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Die Wildcard-Springer in Mostar: Beim „Red Bull Cliff Diving“ sind nur wenige Athleten immer gesetzt. Der Großteil muss sich über Leistung empfehlen und wird eingeladen. Oben rechts Iris Schmidbauer. 
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Abflug an historischer Stätte: Iris Schmidbauer beim Sprung von der Stari Most.
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Abflug an historischer Stätte: Iris Schmidbauer beim Sprung von der Stari Most.

Red Bull Cliff Diving

Klippenspringerin Iris Schmidbauer verspürt plötzlich speziellen Druck

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Beim „Red Bull Cliff Diving“ in Mostar musste sich Iris Schmidbauer mit Rang neun zufrieden geben. Die Pählerin war danach selbstkritisch, erhielt aber auch Lob von einer Springer-Legende.

Mostar – Iris Schmidbauer fand klare Worte. „Ich war einfach nicht gut und habe das Eintauchen verpatzt“, teilte die Pählerin nach dem „Red Bull Cliff Diving“ in Mostar (Bosnien-Herzegowina) mit. Da gebe es „keine Entschuldigung“. Bei der sechsten Station der weltweiten Serie musste sich die 24-Jährige mit dem neunten Platz unter zehn Teilnehmerinnen begnügen. Angesichts der Ergebnisse im Vorfeld, mit vierten Plätzen in Dublin und Beirut, war es ein kleiner Dämpfer. Mit 238,5 Punkten nach vier Sprüngen lag Schmidbauer weit hinter den Besten zurück. Der Abstand zur Achten, der Weißrussin Yana Nestsiarava, betrug 47,35 Zähler.

Nun wäre es aber auch unfair, von Schmidbauer Wunderdinge zu erwarten. So richtig etabliert im Kreis der Weltbesten hat sie sich erst in dieser Saison. Und anders als viele Konkurrentinnen, die auf eine lange Laufbahn im Turmspringen zurückblicken können und teilweise schon seit Jahren Profi sind, ist Schmidbauer eine Spätstarterin und Quereinsteigerin. So gesehen ist ihre Entwicklung in den vergangenen Monaten erstaunlich. 

Cliff-Diving: Schmidbauer wagt die schwierigsten Sprünge 

Im Wettkampf zeigt sie seit heuer auch einen Sprung, den bislang nur ganz wenige Frauen wagen: einen dreifachen Rückwärtssalto mit zwei ganzen Schrauben. Den demonstrierte sie auch in Mostar, wo die Athleten vor rund 20 000 Zuschauern von der weltberühmten Stari Most in den Neretva-Fluss sprangen. Was Schmidbauer bei diesem Wettkampf nicht wie gewünscht gelang, waren die Eintauchphasen. Wenn das Wasser zu sehr spritzt, gibt es von den Wertungsrichtern gewaltige Abzüge.

Schmidbauer hat festgestellt, dass sich – bedingt durch gute Ergebnisse (dazu gehört auch der fünfte Platz beim World Cup in China) – die Situation für sie geändert hat. Bisher, so Schmidbauer, „war ich damit beschäftigt, zu überleben und mich beim Sprung aus 20 Metern nicht zu verletzten“. Nun jedoch „muss ich lernen, mit Druck umzugehen“, berichtete sie nach dem Wettkampf in Mostar. Die Medien sind auf sie aufmerksam geworden, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird über sie berichtet. Darüber hinaus hat ihr das Springen in Beirut gezeigt, dass „ich es drauf habe, das Podest zu erreichen“. Nur 0,1 Punkte fehlten ihr damals zum dritten Rang.

Cliff-Diving: Schmidbauer erlebt eine neue Situation 

Sie habe das Gefühl, „dass jeder mehr von mir erwartet“. Freilich „erwarte ich jetzt von mir auch mehr.“ Die große Kunst sei nun, trotz des Drucks die Momente im Wettkampf zu genießen und „den Umstand zu schätzen, dass ich Teil von solch aufregenden Veranstaltungen bin“. Die Konkurrenz ist überzeugt, dass Schmidbauer den Schritt schafft, der sie ganz nach oben bringen kann.

Die derzeit überragende Frau in dieser Extrem-Sportart, Rhiannan Iffland, lobt Schmidbauer dafür, dass sie sich an die ganz schweren Sprünge wagt. „Wir werden noch große Dinge von ihr sehen, weil sie noch beständiger werden wird“, sagt die Australierin, die in Mostar gewann und damit vorzeitig den Sieg in der „Red Bull“-Serie klar machte. 

Cliff-Diving: Greg Louganis von Schmidbauer begeistert 

Geradezu begeistert von Schmidbauer ist der Sportdirektor der Sprung-Serie, Greg Louganis. „Sie ist so enthusiastisch, sie will so viel dazulernen“, sagt der US-Amerikaner. Er fühle sich wirklich geehrt, wenn Schmidbauer zu ihm kommt, und ihn um Rat fragt. „Ich erwarte in der Zukunft noch großartige Sachen von ihr.“ Louganis ist nicht irgendein Funktionär: Der heute 59-Jährige ist eine echte Springer-Legende und war in den 1970er- und 1980er-Jahren der Top-Mann vom Drei-Meter-Brett und vom Zehn-Meter-Turm. Fünf Olympia-Medaillen (4 x Gold, 1 x Silber) und fünf Weltmeistertitel hat Louganis gewonnen.

In gut zwei Wochen sind Schmidbauer und der Rest der Elite wieder gefordert. In Bilbao (Spanien) wird der letzte Saison-Wettbewerb der „Red Bull“-Serie ausgetragen. Für die Frauen ist es innerhalb der Serie das erste Springen in Spanien – schon wieder eine neue Erfahrung für Schmidbauer.

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