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Spitzenduell in freundschaftlicher Atmosphäre: Vor dem Spiel stellten sich die Kegler des gastgebenden FC Seeshaupt (in Grün-Schwarz) und des SKC Gut Holz Eberfing (in Rot) zum Gruppenfoto auf. Zu sehen sind (stehend von links) Eric Kühberger, Pascal Schouten, Helmut Schütz, Eike Grabe, Tobias Zahler, Thomas Lackinger, (knieend von links) Andreas Gattinger, Daniel Hey, Leonhard Werner, Andreas Seitz, Markus Lindner sowie (vorn) Hubert Resch. 
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Der Gegner hatte meist das Nachsehen: Die Eberfinger (in Rot, vorn Andreas Gattinger) gewannen 14 von 15 Partien. Das Foto entstand beim Heimkampf gegen Penzberg (vorn Konrad Stremair).

Kegeln: Bezirksoberliga

Nach schwierigen Jahren wieder obenauf: Eberfing gelingt das Meisterstück

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Die Sportkegler von Gut Holz Eberfing haben in der Bezirksoberliga vorzeitig den Titel geholt. Im Derby gegen Seeshaupt gelang der finale Schritt. Eberfing ist damit ein echter „Turnaround“ gelungen.

Seeshaupt/Eberfing – Wie viele Meistertitel er in den Jahrzehnten, die er in der ersten Mannschaft des SKC Gut Holz Eberfing spielt, geholt hat, weiß Andreas Gattinger (62) selbst nicht genau. Eines ist aber Fakt: Der jetzige, vorzeitige Gewinn der Meisterschaft in der Bezirksoberliga „ist schon etwas Besonderes“. Denn vor der Saison „hatte uns niemand auf dem Schirm“, sagt der Eberfinger.

Das Gut-Holz-Team präsentierte sich von Beginn an in starker Form. Mit einem 8:0-Sieg gegen den SKC Huglfing startete die Mannschaft in die Saison. Am zweiten Spieltag übernahm sie die Tabellenführung – und gab sie nicht mehr her. Schon drei Spieltage vor dem Saisonende machten die Eberfinger alles klar.

Eberfing: Harter Kampf beim Derby gegen Seeshaupt

Der finale Schritt gelang mit einem 5:3 beim Nachbarn FC Seeshaupt. Der war schwer erkämpft, 16 Holz Unterschied gaben am Ende den Ausschlag. In einem Derby, noch dazu, wenn es um viel geht, „spielt man nicht so locker auf“, sagt Gattinger. Am Ende „waren wir die Glücklicheren“.

Doch auf Glück allein ist der Erfolg der Eberfinger nicht zurückzuführen. Von 15 Partien bislang verloren sie nur eine. Die Mannschaft holte die mit Abstand meisten Mannschaftspunkte (88) und hat auch die besten Gesamtergebnisse vorzuweisen. So hält Eberfing den Saisonrekord zu Hause (3453 Holz/beim 8:0 gegen Huglfing) und auswärts (3359 Holz/beim 7:1 gegen Peiting-Schongau II).

Eberfing: In mehreren Statistiken vorn

Zwei Spieler warteten mit Top-Resultaten jenseits der magischen 600-Holz-Marke auf: Markus Lindner (616) und Eric Kühberger (606). Doch letztlich sei der Schlüssel zum guten Abschneiden der Eberfinger „die Kompaktheit der gesamten Mannschaft“ gewesen, so Gattinger. Wirkliche Ausreißer nach unten gab es keine. Ein Ausbund an Beständigkeit war Hubert Resch. Er ist mit einem Auswärtsschnitt von 554,88 Holz der sechstbeste Spieler der Liga. Beeindruckend ist vor allem seine Bilanz in den Eins-gegen-eins-Duellen: 14 von 15 möglichen Mannschaftspunkten hat der Paterzeller geholt – besser ist in der Liga keiner. 

Eberfing: Hubert Resch holt 14 von 15 Mannschaftspunkten

Ihm nur wenig nach steht Markus Lindner. Er kommt auf einen Auswärtsschnitt von 554,75 Holz (7. Platz) und hat 13 von 15 Duellen gewonnen. Die beiden „haben wirklich eine starke Saison gespielt“, sagt Gattinger. Beachtliche zehn Mannschaftspunkte hat Tobias Zahler (Schnitt: 548,88 Holz/9. Platz) geholt. Er war ein Garant dafür, dass die Eberfinger im Startpaar stets gleich ein Zeichen setzten.

