+
Unschöner Abgang: Ulrich Taffertshofer wurde bei der Niederlage seiner Osnabrücker am letzten Spieltag vor der Weihnachtspause in Heidenheim vom Platz gestellt. Damit fehlt er zum Auftakt gegen Sandhausen.

Der Fußballer aus Abertshausen über den Wechsel zum VfL Osnabrück

Ulrich Taffertshofer „Ich habe alles richtig gemacht“

  • schließen

Nichts falsch gemacht: Der Wechsel von Ullrich Taffersthofer zur Saison 2018/19 von der SpVgg Unterhaching nach Niedersachsen hat sich für den Spieler als Glücksfall erwiesen.

Abertshausen – Es lief die 81. Minute, als Ulrich Taffertshofer vor den Augen von Schiedsrichter Michael Bacher den Heidenheimer David Otto umgrätschte. Taffertshofer sah für dieses Foul die gelbe Karte. Unglücklicherweise hatte der 27-jährige Fußballprofi aus Abertshausen (Gemeinde Obersöchering) in dieser Partie schon zuvor den gelben Karton gesehen. Das bedeutete die Ampelkarte für Taffertshofer, der sich damit vorzeitig in die Weihnachtspause verabschiedete. Überhaupt hatte er an diesem 22. Dezember einen gebrauchten Tag erwischt: Mit seinem VfL Osnabrück verlor er das Gastspiel in Heidenheim mit 1:3, und das Fachmagazin „Kicker“ wies Taffertshofer als den mit Abstand schwächsten Akteur seiner Mannschaft aus.

Fußball: Taffertshofer erkämpft sich sofort einen Stammplatz in Osnabrück

Tage wie dieser sind bei dem Abertshausener, der bald seinen 28. Geburtstag feiert, aber die Ausnahme. Bis jetzt ist es eher so, dass sich sein Wechsel zur Saison 2018/19 von der SpVgg Unterhaching nach Niedersachsen als Glücksfall erwiesen hat. Der Abertshausener erkämpfte sich auf Anhieb einen Stammplatz und wurde mit dem VfL Meister der 3. Liga. Auch in der 2. Bundesliga läuft es für Taffertshofer wie geschmiert. Von bislang 18 Partien hat er 17 bestritten, einmal war er wegen fünf gelber Karten gesperrt. Als Aufsteiger läuft es für die Osnabrücker in der 2. Liga bislang prächtig. Ehe Taffertshofer und sein VfL sich die 1:3-Niederlage in Heidenheim einhandelten, waren sie zuvor in acht Partien unbesiegt geblieben (vier Siege, vier Unentschieden). Unter anderem hatten sie den Topfavoriten auf die Meisterschaft, den Hamburger SV, mit 2:1 bezwungen. Als derzeitiger Tabellensechster können die Niedersachsen den Blick momentan eher nach oben richten als dass sie nach unten schauen müssten. „Ich habe alles richtig gemacht“, so die bisherige Bilanz des kampfstarken Defensivspielers.

Fußball: In Unterhaching fehlte Taffertshofer „ein bisschen die Wertschätzung“

Nachdem festgestanden war, dass er seinen Vertrag in Unterhaching nicht mehr verlängern würde – „da hat mir ein bisschen die Wertschätzung gefehlt“, wie der 27-Jährige berichtet –, bekam er Angebote von mehreren, zumeist bayerischen Drittligisten. Doch Taffertshofer sagte sich: „Wenn ich weggehe, dann gescheit.“ So entschloss er sich zum Wechsel nach Osnabrück, damals ebenfalls noch Drittligist. Diesen Schritt hat er keine Sekunde bereut: „Ich fühle mich wohl in Osnabrück.“ Das ist zu einem wesentlichen Teil auch das Verdienst von Coach Daniel Thioune, „Er ist einer der besten Trainer, die ich bisher hatte“, lobt ihn der Abertshausener.

