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Diesmal mitten in der Stadt am Start: Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl (hier ein Archivfoto) sind gespannt auf den Langlauf-Sprint in Dresden. Danach stehen in Altenberg noch Biathlon-Rennen auf dem Programm.

Ski Nordisch

Klug/Härtl heiß auf spezielle Weltcup-Premiere

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Das hat es noch nie gegeben: Olympische und paralympische Athleten starten an einem Wochenende zusammen bei einem Ski-nordisch-Weltcup. Klara Klug und Martin Härtl verlassen dafür sogar ihr gewohntes Terrain.

Dresden - Für diesen Wettkampf verzichtet Clara Klug gern einmal auf das Gewehr: In Dresden gehen an diesem Samstag und Sonntag, 11. und 12. Januar, sowie am Montag, 13. Januar, erstmals olympische und paralympische Athleten im Rahmen eines Skilanglauf-Weltcups an den Start. Und da wollen die Münchenerin und ihr Guide Martin Härtl aus Weilheim natürlich dabei sein, auch wenn sich das Duo für gewöhnlich auf den Biathlon konzentriert. 

Bei den Sprint-Wettbewerben in Dresden direkt an der Elbe kämpfen die weltbesten Fis-Athleten und die Sportler des IPC (International Paralympic Commitee) um Top-Plätze und Punkte. Das Miteinander garantiert den Behindertensportlern, die sonst nicht so im Rampenlicht stehen, auch eine gewisse Öffentlichkeit. Am Samstag stehen für die sitzenden Para-Athleten die Qualifikationsläufe auf dem Programm, am Sonntag werden die Finalrennen ausgetragen. 

Klug/Härtl: Mit bis zu 50 km/h unterwegs

Die stehenden Para-Langläufer und die Athleten mit Sehbehinderung sind am Montag, 13. Januar, an der Reihe. Klug tritt bei den sehbehinderten Frauen an. Ihr Guide Martin Härtl leitet sie auf der Strecke mit akustischen Kommandos an. Die beiden sind dabei nicht viel langsamer als nicht-behinderte Athleten unterwegs. In Abfahrten erreichen sie auch Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h. Zu den Favoriten zählen Klug/Härtl im Langlauf allerdings nicht, auch wenn sie in dieser Wertung im vergangenen Jahr Weltcup-Dritte geworden waren.

Klug/Härtl: In Kanada gab es dreimal WM-Gold

Im Biathlon erwies sich das bayerische Duo in der vergangenen Saison als eine Klasse für sich. Klug/Härtl gewannen die Weltcup-Wertung mit deutlichem Vorsprung und holten bei der Weltmeisterschaft in Kanada drei Goldmedaillen. Der Start in diese Saison verlief holprig: In Lillehammer mussten Klug/Härtl im ersten Rennen nach einem schweren Sturz aufgeben, im zweiten Rennen sprang lediglich ein neunter Rang heraus. Mit ein Grund war die starke Konkurrenz aus Russland; die Athletinnen aus dem Osten sind nach einer Kollektivsperre wegen Verfehlungen gegen Anti-Doping-Bestimmungen heuer wieder startberechtigt. 

Klug/Härtl: Russisches Team als Hauptkonkurrent

„Die Russinnen haben uns unsere Grenzen aufgezeigt“, sagt Klug. Beeindruckt war sie laut einer Mitteilung vor allem vom Niveau der 18-jährigen Vera Khlyzova und der 21-jährigen Anna Panferova, die selbst die einstige Seriensiegerin Mikhalina Lysova hinter sich ließen. „Wir müssen schauen, dass wir die Lücke nach vorne etwas schließen“, so Klug. Die Biathlon-Rennen, auf die Klug und Härtl den Fokus legen, werden in Altenberg am Donnerstag, 16. Januar, am Samstag, 18. Januar, und am Sonntag, 19. Januar, ausgetragen. Wegen der geringen Schneehöhe in Altenberg ist noch unklar, wie groß die Distanz der zu laufenden Runden sind. 

Geplant ist, das volle Programm durchzuziehen, also ein Sprint (7,5 Kilometer), ein Einzel (15 Kilometer) und eine Mitteldistanz (12,5 Kilometer). Aufgrund der logistischen Herausforderungen sind Weltcup-Wettbewerbe bei den paralympischen Bereich „Ski nordisch“ in der Regel nur einmal im Monat und zumeist über einen Zeitraum von zehn Tagen angesetzt. In diesem Zeitraum werden dann Langlauf- und Biathlon-Rennen abgehalten.

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