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Auf dem Weg ins Ziel: Quirin Türmer (Mi.) von den gastgebenden „Bavarian Airhawks“ absolvierte zusammen mit Dirk Elze (re.) und Karl-Heinz Pilger den Kurs am Gögerl, der insgesamt 18 Bahnen umfasste.

Disc-Golf

Die Welt am Gögerl ist eine Scheibe

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Beim Open-Turnier am Gögerl waren Disc-Golfer aus ganz Deutschland zu Gast. Die Spieler zeigten tolle Würfe und einen speziellen Umgang untereinander.

Weilheim – Dirk Elze blickt etwas ratlos aufs dichte Grün. „Gibt’s hier überhaupt einen Korb?“, fragt er spöttisch. „Da links rein und dann auf dem Hügel“, weist ihm Mitspieler Quirin Türmer den Weg. Vom Startpunkt, markiert durch eine Holzlatte oder einen Farbstrich, waren die Ziele, sprich die Metall-Körbe, selbst für die Fachleute keineswegs eindeutig zu erkennen. Der Disc-Golf-Parcours am Gögerl zählt in Deutschland zu den schwierigeren Kursen, sagt Matthias Türmer von den „Bavarian Airhawks“. Daher bildete der Kurs mit seinen 18 Bahnen (Par 54) durchaus den passenden Rahmen für ein Turnier der „German Tour“-Serie, zu dem der Weilheimer Klub eingeladen hatte.

54 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren gekommen. Turnierorganisator Matthias Türmer war mit dem Verlauf „sehr zufrieden“. Die Teilnehmer hätten sich alle lobend über den Kurs und das Gögerl geäußert. Ausdrücklich bedankten sich die Veranstalter bei „allen nachsichtigen Spaziergängern“.

Eine ordentliche Strecke legten auch die Teilnehmer zurück, die den Parcours zweimal absolvierten. In Dreier-Gruppen zogen die Spieler los, um die kleinen Plastikscheiben mit jeweils möglichst wenig Versuchen in die Metall-Körbe zu platzieren. In einer dieser Trios spielte Lokalmatador Quirin Türmer (26), der jüngere Bruder des Turnierleiters, zusammen mit Dirk Elze (50) aus Söhnstetten (Baden-Württemberg) und Karl-Heinz Pilger (65) aus Kassel. Für alle drei steht der Spaß im Vordergrund, wie sie betonen. Türmer absolviert pro Jahr um die sechs größere Turniere. Auf seinem Heim-Parcours ist er den anderen gegenüber nicht wirklich im Vorteil. „Im Turnier läuft alles dann doch immer ein wenig anders“, sagt er. Zumindest weiß er, „wie es auf den Bahnen funktionieren sollte“. Elze spielt seit über 20 Jahren Disc-Golf und war früher, in den Hochzeiten der „Airhawks“, regelmäßig in Weilheim zugegen. Pilger, mit einem eigenen Trikot am Start, auf dem groß der Name „Kalle“ prangt, betreibt seit zwei Jahren den Sport; sein Sohn spielt auch. Alle drei tragen Rucksäcke mit, in denen sie zahlreiche der bunten Plastikscheiben verstaut haben. Ähnlich wie die Golfer, die ja auch verschiedene Schläger haben, benötigt ein Disc-Golf-Spieler jeweils eine bestimmte Art Scheibe, um eine bestimmte Länge oder eine bestimmte Art Kurve zu werfen. Die weitesten Distanzen am Gögerl vom Abwurfpunkt bis zum Korb messen knapp 140 Meter. Die billigsten Discs sind ab etwa neun Euro zu haben.

Der Umgangston unter den Spielern, die ja doch auch irgendwie Konkurrenten sind, ist locker und freundschaftlich. Man gibt sich Tipps, wie welche Bahn am besten zu spielen ist, und freut sich auch, wenn einem anderen ein guter Wurf gelingt. An der Bahn sechs, die nur 45 Meter misst, aber bei der es bergauf und in den Wald hinein geht, zeigt Türmer sein Können. Auf der Par-3-Bahn benötigt er nur zwei Würfe. Dabei wirft er durch zwei eng beieinander stehende Bäume genau in den Korb. Elze und Pilger applaudieren und klatschen mit dem Weilheimer ab. Der Lokalmatador hat während der ersten Runde einiges Pech beim Putten: Gleich mehrmals touchiert die Disc beim letzten Wurf den oberen Rand des Korbes und fällt daneben. Zweimal fliegt die Scheibe sogar durch die senkrecht aufgehängten Ketten, die eigentlich die Disc abbremsen sollen. Zu einem Platz ganz vorn reicht es damit nicht. Mit 134 Würfen nach zwei Runden landete Quirin Türmer in der Open-Klasse auf dem 24. Platz. Seine Weggefährten Elze (122) und Pilger (144) belegten bei den „Grandmasters“ die Ränge vier und elf.

Das beste Resultat auf Seiten der „Bavarian Airhawks“ erzielte in der Open-Klasse Dennis Schüler, der mit 106 Würfen den dritten Rang belegte. In beiden Runden blieb Schüler jeweils eins unter Par (53/53). Matthias Türmer landete mit 117 Würfen auf dem elften Rang. „Das ist in Ordnung“, sagt er. Er war zeitgleich ja noch als Ansprechpartner und Turnierchef gefordert. Ebenfalls zu den „Airhawks“ gehörten noch zwei Münchener: Andreas Kucera (112) wurde Dritter bei den „Master“, Harald Kucera (125) belegte bei den „Grandmaster“ Rang fünf. Gesamtsieger der Open-Klasse wurde Michael Stelzer (Sportclub Albuch) mit 102 Würfen, die „Master“-Wertung gewann Alexander Müller (Schwabmünchen/102) und bester „Grandmaster“ war Martin Fohlert (Sportclub Albuch/111).

Weitere Informationen

Informationen zu den „Bavarian Airhawks“ aus Weilheim, den Parcours am Gögerl und in Peißenberg gibt es online unter www.airhawks.net.

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