Luk Jäger (links) und Tom Jäger (2.v.l.) vom TSV Penzberg beim Citylauf in Dresden.
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Schnelle Brüder: Luk Jäger (li.) lief mit 32:00 Minuten ebenso persönliche Bestzeit wie Tom Jäger (2.v.l.), der nach 32:11 Minuten im Ziel ankam.

LEICHTATHLETIK

Penzberger Athleten-Trio beim Citylauf in Dresden schnell wie noch nie

  • Paul Hopp
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Vier Athleten des TSV Penzberg sind beim „31. Itelligence Citylauf Dresden“ an den Start gegangen. Drei von ihnen schafften über die 10 Kilometer eine persönliche Bestzeit. Nicht zufrieden war hingegen der schnellste TSV-Läufer.

Dresden – Er war klar der schnellste der Penzberger TSV-Athleten, und dennoch – was seinen hohen Anspruch betraf – zu langsam. Sein Ziel, die 10 Kilometer beim „31. Itelligence Citylauf Dresden“ in knapp über 30 Minuten zu laufen, hatte Nick Jäger verfehlt. Mit 30:57 Minuten lag der 21-jährige Biologie-Student am Ende 15 Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit..

Jäger hatte an diesem Tag mit schweren Beinen zu kämpfen gehabt. Uneingeschränkt zufrieden waren dagegen seine drei Kollegen vom TSV Penzberg: Luk Jäger (32:00 Minuten), Tom Jäger (32:11) und Lucas Herbeck (32:47) erzielten jeweils persönliche Bestleistungen.

Topläufer aus dem In- und Ausland in Dresden dabei

Zu dem Eliterennen waren zahlreiche Spitzenläuferinnen und -läufer aus dem In- und Ausland gekommen. In der Parkanlage „Großer Garten“ war ein flacher 2,5-Kilometer-Rundkurs abgesteckt, auf dem diverse Distanzen gelaufen wurden. Nick Jäger war mit großen Erwartungen angereist – seine bisherige Top-Zeit von 30:42 Minuten wollte er deutlich unterbieten. Zunächst schien der Plan aufzugehen: „Ich bin, wie geplant, die ersten Kilometer in 15:06 Minuten gelaufen, gemeinsam mit meinem Trainingskameraden Florian Bremm“, berichtete der Student. Doch bereits kurz danach musste er Bremm davonziehen lassen. Obwohl seine dritte Runde 20 Sekunden langsamer als die zweite war, erholte sich Jäger nicht mehr und verlor in der vierten Runde noch mehr an Boden auf den Trainingskollegen. Bremm (TV Leutershausen) überquerte nach 30:34 Minuten (30. Platz) die Ziellinie. Nick Jäger landete in dem hochkarätigen Starterfeld auf dem 40. Rang.

Im Ziel nicht zufrieden: Nick Jäger (30:57 Minuten) hatte im Rennverlauf mit schweren Beinen zu kämpfen.

Mehr als vier Minuten unter seiner alten Bestzeit blieb der jüngste der Jäger-Brüder. Der 18-jährige Luk Jäger steigerte seine zwei Jahre alte Bestzeit auf 32:00 Minuten (77. Platz). „Die ersten 7,5 Kilometer bin ich immer gemeinsam mit Tom gelaufen“, sagte der Fachoberschüler. Sein um fünf Jahre älterer Bruder Tom Jäger merkte eingangs der vierten Runde, dass es ihm nicht mehr so gut ging: „Mir ist ein bisschen schlecht geworden, aber meinen Beinen ging es noch gut. Trotzdem musste ich Luk auf der langen Geraden im Park davonziehen lassen.“

Die ersten Runden waren beide gleichmäßig gelaufen: 8:04, 8:03, 8:01 Minuten. Das war deutlich schneller, als beide vorab geplant hatten. „Wir wollten eigentlich die ersten fünf Kilometer in 16:15 Minuten anlaufen“, so Tom Jäger. Trotz des hohen Tempos konnte aber Luk Jäger in der letzten Runde noch einmal forcieren und legte mit 7:53 Minuten die schnellste Schlussrunde aller vier Penzberger an diesem Tag hin. Beim Überqueren der Ziellinie ballte er dann seine rechte Hand zur Faust und die Anstrengung im Gesicht wich der Erleichterung. Denn nach der langen wettkampflosen Zeit wusste natürlich niemand so genau, wie gut die Form wirklich ist. „Ich bin super-glücklich mit meiner Zeit“, sagte Tom Jäger über seine 32:11 Minuten (81. Platz). Auch Trainerin Melanie Jäger, die Mutter des Brüder-Trios, zeigte sich sehr zufrieden: „Jetzt wissen wir, dass die Form stimmt und das Training der vergangenen Monate gefruchtet hat.“

Lucas Herbeck knackt drei Jahre alten Rekord

Auch Lucas Herbeck war nach dem Rennen gut gelaunt. Der 23-jährige Student hatte mit 32:47 Minuten (107. Platz) seinen drei Jahre alten Rekord um satte 50 Sekunden verbessert. Dabei war die Vorbereitung in den vergangenen vier Wochen alles andere als optimal verlaufen: „Ich hatte Probleme mit meinem Fuß, sodass ich seit vier Wochen kaum trainieren konnte. Erst am Dienstag vor dem Wettkampf konnte ich zum ersten Mal Intervalle trainieren“, so Herbeck. Trotzdem startete er sehr offensiv, für die ersten fünf Kilometer benötigte er nur 16:17 Minuten. In der dritten Runde verlor er dann sehr viel Zeit. „Ich musste diese Runde ganz alleine im Wind laufen und bekam Seitenstechen.“ In der vierten Runde überwand er das Tief und beschleunigte wieder.

Der Gesamtsieg in Dresden ging an den Niederländer Richard Douma (28:55), der sich knapp gegenüber dem in Deutschland lebenden Somalier Ilyas Osman (28:56) durchsetzte. Der 21-jährige Osman hofft, bald den deutschen Pass zu erhalten und für den Deutschen Leichtathletik-Verband starten zu können. Er war mit 14 Jahren aus Somalia nach Deutschland geflohen. Schnellste Frau war Katharina Steinruck (31:59) aus Leipzig.

Wenig Training, viel Ertrag: Lucas Herbeck verbesserte seine drei Jahre alte Bestmarke auf 32:47 Minuten.

Auf der Marathon-Strecke sorgte Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) für ein Highlight: Er unterbot quasi im Alleingang die Olympianorm für Tokio und glänzte bei seinem Debüt über die 42,195 Kilometer mit 2:10:48 Stunden. Schnellste Frau war Anna Bankowska (2:31:16) aus Polen.

Im Halbmarathon stellte Siegerin Fabienne Schlumpf mit 1:08:27 Stunden einen Landesrekord für die Schweiz auf. Schlumpf hatte bei der Leichtathletik-EM 2018 in Berlin über die 3000 Meter Hindernis hinter Gesa Felicitas Krause (Frankfurt) die Silbermedaille gewonnen. Hinter der Schweizerin überraschte Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) mit einer starken Zeit von 1:09:52 Stunden. Im Männerrennen setzte sich Favorit Richard Ringer (1:01:33) vom LC Rehlingen vor dem Überraschungszweiten Nils Voigt (1:01:35) vom TV Wattenscheid durch. Voigt erreichte sogar noch vor dem deutschen Marathon-Rekordhalter Amanal Petros (1:01:37/TV Wattenscheid) das Ziel.

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