Der Aulauf (hier ein Archivfoto aus dem Jahr 2019) findet 2021 in einem speziellen, acht Tage umfassenden Format statt.
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Alle starten auf einmal? Heuer nicht! Der Aulauf (hier ein Archivfoto aus dem Jahr 2019) findet 2021 in einem speziellen, acht Tage umfassenden Format statt.

LEICHTATHLETIK

Mit App und solo: Ein besonderer Aulauf in besonderen Zeiten

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Die Leichtathletik-Sparte im TSV Weilheim möchte trotz Corona einen Aulauf anbieten. Dafür hat sich Abteilungsleiter Michael Horstmann ein spezielles Format überlegt - er ist gespannt, ob die Athleten es auch annehmen.

Weilheim – Eine neue Streckenführung, ein geändertes Format, eine App als Voraussetzung fürs Mitmachen – Michael Horstmann ist sich völlig im Klaren, dass er den Athleten beim Aulauf 2021 einiges zumutet. Doch in Corona-Zeiten gilt eben: „Man muss sich ein bisserl arrangieren und anpassen“, sagt der Chef der TSV-Leichtathletikabteilung. Die Menschen bekommen ja dafür auch eine Möglichkeit, im Wettkampf zu messen – was hierzulande seit über einem Jahr keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Der Aulauf findet heuer als Individual-Event statt. In der Zeit zwischen 1. und 8. Mai können die Sportler am Ammerdamm auf einer fest definierten Strecke laufen.

Aulauf heuer als Individual-Rennen

Zur Auswahl stehen drei Distanzen (5/7,5/10 Kilometer). Um mitmachen zu können, ist allerdings ein Smartphone und die App „RaceMap“ erforderlich; über sie erfolgt die Dokumentation und die Zeitnahme. Alles steht und fällt auch mit der gesamten Corona-Lage im Landkreis und Bayern. „Die Keule der Absage kann immer kommen“, so der Spartenleiter.

Horstmann und seine Mitstreiter in der Leichtathletik-Sparte haben sich viele Gedanken gemacht, wie der Traditionswettbewerb des TSV schlechthin trotz Pandemie stattfinden kann. 2020 musste der 1935 initiierte Hans-Bayerl-Gedächtnislauf, so heißt der Aulauf offiziell, noch abgesagt werden. Doch in der Zwischenzeit hat sich einiges getan, wurden Erfahrungen gemacht. Horstmann selbst hat, damit der Kontakt zu den Mitgliedern nicht abreißt, zahlreiche „Challenges“ organisiert. Dies geschah alles mit dem Ziel, „die Leute nach draußen zu holen und zur Bewegung zu motivieren“ – freilich unter Einhaltung der jeweils geltenden Bestimmungen.

Das ist der Aulauf 2021

Format: Virtueller Individual-Lauf mit RaceMap-Zeitnahme. Dauer: 1. Mai (0 Uhr) bis 8. Mai (23 Uhr). Ort: Gelaufen wird am Ammerdamm auf einem 2,5-Kilometer-Abschnitt (Start/Ziel und Wendepunkt sind markiert). Distanzen: 10 Kilometer (Läufer), 7,5 Kilometer (Läufer/Walker), 5 Kilometer (Läufer/Walker); entsprechend der Distanz ist der Kurs zwei-, drei- oder viermal zu absolvieren.

Von Anfang an sei klar gewesen, dass der Aulauf 2021 als gewöhnliche Massenveranstaltung an einem Tag nicht würde stattfinden können. Ein etwaiges Konzept „haben wir gar nicht versucht zu erstellen“, berichtet Horstmann. Die ursprüngliche Idee war, auf dem Ammerdamm stationäre Zeitmess-Anlagen aufzustellen. An einem verlängerten Wochenende, so der Plan, sollten die Sportler dann drei Tage laufen können. Über einen Transponder in der Startnummer wäre die Zeit genommen worden. Ein ähnliches Konzept wurde und wird in Kempten (dort beim Silvesterlauf und bei den Laufsportwochen) benutzt. Im Weilheimer Fall hätten obendrein radelnde Streckenposten hätten darauf geschaut, dass es nicht zu unerlaubten Grüppchenbildungen kommt und auf die Einhaltung der Wettkampfregeln geachtet. Doch das Konzept wurde vom Landratsamt nicht genehmigt. Das Ganze habe „zu sehr Veranstaltungscharakter“, hieß es.

