Nurestani verliert nach einem harten Kampf mit wuchtigen Schlägen umstritten nach Punkten. Schwergewicht: Collin Biesenberger gewinnt durch Aufgabe des Gegners in der zweiten Runde. Zuvor war der Kontrahent zweimal angezählt worden.

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