Fußball: Ende der Saison läuft der Vertrag von Taffertshofer in Osnabrück aus

Nach Ende dieser Saison läuft sein Vertrag in Osnabrück aus. Es sieht aber so aus, als würde er auch künftig die Fußballschuhe für den VfL schnüren. Kurz einmal haben die VfL-Verantwortlichen und Taffertshofer über eine Verlängerung des Kontrakts gesprochen, mehr war aber noch nicht. Der Abertshausener hat diesbezüglich ein gutes Gefühl: „Der VfL hat mir positive Signale gesendet.“ In jedem Fall will er Profi-Fußballer sein, „so lange der Körper mitmacht“.

Fußball: Taffertshofer mit Osnabrück im Trainingslager in der Türkei

Derzeit bereiten sich Taffertshofer und seine Mitspieler auf die Rückrunde vor. Unter anderem ging es in ein einwöchiges Trainingslager in der Türkei. Trotz der hervorragenden Ausgangsposition ist der 27-Jährige weit davon entfernt, abzuheben: „An oberster Stelle steht der Klassenerhalt.“ Die Würzburger Kickers sind ihm ein warnendes Beispiel: Die Unterfranken hatten vor zwei Jahren eine ähnlich gute Hinrunde hingelegt wie die Osnabrücker jetzt – am Ende stiegen sie dennoch ab.

Fußball: Das Duell mit seinem jüngeren Bruder Emanuel Taffertshofer entfällt

Das erste Zweitliga-Spiel im Jahr 2020 tragen die Osnabrücker am 29. Januar im heimischen Stadion gegen den SV Sandhausen aus. Ulrich Taffertshofer wird in dieser Partie wegen seiner gelb-roten Karte in Heidenheim kurz vor Weihnachten fehlen. An sich kein Grund, sich groß darüber zu ärgern, wäre da nicht der Umstand, dass bei Sandhausen sein jüngerer Bruder Emanuel spielt. Auch wenn das Bruderduell diesmal entfällt, gibt’s ein kleines Familientreffen. Der älteste Taffertshofer-Bruder Daniel wird voraussichtlich ebenso nach Osnabrück kommen wie ein Onkel und die Oma. Beim Hinspiel, das der VfL mit 1:0 gewann, kamen sich die Taffertshofer-Brüder nicht in die Quere. Ulrich spielte zwar, sein Bruder Emanuel schmorte hingegen 90 Minuten auf der Bank.

Auch das ist interessant: Pokalspiel gegen Leverkusen früher beendet als gewollt - Ulrich Taffertshofer wird im Spiel seiner SpVgg Unterhaching vom Platz gestellt

Auch das ist interessant: Bruder-Duell in der 3. Liga - Ulrich Taffertshofer trifft mit Unterhaching auf seinen jüngeren Bruder Emanuel, der für Würzburg spielt

Auch das ist interessant: „Bin mit Haching nicht einig geworden“ - Nach drei Jahren verlässt Ulrich Taffertshofer die SpVgg und wechselt nach Osnabrück

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rote Karte der Knackpunkt im Peißenberger Spiel
In der Fremde tun sich die Handballerinnen des TSV Peißenberg weiter schwer. Bei der HSG Isar-Loisach spielte eine Aktion kurz vor der Pause eine gewichtige Rolle.
Rote Karte der Knackpunkt im Peißenberger Spiel
Zwischensprint vor der Pause bringt Weilheim auf Kurs
Die Handballer des TSV Weilheim haben sich in der Bezirksoberliga auf den zweiten Platz verbessert. Beim Heimsieg über die SG Biessenhofen brauchte das Team aber eine …
Zwischensprint vor der Pause bringt Weilheim auf Kurs
Spannung in der Jahnhalle: TSV Weilheim bejubelt knappen Heimsieg
Mit Toren haben die Handball-Frauen des TSV Weilheim einmal mehr gegeizt. Dennoch reichte es gegen den TSV Mindelheim zum Sieg - nach spannender Schlussphase.
Spannung in der Jahnhalle: TSV Weilheim bejubelt knappen Heimsieg
Oberhausen freut sich: Elisabeth Vincenzi trifft und trifft und trifft
Die Handball-Frauen des BSC Oberhausen haben im Abstiegskampf erneut gepunktet. Als „Lebensversicherung“ für das Team erwies sich einmal mehr Elisabeth Vincenzi.
Oberhausen freut sich: Elisabeth Vincenzi trifft und trifft und trifft

Kommentare