Das siegreiche Team des Yachtclubs Seeshaup bei der H-Boot-Regatta am Edersee: Lasse Kenter, Finn Kenter, Merlin Grutzmann und Philipp Frieß (von links).
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Das strahlende Lachen der Sieger: Lasse Kenter, Finn Kenter, Merlin Grutzmann und Philipp Frieß (von links) waren auf dem Edersee nicht zu schlagen.

Segeln: Team des Yachtclubs Seeshaupt überragend am Edersee

Finn Kenter und seine Crew nötigen dem Altmeister ein Lob ab

  • VonChristian Heinrich
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Unbekanntes Revier, drehende Winde: Die Bedingungen bei der H-Boot-Regatta auf dem hessischen Edersee waren mitunter diffizil. Finn Kenter und seiner Seeshaupter Crew war das aber egal, sie trumpfte groß auf.

Seeshaupt - Dirk Stadler war nicht böse. Im Gegenteil, der alte Haudegen und mehrfache deutsche Meister im H-Boot konnte sich ein kräftiges Lob für die jungen Kontrahenten nicht verkneifen, die ihn zuvor mächtig geärgert hatte. „Ich glaube, es imponiert ihm, wenn wir ihm um die Ohren fahren“, war sich Finn Kenter der Wertschätzung des Routiniers bewusst, der nach der Flottenmeisterschaft auf dem Edersee zu den ersten Gratulanten zählte.

Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir das Ganze gewinnen.

Finn Kenter

Der Skipper vom Yacht-Club Seeshaupt und seine Vorschoter Lasse Kenter, Philipp Frieß und Merlin Gnutzmann hatten die 17 Rivalen kräftig vorgeführt und für eine kleine Überraschung gesorgt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir das Ganze gewinnen“, war Kenter selbst über die Vorstellung seiner Crew erstaunt.

Auf dem unbekannten Revier in Nordhessen hatte das Quartett vom Starnberger See zunächst mit den kniffligen Bedingungen zu kämpfen. Nach einer gewissen Zeit hatten sie aber herausgefunden, wie und woher der Wind weht. Der zweite Platz im ersten von insgesamt fünf Rennen bestärkte das Team, dass bei dieser Regatta durchaus etwas zu holen ist. Allerdings waren die Oberbayern nicht vor plötzlichen Winddrehern gefeit. In der zweiten Wettfahrt mussten sie in Führung liegend drei Boote an sich vorbeiziehen lassen, weil sich auf ihrer Seite nicht mehr die leiseste Brise rührte.

Segeln: Im vierten rennen holt Finn Kenter den ersten Tagessieg

Im dritten Lauf wiederholte die Crew dieses Ergebnis. Der Wind hatte aufgefrischt und bereitete dem Feld nun weniger Probleme. „Man konnte verstehen, wie es läuft“, berichtete Finn Kenter, der sich endlich heimisch fühlte in diesen fremden Gefilden. Wie zur Bestätigung feierte er im vierten Rennen seinen ersten Tagessieg. Da ein Ergebnis gestrichen werden konnte, hatten die Seeshaupter neben zwei weiteren Rivalen auf einmal die Chance, die Regatta zu gewinnen. „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen“, feuerte sich das Team gegenseitig an.

Segeln: Trotz großen Drucks unterlaufen dem Seeshaupter Team im letzten rennen keine Fehler

Obwohl der Druck groß war, unterliefen der Crew im finalen Rennen keine Fehler und sie entschied auch die letzte Wettfahrt für sich. „Die Abläufe funktionieren immer besser“, betonte Kenter. Außerdem verteilen sich auf seinem Boot die Aufgaben auf vier Schultern, während bei allen anderen Konkurrenten nur drei Mann an Bord waren. Die Geschlossenheit bescherte Finn Kenter seinen zweiten Regattasieg im H-Boot, nachdem er im Juni 2019 zum ersten Mal mit seinem Team auf dem obersten Treppchen gestanden hatte. Kein Wunder, dass Dirk Stadler, der zu den Förderern der Mannschaft zählt, richtig stolz auf seine jungen Herausforderer war.

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