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Ganz vorn landeten die Berufsreiter: die Platzierten im St.-Georges-Special (gemäß der Ergebnisliste von links nach rechts) mit Sieger Rudolf Widmann, Olga Klymko, Frank Freund, Udo Bosch-Mayer, Viola Wilhelm, Amelie Hackauff, Friederike Lederer, Svenja Holzmayr, Anna-Lena Eff und Dominik Buhl.
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Der Tanz im Viereck gelang bestens: Amelie Hackauff (RV Gut Kerschlach) und „Carlotta B“ überzeugten im St.-Georges-Special trotz widriger äußerer Bedingungen. 
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Amelie Hackauff und „Carlotta B“.
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Laurenz Berger (RFV Weilheimer Pferdefreunde) und „Steamboat Willie“.
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Friederike Lederer (RV Gut Kerschlach) mit „Dark Highlight“.

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„Carlotta B“ erst hyperaktiv, dann siegreich

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Schlechtes Wetter, gute Ritte: Drei Tage lang drehte sich auf Gut Kerschlach alles um die Dressur. Die Gastgeber feierten einige schöne Erfolge.

Pähl – Mit einem Schlag ist am Dressurviereck alles anders. An der Holzabsperrung, wo vorher nur ein paar Interessierte standen, drängen sich die Besucher. Und das ständige Gemurmel der Menschen, das vorher über der Anlage schwebte, ist verstummt. Absolut still ist es, als Amelie Hackauff mit „Carlotta B“ ins Viereck reitet. Ein Glöckchen erklingt – und die St.-Georges-Special-Prüfung für die Lokalmatadorin beginnt. Die Bedingungen sind alles andere als angenehm, dicke Regentropfen fallen hernieder. Hackauff und ihre Stute lassen sich vom ganzen Drumherum nicht beirren. Sie absolvieren alle Lektionen souverän, das Traversieren, die halben Pirouetten, die fliegenden Galoppwechsel zu vier und drei Sprüngen. Nach dem finalen Gruß zu den drei Richtern gibt’s donnernden Applaus, irgendwo bellt ein Hund – das Gelände erwacht regelrecht wieder zum Leben.

Die einheimischen Reiterinnen standen beim Dressurturnier des RV Gut Kerschlach unter besonderer Beobachtung, was zumindest Hackauff nicht weiter störte. Wenn sie ins Viereck reitet, „dann bin ich so auf die Sache konzentriert, da sehe ich außen herum niemanden mehr“, sagte sie mit einem Lächeln. Allerdings, das konnte sie nicht verhehlen, ist schon auch ein gewisser Druck da. Vor heimischem Publikum „möchte man seine Sache natürlich gut machen“. Und auch fürs Pferd kann so ein Heim-Auftritt aufregend sein. Plötzlich stehen an der Seite Pavillons und Zelte für Besucher da. Und „auf ihrem gewohnten Reitplatz, der sonst frei ist, ist ein Viereck aufgebaut. Das ist manchmal für die Pferde irritierend“, so Hackauff. „Carlotta B“ vertrieb die Nervosität auf eigene Art. In ihrer Einlaufprüfung (einem Zwei-Sterne-M-Wettbewerb) baute sie regelrechte Bocksprünge ein, sodass Hackauff auf eine Wertung verzichtete. Die Reiterin nahm’s mit Humor. „Ist ja schön, dass sie so lebendig ist“, sagte sie über die elfjährige Stute. In der schweren Klasse war „Carlotta B“ dann aber hoch konzentriert. Im St.-Georges-Special sprang mit Rang sechs (68,455%) hinter den favorisierten Berufsreitern eine Platzierung heraus. Die Amateur-Dressurprüfung der Klasse S* gewannen Hackauff und „Carlotta B“ souverän mit 70,714 Prozent und zwölf Punkten Vorsprung. Für die Reiterin war es der vierte Sieg in der S-Klasse.

Auch die zweite Lokalmatadorin in der S-Klasse, Friederike Lederer, holte zwei Schleifen. Mit „Dark Highlight“ beendete sie den St.-Georges-Special als Siebte (67,967%). Und am Tag darauf überzeugten Lederer und ihr 14-jähriger Wallach in der Intermediaire-I mit einem vierten Rang (67,895%). Die höchste Prüfung des Turniers, die wegen starken Regens in der Halle ausgetragen wurde, gewann Berufsreiter Rudolf Widmann (RA München) mit „Foxtrott“ (70,291%).

Die Nachwuchsreiter des RV Gut Kerschlach feierten diverse schöne Erfolge. So belegte Lilli Purrmann mit ihrem Pony „Destany“ in der Dressurprüfung Klasse L* den zweiten Platz. Stefanie Richter (mit „Amerika“) und Katharina Rest (mit „Dumbledor“) holten sich in dieser Prüfung ebenfalls Schleifen. Theresa Bockholdt vom „RFV Weilheimer Pferdefreunde“ wurde mit „Kentucky“ Vierte im Jugendförderprogramm. Anziehungspunkt zahlreicher Zuschauer war die Pony-Führzügelklasse. Die Jüngsten zeigten, dass sie schon gut auf einem Pferd zurecht kommen und strahlten um die Wette, als sie mit Geschenken und Platzierungen am langen Zügel die Bahn verließen. Alma Engelmann, die jüngste Kerschlacher Nachwuchsreiterin siegte in der ihrer Abteilung mit dem Pony „Max“.

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