Der Meistertitel beschert dem SKC Gut Holz nun die Rückkehr in die Landesliga, aus der das Team 2017 – nach erfolgreichen Jahren dort – als Letzter abgestiegen ist. Danach folgte noch der Abstieg aus der (mittlerweile aufgelösten) Regionalliga Schwaben/Oberbayern und ein eher mäßiger sechster Rang in der Bezirksoberliga-Saison 2018/2019. Nun hat die Mannschaft, die im Vergleich zu den Landesliga-Zeiten so gut wie unverändert geblieben ist, einen „Turnaround“ geschafft. „Man sieht ja, was die Leute können. Aber du musst auch auf die Erfolgswelle kommen“, sagt Gattinger.

Eberfing: Rückkehr in die Landesliga

In der Landesliga treffen die Eberfinger durchweg auf ihnen bekannte Teams – mit denen sie gute Beziehungen pflegen. Die Spieler eines ehemaliger Gegners, des SV Zuchering (mittlerweile in der darüber liegenden Bayernliga spielend), kamen sogar nach Seeshaupt, um die Eberfinger bei ihrem letzten Schritt zum Titel zu unterstützen. Zuchering hatte davor bei der SG Peiting gespielt. Und auch Bezirksoberliga-Konkurrent SV Aschau (davor bei Frischauf Weilheim im Einsatz) schaute noch in Seeshaupt vorbei. „So etwas ist eine schöne Sache. Das war an dem Tag das i-Tüpfelchen“, sagt Gattinger.

In den letzten drei Partien geht es ausnahmslos gegen Landkreis-Teams (Weilheim, Penzberg, Peiting-Schongau II). Locker lassen wollen die Eberfinger trotz des Titels nicht. „Wir wollen schon noch möglichst alles gewinnen“, sagt Gattinger.

So lief das Derby

Die Gäste aus Eberfing gingen mit Respekt in die Partie. Denn in der jüngeren Vergangenheit, so SKC-Spieler Andreas Gattinger, habe man beim Nachbarn stets Probleme gehabt. Seeshaupt hatte zuletzt vier Siege in Folge gefeiert und war damit auf den zweiten Tabellenplatz gerückt. Am Ende gewann Eberfing knapp – aufgrund von 16 Holz Vorsprung. 5:3 (3142:3126) lautete das Resultat aus Sicht der Gäste, die damit den Meistertitel perfekt machten. Für Seeshaupt war es die zweite Heimniederlage der Saison. 

Im Startpaar dominierten die Eberfinger das Geschehen. Hubert Resch (532Holz/3:1 Sätze) und Tobias Zahler (543/3:1) gewannen je einen Mannschaftspunkt. Obendrein nahm das Duo dem FCS-Startpaar, Andreas Seitz (498) und Daniel Hey (499), 78 Holz ab. Im Mittelpaar holten die Seeshaupter zwar nur wenige Holz auf, doch Thomas Lackinger (529/2:2) und Leonhard Werner (553/2:2) – er war am Ende der Tagesbeste – sicherten sich die Mannschaftspunkte. Lackinger spielte ihm vierten Durchgang mit 156 Holz die beste Einzelbahn des Tages. Die Eberfinger Eric Kühberger (516) und Helmut Schütz (549) gingen jeweils leer aus – und das Duell hatte an Spannung gewonnen. 

Diese nahm im Schlusspaar zu, nachdem die Seeshaupter bis zum vierten Satz den Rückstand auf nur noch zwölf Holz verkürzt hatten. Im letzten Durchgang hielt Eberfing dagegen und brachte den Sieg ins Ziel. SKC-Spieler Markus Lindner (526/2:2) gewann sein Duell gegen FC-Akteur Eike Grabe (518) mit acht Holz Vorsprung. Im anderen Match holte Seeshaupts Pascal Schouten (529/3:1) einen Mannschaftspunkt gegen Eberfings Andreas Gattinger (476).

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Kühberger und Lindner kratzen am Bahnrekord

- Das war mal ein Saisonstart: Die Sportkegler aus Eberfing haben das Bezirksoberliga-Derby gegen Huglfing klar gewonnen. Zweimal waren die Eberfinger nah dran an einem Rekord.

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