Finn Kenter (im weißen T-Shirt, hier eine Aufnahme aus dem vergangenen Jahr) darf aufgrund der Kontaktbeschränkungen noch nicht zusammen mit seiner Crew segeln.
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Derzeit noch nicht möglich: Finn Kenter (im weißen T-Shirt, hier eine Aufnahme aus dem vergangenen Jahr) darf aufgrund der Kontaktbeschränkungen noch nicht zusammen mit seiner Crew segeln.

SEGELN

Auf Finn Kenter wartet eine komplizierte Segel-Saison

  • vonChristian Heinrich
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Auf der Webseite der deutschen H-Boot-Klasse sorgt ein Video für Appetit auf die kommenden Regatten. Thema: „Fit für die Saison.“ Am Starnberger See macht sich Finn Kenter dagegen Gedanken über das Grundsätzliche.

Seeshaupt – Trotz der kühlen Temperaturen erwachen bei den Seglern Frühlingsgefühle. Auf der Webseite der deutschen H-Boot-Klasse sorgt ein Video für Appetit auf die kommenden Regatten. Thema: „Fit für die Saison.“ Am Starnberger See macht sich Finn Kenter dagegen Gedanken über das Grundsätzliche. „Irgendwie werden wir das Schiff ins Wasser bekommen“, ist der Skipper aus dem Yacht-Club Seeshaupt überzeugt.

Einen genauen Plan hat er noch nicht. Wegen der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Pandemie fehlt noch der richtige Wind in den Segeln. Gemeinsam mit seinem Bruder Lasse sowie den beiden anderen Vorschotern Philipp Frieß und Merlin Gnutzmann zu segeln, ist momentan wegen der Zwei-Haushalte-Regelung unmöglich. Um die nötigsten Arbeiten am Boot zu verrichten, bleiben Kenter deshalb nur seine Eltern. Bei den Regatten wird der Filius jedoch nicht mit ihnen aufkreuzen, sondern mit seiner jungen Crew, mit der er im vergangenen Jahr Platz acht bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft belegt hat.

Da eine vernünftige Vorbereitung momentan noch nicht möglich ist, muss Finn Kenter improvisieren. Sein Plan sieht vor, dass er sich zunächst auf den kleineren Regatten die nötige Wettkampfhärte verschafft, um dann bei den großen Events gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Zu seiner Beruhigung trägt bei, dass seinen Kontrahenten auch keine andere Alternative bleibt, um sich wieder in Form zu bringen, sollten irgendwann in Deutschland wieder Regatten ausgetragen werden können. Die Saisonpremiere am vergangenen Wochenende auf dem Baldeneysee wurde jedenfalls schon aus dem Terminkalender gestrichen.

Kenter peilt Start bei Deutscher Junioren-Segel-Liga an

Noch Gültigkeit besitzt der Saisonauftakt in der Segel-Bundesliga, der vom 7. bis zum 9. Mai in Prien am Chiemsee über die Bühne gehen soll. Kenter wird jedoch nicht an den Start gehen, weil er für den Bodensee-Yacht-Club Überlingen allein die vier Wettkämpfe in der Deutschen Junioren-Segel-Liga (DJSL) bestreiten will. „Es ist das letzte Jahr, wo ich das segeln kann“, begründet er seine Entscheidung. „Das möchte ich noch einmal richtig genießen.“

Das bedeutet nicht, dass er die Füße hochlegen kann. Die Überlinger sind sowohl in der DJSL als auch in der Youth Sailing Champions League der Titelverteidiger. Für welche der vier Regatten Kenter eingeteilt wird, ist noch nicht entschieden. Er hofft jedoch darauf, den Zuschlag für den Wettbewerb Ende Juli in Kiel zu erhalten. Seine Teamgefährten haben über Ostern schon gemeinsam trainiert. Voraussetzung dafür war ein Hygienekonzept, das Überlingens Teammanager Matthias Steidle als „strenger als die Landesvorschrift“ bezeichnete. Selbst auf dem Wasser waren FFP2- Masken Pflicht, zudem wurde alle 48 Stunden getestet.

Und noch einen Termin hat sich Kenter dick angestrichen: Die Europameisterschaft der J70 vom 27. August bis zum 4. September in Kopenhagen, zu der sich mittlerweile schon 168 Teams angemeldet haben. „Das ist echt der Wahnsinn“, findet der Seeshaupter. Eingetragen in die Meldeliste ist er noch nicht. Er sollte jedoch nicht mehr lange zögern, denn mehr als 150 Mannschaften werden nicht zugelassen.

Information: In Seeshaupt sind mehrere Segelvereine beheimatet, die die Möglichkeit bieten, an Regatten teilzunehmen. Dazu gehören der Yachtclub Seeshaupt, die Segelabteilung des FC Seeshaupt sowie der Segelverein Oberland Seeshaupt.

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