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Wolgang Reuthner Abteilungsleiter bei den Weilheimer Fechtern, sieht unter anderem die Quarantänebstimmungen und Reisebeschränkungen als Problem. 
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Fühlt mit den Athleten: Die Peißenberger Leichtathletik-Trainerin Sabine Osenberg (hier mit Lilli Mahner) bedauert die Verschiebung der Spiele.
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Für Walter von Schorlemer, Jugendwart beim Yacht-Club Seeshaupt, wird es durch die Verschiebung der Spiele auch Verlierer geben. 
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Maximilian Ulbrich, Schütze der SG Wilzhofen mit internationaler Erfahrung, hält die Entscheidung des IOC für krass, aber auch richtig.
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Siegfried Willberger, Abteilungsleiter der Peißenberger Boxer, kann die Entscheidung nachvollziehen: „Es hätte keinen Sinn gemacht, so etwas mit Gewalt durchzusetzen.“ 
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Tokio muss auf die Jugend der Welt noch ein Jahr warten: Wegen der Corona-Pandemie wurden die olympischen Sommerspiele in der japanischen Hauptstadt um ein Jahr auf 2021 verschoben.

Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Tokio

„Ganz schön bitter für die Athleten“

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Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele in Toki reagieren Sportler und Funktionäre aus dem Landkreis mit Bedauern und Verständnis. 

Landkreis Für Maximilian Ulbrich ist es „eine krasse Entscheidung“, für Walter von Schorlemer „auf jeden Fall richtig“ und für Sabine Osenberg „ganz schön bitter für die Athleten“. Dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Sommerspiele von Tokio angesichts der Corona-Pandemie um ein Jahr auf 2021 verlegt hat, schlägt auch bei den Athleten, Funktionären und Trainern aus dem Landkreis Weilheim-Schongau hohe Wellen. Schließlich hat es einen solchen Beschluss in der 124-jährigen Geschichte der Sommerspiele noch nie geben. Lediglich zwischen den beiden Weltkriegen kam es zu diversen Absagen.

Olympia: Verschiebung der Spiele in Tokio für Siegfried Willberger eine konsequente Entscheidung 

Dass Japans Ministerpräsident Shinzo Abe dem IOC vorschlug, die Spiele zu verschieben und somit das unwürdige Zeitspiel der Olympier beendete, war für Siegfried Willberger nur konsequent. „Es hätte keinen Sinn gemacht, so etwas mit Gewalt durchzusetzen“, so der Abteilungsleiter derPeißenberger Boxer. Die Vorzeichen, unter denen wohl die nächsten Monate gestanden hätten, konnte der 83-Jährige bereits bei der Olympia-Qualifikation der Boxer in London studieren, die nach drei Tagen abgebrochen wurde.

Olympia: Wolfgang Reuthner sieht Organisationsprobleme

Dass die zahlreichen Quarantänebestimmungen und Reisebeschränkungen, die von den einzelnen Nationen verhängt wurden, die Qualifikation für die Wettbewerbe massiv behinderten oder sogar unmöglich machten, sieht auch Wolfgang Reuthner: „Wie organisiert man das?“, fragte sich der Abteilungsleiter der Fechter des TSV Weilheim. Nicht nur die Boxer wurden nach Hause geschickt, auch die maßgeblichen Wettbewerbe bei den Ruderern und bei den Seglern wurden vorzeitig abgesagt. Über alternative Termine ließ sich nicht diskutieren angesichts einer globalen Seuche, die momentan nicht aufzuhalten scheint.

Olympia: Für Maximilian Ulbrich wären die Wettkämpfe nicht fair abgelaufen

„Die Olympischen Spiele hätten auch nicht fair gestaltet werden können“, verweist Maximilian Ulbrich darauf, dass die Bedingungen für die Athleten nicht annähernd gleich gewesen wären. Der Kaderathlet des Deutschen Schützen-Bundes kann wie seinen Kollegen momentan nicht trainieren, weil sämtliche Schießstätten gesperrt sind. Wettkampfhärte lässt sich in diesen Tagen auch nicht erzielen, womit nicht nur die deutschen Schützen einen deutlichen Nachteil gegenüber ihren Konkurrenten aus China gehabt hätten. Nationen wie Kanada, Australien und die USA haben diese Problematik ebenfalls erkannt und schon kurz vor der Verlegung der Spiele ihre Teilnahme an Tokio 2020 abgesagt.

Olympia: Sabine Osenberg fühlt mit den Athleten, für die ein Lebenstraum platzt

Noch ganz andere Schwierigkeiten ergaben sich. Wegen der Reisebeschränkungen fanden die Doping-Kontrolleure nicht ohne weiteres Zugang in jedes Land. „Gerade so ein großer Wettkampf braucht ein bisschen Vorlaufzeit“, so Sabine Osenberg, für die es Grundvoraussetzung ist, dass alle Athleten lückenlos überprüft werden können. Die Leichtathletik-Trainerin des TSV Peißenberg fühlt vor allem mit den Athleten, für die die Verlegung vielleicht das Ende eines Lebenstraums bedeutet.

Olympia: Walter von Schorlemer befürchtet Probleme bei der Beschaffung von Sponsoren

„Das kann ein Lebensabschnitt sein, ohne ein Ziel erreicht zu haben.“ Auch für Walter von Schorlemer steht fest, dass es durch die Verschiebung der Spiele Verlierer geben wird. Der Jugendwart desYachtclubs Seeshaupt erwartet, dass manche Athleten aus beruflichen oder privaten Gründen nicht ein weiteres Jahr intensiver Vorbereitung investieren können. Gerade beim Segeln stellt sich die Frage nach der Finanzierung einer Olympiakampagne, die in die Hunderttausende geht. Nun müssten neue Geldgeber gefunden werden. „Und Sponsoren sind jetzt nicht leichter zu kriegen“, so von Schorlemer angesichts einer wirtschaftlichen Gesamtlage, die durch die Corona-Krise zunehmend angespannter ist.

„Die Athleten müssen nun die Motivation für ein weiteres Jahr aufbringen“, so Maximilian Ulbrich. Der Wilzhofener Schütze verweist auch auf das psychologische Dilemma, in dem sich die Sportler befinden. Zum einen wurden sie kurz vor dem Saison- oder Karrierehöhepunkt wieder vom Gipfel geschickt, um im nächsten Jahr noch einmal den beschwerlichen Aufstieg auf sich zu nehmen.

Olympia: Für Florian Willkomm sind gesundheitliche Gründe entscheidend

„Für die Athleten ist das bedauerlich, aber aus gesundheitlichen Gründen stehe ich voll dazu“, sagt Florian Willkomm. Dem Abteilungsleiter der Weilheimer Basketballer entgehen in diesem Jahr zwar die Auftritte der Stars aus der NBA in Tokio, aber er kann sich zumindest sicher sein, dass es ohne das Fest der Jugend auch kein Festival der Viren gibt.

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