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„Cooles Event“: Nick Jäger holt Medaille bei Studenten-WM

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Von: Paul Hopp

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Leichtathlet Nick Jäger aus Penzberg bei der Hochschul-DM im Crosslauf in Hessen 2021.
Schwieriges Geläuf? Kein Problem! Zu den Lieblingsdisziplinen von Nick Jäger (vo.) zählt der Crosslauf. Das Foto zeigt den Penzberger bei der deutschen Hochschulmeisterschaft 2021 in Hessen. Dort gewann er bei den Männern Silber. Am vergangenen Wochenende holte er bei der Studenten-WM Team-Bronze. © Imago Images/Schmitt

Im Crosslauf macht ihm keiner etwas vor: Nick Jäger aus Penzberg hat bei der Studenten-WM in Portugal starke Form bewiesen und stand mit dem Team auf dem Podest.

Aveiro – Sein bis dato letzter Auftritt bei einer großen Crosslauf-Meisterschaft war für Nick Jäger absolut kein Quell der Freude. Bei der Europameisterschaft im vergangenen Dezember in Dublin trat dem Penzberger im Getümmel des U23-Rennens am Start ein anderer Athlet mit seinen Spikeschuhen unabsichtlich auf den Fuß. Dabei erlitt Jäger eine tiefe Schnittwunde.

Der 22-Jährige lief zwar bis ins Ziel, doch mehr als der 48. Rang war für ihn nicht drin. Weitaus erfreulicher geriet für Jäger nun am vergangenen Wochenende die Teilnahme an der Studenten-WM im Crosslauf. Dort gewann der Athlet des TSV Penzberg mit dem Team die Bronzemedaille.

Nick Jäger holt WM-Bronze mit dem Team

Die Wettkämpfe der FISU (International University Sports Federation) fanden im portugiesischen Aveiro, südlich von Porto an der Küste gelegen, statt. Für die Männer stand eine 10-Kilometer-Distanz auf dem Programm. Jäger lieferte im mehr als 50 Starter zählenden Feld eine starke Leistung ab. Nach 28:55 Minuten überquerte er die Ziellinie und belegte damit – als zweitbester Deutscher – den 13. Platz.

„Es war ein echt cooles Event. Es hat viel Spaß gemacht zu laufen“, berichtete der Biologie-Student. Seine Begeisterung war dem Penzberger auch am Tag nach seinem Auftritt anzumerken. Schon zwei Tage vor dem Wettkampf war er gemeinsam mit dem deutschen Team nach Portugal geflogen. Zu den männlichen Startern gehörten auch Markus Görger (LG Region Karlsruhe/Uni Freiburg), Tobias Ulbrich (LG Region Landshut/Uni Regensburg) und Brian Weisheit (LSC Höchstadt/Uni Erlangen-Nürnberg), mit dem Jäger in Mittelfranken trainiert.

Nick Jäger überzeugt als zweitbester Deutscher

Im Rennen der Männer war es bei nass-kalten Bedingungen um die elf Grad Celsius vor allem Görger, der für mächtig Aufsehen sorgte. Nach der zweiten von fünf Runden war das Läuferfeld noch kompakt zusammen. Doch dann setzte sich Görger an die Spitze und zog damit das Feld auseinander, wobei ihm nur vier weitere Läufer folgen konnten. „In den ersten zwei Runden war es im Gerangel ein ständiges Hin und Her“, berichtete Jäger, der zwischen Platz zehn und 20 pendelte. Nach der Tempoverschärfung fand sich der Penzberger, der für die Uni Erlangen-Nürnberg startet, auf dem zwölften Platz wieder. Für die nächsten zwei Runden lief er alleine.

Eingangs der letzten Runde kam Ulbrich von hinten – die beiden Deutschen liefen von da ab in einer Vierergruppe. „Das war ein richtig harter Kampf auf der letzten Runde“, erklärte Jäger, der mit dem sandigen Boden und dem Regen insgesamt gut zurechtkam. In einem spannenden Finale distanzierte Jäger Ulbrich um zwei Sekunden, auch den Australier Edward Goodard (28:56/14. Platz) ließ er hinter sich. Nur den Franzosen Julien Rebeck (28:53/12. Platz) musste er am Ende davonziehen lassen.

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Ganz vorne setzte sich Dismus Yako aus Uganda mit 28:00 Minuten gegen die Konkurrenten durch und holte Gold. Sieben Sekunden nach dem Sieger erreichte Görger als Zweiter das Ziel. Bronze ging ebenfalls an einen Mann aus Uganda, Brian Wangwe (28:12). In der Teamwertung gewannen die deutschen mit Görger, Jäger und Ulbrich die Bronzemedaille. Jeweils die besten drei Athleten einer Nation wurde gewertet und ihre Platzierungen zusammengezählt. Deutschland kam auf 30 Punkte. Es gewann Marokko (21) vor Uganda (24). Die Equipe Spaniens (36) belegte den vierten Rang.

Nick Jäger schwärmt von der WM-Atmosphäre

Für Jäger war es die zweite Team-Medaille auf internationaler Ebene. 2018 hatte er bei der Crosslauf-EM des europäischen Leichtathletik-Verbandes in den Niederlanden im U20-Rennen mit der deutschen Mannschaft Bronze geholt. Im Einzel war er damals Neunter. Danach hatte er bei der Cross-DM in der U23-Klasse Bronze (2019) und Silber (2020) gewonnen.

„Es war eine echt coole Atmosphäre“, schwärmte Jäger von dem gesamten Event in Aveiro. Studierende aus 18 Nationen waren in Aveiro zu Gast. Die Organisatoren hatten extra für die Veranstaltung einen zuschauerfreundlichen, zwei Kilometer langen Rundkurs angelegt.

Frauen-Team holt in Aveiro die Silbermedaille

Gut drauf bei der WM waren nicht nur die deutschen Männer. Bei den Frauen lief Triathletin Celine Kaiser (Uni Freiburg) mit der Zeit von 32:37 Minuten auf den beachtlichen vierten Platz. Mit Linn Kleine (33:02/10. Platz) von der LG Olympia Dortmund (Uni Bochum) und Selma Benfares (33:13/11. Platz) vom LC Rehlingen (Uni Saarland) gewann Kaiser die Silbermedaille. Gold ging sowohl im Team als auch im Einzel (durch Isobel Fry/31:53) an Großbritannien.

In Aveiro gab es zusätzlich eine Team-Mixed-Staffel über insgesamt zwölf  Kilometer. Das deutsche Quartett mit Lisa Oed (Königsteiner LV), Robert Baumann (LAV Stadtwerke Tübingen) – er ist der Sohn von Olympiasieger Dieter Baumann –, Jasmina Stahl (Hannover 96) und Tim Assmann (TV Villingen) landete auf dem siebten Platz. Fast alle deutschen Teilnehmer waren zuvor auch schon für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei internationalen Wettkämpfen am Start gewesen.

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