1899 Hoffenheim - Bayern München
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Schmähplakat beim Bundesligaspiel TSG Hoffenheim gegen FC Bayern München.
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Grüß Gott Herr Schweinsteiger: 2010 begrüßten die „Red Kinis“ in Sindelsdorf den Bayern-Star. Links der damalige Red-Kinis-Chef Benno Adelwart.
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Hallo Thomas Müller: Im jahr 2019 begrüßten die Sindelsdorfer Thomas Müller bei sich.
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Großer Bahnhof für Xabi Alonso: Der FCB-Star war 2016 in Eberfing. Rechts Fanclub-Chef Alfred Schwab.

Fussball

Schmähplakate gegen Dietmar Hopp: Das sagen die örtlichen FCB-Fanclubs

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Die Schmähplakate gegen Dietmar Hopp, die FC-Bayern-Fans im Bundesliga-Spiel in Hoffenheim zeigten, schlugen hohe Wellen. Die örtlichen Fanclubs haben zu den Plakaten eine klare Meinung. 

Landkreis - Für Benno Adelwart, Mitglied des FC-Bayern-Fanclubs „Red Kinis ’99“, ist die Sache eindeutig: „Es ist eine absolute Frechheit, was da gemacht wurde.“ Gemeint ist die Aktion einiger FC-Bayern-Fans am Samstag beim Bundesliga-Spiel in Hoffenheim. Dort wurden an TSG-Mäzen Dietmar Hopp gerichtete Schmähplakate gezeigt. „Wir lehnen das total ab“, sagte Adelwart auf Anfrage. „So etwas gehört nicht zum Fußball.“

Wer hinter der Aktion stand, „weiß ich auch nicht zu einhundert Prozent“, so der Sindelsdorfer. „Das Ganze kommt von den Ultras.“ Mit denen haben die „Red Kinis“ nichts zu tun. Der Fanclub, dem Adelwart lange Jahre vorstand, ist vor allem „ein Verein im Dorf“. Die „Red Kinis“ beteiligen sich immer wieder mit Aktionen am Dorfleben. Besuch bekam der Club schon von Bastian Schweinsteiger (2010) und Thomas Müller (2019). Rund 280 Mitglieder zählt der Verein, nur ein kleiner Teil fährt regelmäßig ins Stadion. Die Spiele verfolgen die „Red Kinis“ meist über „Sky“ im privaten Kreis.

FC-Bayern-Verantwortliche haben im Stadion „optimal reagiert“

Als sie die Plakat-Aktion während der TV-Übertragung sahen, waren sie absolut überrascht, so Adelwart. Jüngst hatten Gladbach-Fans ein Banner hochgehalten, das Hopp in einem Fadenkreuz zeigte. Zielscheibe „ist ein Mensch“, gibt Adelwart zu bedenken. „So etwas macht man einfach nicht, noch dazu in der heutigen Zeit.“ Die Verantwortlichen des FC Bayern „haben optimal reagiert“, so der Sindelsdorfer. Auch dass die Spieler beider Teams sich am Schluss gegenseitig die Bälle zuspielten, „war eine super Aktion“. 

Alfred Schwab vom 1997 gegründeten Fanclub „de Eberfinger“ findet die Schmähplakate ebenfalls daneben. „Wir sind strikt dagegen und distanzieren uns davon“, sagt der 1. Vorsitzende von rund 80 Mitgliedern. Im Vorjahr fuhren sechs von ihnen mit dem Zug zum Auswärtsspiel gegen Hoffenheim. Damals habe es keine Diffamierungen in Richtung Dietmar Hopp gegeben. 

Ein Besuch von Robert Lewandowski wäre ein Traum

Schwab erfuhr am Samstag am Radio von den Vorkommnissen – und war bedient. „Wir fahren ins Stadion, damit wir guten Fußball sehen und wir eine schöne Stimmung erleben“, sagt der Vorsitzende. Mit derartigen Aktionen, wie sie am Samstag abgelaufen sind, „haben wir nix am Hut“. Es sei ohnehin schwierig, Tickets zu ergattern. Genügend Karten, damit ein ganzer Bus an Fans nach München fahren kann, „bekommen wir vielleicht einmal im Jahr“. Und wenn die Mitglieder ins Stadion kommen, „sind wir nie in der Südkurve“, sagt Schwab. Tobias Zahler, 2. Vorsitzender, des Fanclubs, fand das Verhalten der beiden Teams am Schluss der Partie, als sie praktisch nur mehr die Zeit runterlaufen ließen, klasse. „Es ist richtig und wichtig, ein Zeichen zu setzen gegen diesen ganzen Schmarrn.“

Drei FCB-Stars konnte der Club bislang bei sich begrüßen: Paulo Sergio (2001), Louis van Gaal (2009) und Xabi Alonso (2016). „Wir hoffen, dass es mal wieder hinhaut.“ Traum wäre ein Besuch von Thomas Müller oder Robert Lewandowski. „Wir bewerben uns auf alle Fälle.“

Ähnlich wie die Sindelsdorfer und Eberfinger äußerte sich auch Peter Hippauf, der Chef eines Fanclubs aus Schwabniederhofen. Drei Mitglieder der „Red White Kings“ waren am Samstag sogar im Stadion in Hoffenheim

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