Horstmann ließ sich davon nicht entmutigen, auf einen Tipp hin wurde er auf die Möglichkeit via App „RaceMap“ aufmerksam. Der Leichtathletik-Chef passte das Konzept an – und erhielt vom Landratsamt das „Okay“. Bedingungen für das Einverständnis waren unter anderem, dass der Zeitraum, in dem die Sportler antreten können, ausgedehnt werden müsse und dass ein Limit von 300 Teilnehmern gelte.

So funktioniert der Aulauf 2021

Online-Anmeldung: www.tsv-weilheim.com/leichtathlek/aulauf. Anmeldemöglichkeit endet mit dem Erreichen des Teilnehmerlimits (300 Starts), spätestens aber am Donnerstag, 29. April, 23 Uhr. Startgebühr: 7 Euro einheitlich für jede Strecke. Eine Laufanmeldung gilt für genau die gebuchte Strecke. Eine spontane Verlängerung des Laufs ist nicht möglich. Der gebuchte Lauf wird nur einmal gewertet. Für Mehrfachstarts sind separate Anmeldungen notwendig.
Hinweis zur Zeitnahme: Die Zeitnahme erfolgt über die App „RaceMap“, welche die Sportler auf ihrem Smartphone installieren müssen. Ablauf: Nach der Online-Anmeldung erhält der Teilnehmer/die Teilnehmerin per E-Mail einen persönlichen Tracking-Key, mit dem er/sie sich in der App anmelden und den Lauf starten kann. In der Mail wird auch die App-Nutzung beschrieben. Während des Laufs muss der Sportler auf dem Smartphone die Standortkennung (GPS) und die Internetverbindung aktiviert haben. Die Zeitnahme wird in RaceMap manuell gestartet und endet automatisch nach Überschreiten der Ziellinie.

Die Streckenführung muss heuer ebenfalls angepasst werden, daran ist allerdings nicht Corona schuld, sondern Bauarbeiten an der Oderdinger Ammerbrücke. Der komplette Lauf findet nun ausschließlich am Ammerdamm auf einem 2,5 Kilometer langen Abschnitt statt. Dieser ist – je nachdem, welche Distanz gewählt wurde – entsprechend oft zu abzulaufen. Start/Ziel sowie der Wendepunkt werden in der Wettkampfwoche ausgeschildert sein. Nordic Walker können nun 5 und 7,5 Kilometer absolvieren. Die genau festgelegten Laufstrecken und die einheitliche Zeitnahme hat den Vorteil, dass Nordic Walker (7,5 Kilometer) und Läufer (10 Kilometer) ihr jeweiliges Ergebnis als Leistungsnachweis für Bonusprogramme der Krankenkassen und fürs Deutsche Sportabzeichen verwenden können.

Der Abteilungsleiter ist „gespannt, ob die App akzeptiert wird“. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Zeiten wirklich vergleichbar sind, weil alle auf derselben Strecke laufen. Bei einigen „virtuellen Rennen“ wählen die Starter selbst eine Strecke aus und übermitteln ihre selbst gestoppten Zeiten.

Gern hätte Horstmann die Teilnahmegebühr auf fünf Euro festgesetzt, doch das gab die Kalkulation partout nicht her. Der Preis beträgt nun sieben Euro einheitlich für alle Strecken. Im besten Fall werden die Kosten gedeckt: Wird das Limit von 300 Teilnehmern erreicht, „dann steht zumindest die Null“, so Horstmann. Immerhin: Diverse Sponsoren sorgen für durchaus hochwertige Sachpreise (Sporttatschen, Einkaufsgutscheine etc.). Diese werden unter allen Startern verlost.

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