Carla Hahn war in Alpe d’Huez schnell unterwegs und gewann als vierte deutsche Nachwuchsfahrerin die Gesamtwertung der erlesenen „Trophée de France des Jeunes Vététistes“.
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Bergab ging es nur auf der Piste: Carla Hahn war in Alpe d’Huez schnell unterwegs und gewann als vierte deutsche Nachwuchsfahrerin die Gesamtwertung der erlesenen „Trophée de France des Jeunes Vététistes“.

MOUNTAINBIKE

Carla Hahn und ihr erfolgreicher Auftritt in Alpe d‘Huez

Es läuft gut in dieser Saison für Carla Hahn: In Alpe d‘Huez gelang der Mountainbike-Fahrerin aus Sindelsdorf ihr nächster großer Sieg auf internationaler Ebene - trotz eines technischen Defekts im Cross-Country-Rennen.

Alpe d’Huez/Sindelsdorf – Die Rennwoche in Frankreich ist vorüber, und Carla Hahn darf sich mit dem nächsten großen Sieg auf internationaler Ebene schmücken. In Alpe d’Huez in den französischen Nordalpen gewann die Sindelsdorferin die Gesamtwertung der „Trophée de France des Jeunes Vététistes“. Damit reiht sie sich als viertes deutsches Mädchen in die Siegerlisten dieser Traditionsveranstaltung ein. „Ich bin wirklich zufrieden, die Woche war sehr cool und ich hab’ viele tolle Erfahrungen gemacht“, resümierte Hahn ihre erfolgreichen Renntage in Frankreich.

Carla Hahn überrascht in der Disziplin „Trail“

Die 16-Jährige trat in allen vier Wettbewerben (Downhill, Trail, Cross Country sowie Teamstaffel) an und bewies in jedem einzelnen, dass sie zu Europas besten Mountainbikerinnen in ihrer Kategorie gehört. In der Staffel, die pro Altersklasse jeweils mit vier Burschen und einem Mädchen besetzt war, fuhr die Sindelsdorferin überlegen die Bestzeit in ihrer Startgruppe und leistete damit einen erheblichen Beitrag zum Staffelsieg des deutschen Teams. In den Einzelrennen holte sie einen Sieg und zwei zweite Plätze. Platz zwei im Trail war dabei die positive Überraschung, Platz zwei im Cross-Country-Rennen nach viel Pech im Startbereich hart erkämpft und Platz eins im Downhill das Resultat von Hahns selbstbewusstem Ritt über Steinfelder, Anlieger und Sprünge.

Vor dem Trail-Wettkampf hatte Carla Hahn den meisten Respekt. „Das ist nicht so meine Disziplin, und obwohl ich im Vorfeld viel dafür trainiert hatte, wusste ich, dass die Französinnen hier sehr stark sind.“ In Deutschland werden Trail-Parcours bei den normalen Mountainbike-Rennen nicht geprüft, daher sind die deutschen Fahrerinnen in dieser Disziplin naturgemäß nicht sehr geübt. Hinzu kam, dass der Renntag komplett verregnet und mit nur sieben Grad Celsius auch sehr kalt war. Hahn schlug sich in Parcours eins und zwei gut, im dritten aber ließ sie nach längerer Wartezeit im Regen Federn. „Es war so kalt und anstrengend, da hat die Konzentration etwas ausgelassen.“ In Runde vier hatte sich die 16-Jährige wieder gefangen und fuhr so den für sie hervorragenden zweiten Platz ein. Damit war auch ihr Ehrgeiz auf den Sieg in der Gesamtwertung geweckt. „Ich wusste, dass ich mit diesem Trail-Ergebnis eine echte Chance hatte.“

Carla Hahn hat Pech mit einem technischen Defekt

Im Cross-Country-Rennen galt es also, Gas zu geben, wobei Hahn in diesem für sich ohnehin die besten Chancen sah: „Die Französinnen sind hier meist nicht so stark, also wollte ich unbedingt um den Sieg fahren.“ Dementsprechend trat sie am Start gleich kräftig in die Pedale und setzte sich schnell an die Spitze. Doch kaum in Führung folgte die Schrecksekunde: Hahns Kette riss und ihr blieb keine andere Wahl, als zu Fuß in die nächste Tech-Zone zu laufen. „Die war zum Glück nicht weit weg, und der Mechaniker hat echt super schnell gearbeitet“, berichtete die Schülerin. „So konnte ich zwar als Letzte, aber mit nur drei Minuten Rückstand auf die Führenden zurück ins Rennen gehen.“ In jeder der folgenden Runden holte Hahn 50 bis 60 Sekunden auf und kam dem Führungsduo immer näher. Dennoch lag der Sieg außer Reichweite. In der letzten Abfahrt holte sie allerdings noch die auf Position zwei liegende Trail-Siegerin Anais Moulin ein und verwies diese schlussendlich auf Rang drei.

Damit lagen vor dem Downhill-Rennen Moulin und Hahn in der Gesamtwertung punktgleich in Führung. „Ich wusste, dass ich gut Downhill fahren kann, konnte die Französinnen aber nicht einschätzen. Nach der Erfahrung im Cross-Country-Rennen habe ich allerdings geahnt, dass Moulin bergab nicht so stark ist wie ich“, schilderte Hahn ihre Gedanken vor dem Start. Aus der Tatsache, dass sie Moulin in der Schlussabfahrt des Cross-County-Rennens eingeholt hatte, schöpfte sie Mut und ging so sehr selbstbewusst in die gut dreiminütige Abfahrt. In der Tat gelang ihr in beiden Durchgängen die Bestzeit. Damit war der Sindelsdorferin der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. Bei der Siegerehrung trug sie das blaue Siegertrikot mit Stolz und freute sich mit ihren Teamkollegen auch über den dritten Platz in der Mannschafts-Gesamtwertung. So verabschiedete sie sich mit einem guten Gefühl in ihre kurze Sommerpause. Auf der faulen Haut wird sie wohl aber nicht liegen, denn in gut drei Wochen geht es schon mit der nächsten Bundesnachwuchssichtung in Gedern (Hessen) weiter. Text: Kathrin Ebenhoch

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