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Florian Krauß dominiert vor Seeshaupt

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Von: Paul Hopp

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Opti-Flotte auf Heimatkurs: Wegen eines heranziehenden Gewitters musste die dritte Wettfahrt am Samstag abgebrochen werden. Das Foto zeigt einen Teil der Teilnehmer, die sich auf dem Weg zum Hafen des Yachtclubs Seeshaupt befinden. Der YCSS richtet seit 2002 die Regatta um den „Seeshaupter Opti-Preis“ aus. foto: Emanuel gronau
Opti-Flotte auf Heimatkurs: Wegen eines heranziehenden Gewitters musste die dritte Wettfahrt am Samstag abgebrochen werden. Das Foto zeigt einen Teil der Teilnehmer, die sich auf dem Weg zum Hafen des Yachtclubs Seeshaupt befinden. Der YCSS richtet seit 2002 die Regatta um den „Seeshaupter Opti-Preis“ aus. © Gronau

Seeshaupt - Der 13-jährige Lokalmatador Florian Krauß gewinnt beim „Opti-Preis“ die A-Konkurrenz.  86 Teilnehmer sorgen für eine stattliche Kulisse.

 Laut schallt die Tröte übers Vereinsgelände. Die Blicke richten sich alle auf den Fahnenmast, an dem ein Helfer nun einen Wimpel aufzieht. Die Farben Rot und Weiß verheißen allerdings nichts Gutes. „Startverschiebung, war ja klar“, sagt ein Bursche, der mit zwei anderen Kameraden den Fahnenmast ins Visier genommen hat. Der laue Wind zwang am zweiten Tag des „Seeshaupter Opti-Preises“ die Teilnehmer und die Veranstalter zur Geduld. Die Mädchen und Buben im Alter zwischen neun und 15 Jahren vertrieben sich die Zeit unter anderem mit Kartenspielen und Fußball. Letztlich konnte keine Wettfahrt mehr abgehalten werden – ein Ergebnis gab’s aber dennoch. Und das fiel auch noch erfreulich aus für den gastgebenden Yachtclub Seeshaupt (YCSS).

Am ersten Tag absolvierten die insgesamt 86 Teilnehmer in ihren „Optimist“-Booten zwei Wettfahrten, damit war ein Resultat vorhanden. Im Opti-A-Wettbewerb (dort starten erfahrenere Segler, die sich über Punkte für die Klasse qualifiziert haben) war Florian Krauß vom YCSS das Maß aller Dinge. Der 13-Jährige fuhr zweimal als Erster über die Ziellinie und kam so auf 2,0 Punkte. Der nächste Verfolger, Luis Paulik (Yachtclub Tegernsee/7,0), hatte da schon deutlichen Abstand. „Unter den ersten Drei haben wir ihn schon erwartet“, sagte YCSS-Sportwart Dr. Norbert Ammann über Krauß. Der Youngster aus München, der seit drei Jahren beim Yachtclub segelt, war im Vorjahr bei der Europameisterschaft in Wales am Start und war dort bester U-13-Segler. Insgesamt belegte das Kadermitglied den 30. Platz. Und auch für heuer ist er schon wieder für die EM qualifiziert. Am Segeln mag Krauß , dass es sehr abwechslungsreich ist. „Es ist sehr taktisch, man muss immer überlegen, was man macht“, so der Gymnasiast. „Es kann einfach alles passieren.“ Das Revier in der Bucht vor Seeshaupt ist laut Krauß kein einfaches: „Es gibt es viele Winddreher. Da muss man stets aufpassen.“

Aufpassen hieß es am ersten Wettkampftag für alle Teilnehmer bei der dritten Wettfahrt. Da ein Gewitter heranzog und Sturmwarnung gegeben worden war, mussten alle in den Hafen zurückkehren. Die Wettfahrt wurde abgebrochen. Die ersten beiden Einsätze gingen bei einer Windstärke von zwei bis drei Beaufort über die Bühne. „Für die Jugend ist das ideal“, sagte Sportwart Ammann. Die meisten Boote, nämlich 58, waren in der Opti-B-Konkurrenz am Start. Den Sieg holte sich Valentin Bodler vom Segelclub Prien mit 12,0 Zählern (10/2). Punktgleich auf dem zweiten Platz landete Lokalmatador Marius Rohe. Vom Yachtclub schafften darüber hinaus Konstantin Knapp (6.) und Valentin Rohe (7.) Top-Ten-Plätze. „Das ist ganz ordentlich“, sagte Ammann. Der YCSS war damit bestes Team und durfte einen speziellen Wanderpokal in Empfang nehmen.

Zum 15. Mal richtete der Yachtclub die Regatta um den „Seeshaupter Opti-Preis“ aus. Der Wettbewerb hat sich über die Jahre einen gewissen Stellenwert erarbeitet. Für den Opti ist es „die Top-Regatta in Bayern“, sagte YCSS-Jugendwart Walter von Schorlemer. Und mit Blick auf die aktuellen Auflage meinte er: „Die meisten bayerischen Top-Segler sind vor Ort. Die Stimmung ist gut.“

Der Aufwand, den der Yachtclub betreibt, um die Regatta auszurichten, ist groß. Am vergangenen Wochenende hatte der Club 30 Helfer im Einsatz. Sind die jungen Segler auf dem Wasser, dann werden sie von 20 Booten begleitet. Der Yachtclub hat allein fünf so genannte Funktionsboote, erklärte Ammann. Dazu gehören das Startboot mit dem Wettfahrtleiter, zwei Sicherungsboote und zwei „Tonnenleger“, die den Kurs mit Bojen abstecken und bei Bedarf, das heißt, wenn der Wind sich dreht, die großen Bojen anders platzieren müssen. Die Kurslänge in der ersten Wettfahrt betrug zwei Seemeilen (=3,7 Kilometer). Die Länge richtet sich immer nach der Windstärke, denn eine Wettfahrt soll immer eine bestimmte Zeit dauern.

Auch das Drumherum muss passen, damit die jungen Segler und ihre Eltern kommen. Der Yachtclub hat sich da etwas Spezielles einfallen lassen. Uli Hock und sein Küchenteam bieten den „MacSeeshaupt“ an: einen speziellen Burger, den sich die Gäste am Büffet selbst zusammenstellen können. Hinzu kommen noch schöne Preise. In der Einzelwertung bekamen die Top-Platzierten heuer eine Buddelschiff-Trophäe – nicht mit einem kleinen Opti, sondern einem stattlichen Dreimaster.

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