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Wollen in Prince George auftrumpfen: die sehbehinderte Biathletin/Langläuferin Clara Klug und ihr Guide, der Weilheimer Martin Härtl. 

WM der Para-Biathleten

Klug/Härtl auf Goldsuche in Kanada

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Zum dritten Mal nehmen Para-Sportlerin Clara Klug und Guide Martin Härtl an einer WM teil. Im Biathlon gehört das Duo diesmal zu den Favoriten.

Prince George – Die Trainingsbedingungen in Mittenwald und Seefeld waren angesichts des vielen Schnees bestens, doch so ganz problemlos konnten die sehbehinderte Para-Sportlerin Clara Klug (München) und ihr Guide, Martin Härtl aus Weilheim, ihre Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft dann doch nicht abspulen. Quasi nebenbei musste Computerlinguistik-Studentin Klug ihre Abschlussprüfungen absolvieren. Die 24-Jährige schaffte den Spagat, bestand ihre Klausuren – und geht nun mit ihrem Begleitläufer als eine der Top-Medaillenkandidatinnen in die Ski-Nordisch-WM, die am heutigen Freitag im kanadischen Prince George eröffnet wird.

Für die beiden Bayern, die sich seit dieser Saison ganz offiziell „Team Klug/Härtl“ nennen, ist es die dritte Teilnahme bei einer WM. 2015, in Cable (USA), stand für Klug noch Erfahrung-Sammeln auf dem Programm. Bei der Heim-WM 2017 in Finsterau (Bayerischer Wald) sammelten Klug und Härtl im Biathlon schon zweimal Silber und einmal Bronze. In diesem Jahr könnte es mit dem ersten WM-Titel klappen, denn die beiden haben sich in der Weltspitze etabliert und im Weltcup bislang dominiert. In Vuokatti und Östersund gab es im Biathlon vier Siege und einen zweiten Platz sowie im Langlauf einen zweiten Rang. „Ich möchte gute Rennen laufen und auf jeden Fall auf dem Podium stehen. Welche Farben es dann bei der Medaille werden, das wird sich dann vor Ort entscheiden“, sagt Klug.

Der „Caledonia Nordic Ski Club“, in dem von 15. bis 24. Februar die Langlauf- und Biathlon-Wettkämpfe der Athleten mit Behinderung stattfinden, liegt rund 700 Kilometer nördlich von Vancouver. Die Temperaturen dort sind derzeit wahrlich frostig. Für die kommenden Nächte sind Temperaturen bis minus 24 Grad Celsius vorhergesagt, am ersten Wettkamptag, dem Samstag, 16. Februar, sollen tagsüber bei Sonnenschein minus 13 Grad Celsius herrschen. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt minus neun Stunden. Ist es in Deutschland 18 Uhr abends, dann ist es in Prince George 9 Uhr in der Früh.

Die deutsche Mannschaft besteht aus neun Frauen und Männern sowie drei Begleitläufern. In der Klasse der Sehbeeinträchtigten starten neben Klug/Härtl noch Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) mit Lutz Klausmann sowie Johanna Recktenwald (Biathlon Team Saarland) mit Simon Schmidt. Los geht es am Samstag mit der Biathlon-Mitteldistanz. Klug und Härtl müssen dabei 10 Kilometer (4 x Schießen) zurücklegen.

Die Sehbehinderten schießen liegend mit einem Lasergewehr. Die Entfernung zum Ziel beträgt zehn Meter, die Nähe zur Trefferfläche wird dem Athleten, der beim Schießen einen Kopfhörer trägt, mit einem veränderlichen Ton angezeigt. Beim Schießen muss Härtl als Guide Abstand halten, auf der Strecke ist er dafür umso mehr gefordert. „Du musst deutlich schneller sein als der Athlet, permanent Kommandos geben und alles drumherum im Blickfeld haben“, erklärt Härtl. Alle Begleitläufer im Nationalteam „haben eine sportliche Historie, sind zum Teil ehemalige Kaderathleten“, so der Weilheimer. Die Kommunikation mit dem Athleten läuft akustisch, das heißt mit kurzen Worten. Geht es in Kurven, gibt Härtl nicht nur die Richtung, sondern auch deren Ausprägung an. Für gewisse Gelände-Unebenheiten gibt es spezielle Codewörter. Um schnell zu sein, braucht es eine genaue Abstimmung, Können und Mut. Bei Abfahrten erreichen Klug und Härtl schon um die 50 km/h und mehr. 

Infos zur WM: der Biathleten und Skilangläufer gibt es online unter anderem unter den Adressen www.nordski.de und www.paralympic.org/prince-george-2019.

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