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ASV Antdorf vorzeitig gerettet, SV Raisting II in ganz großer Not

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Von: Paul Hopp

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Duell um den Klassenerhalt: Der ASV Antdorf (li., Nikola Spasic) hatte am Ende die Nase gegenüber dem SV Raisting II (re., Lukas Matz) vorn.
Duell um den Klassenerhalt: Der ASV Antdorf (li., Nikola Spasic) hatte am Ende die Nase gegenüber dem SV Raisting II (re., Lukas Matz) vorn. © Gisela Schregle

In der Kreisklasse 3 hatte der ASV Antdorf im Landkreisduell mit dem SV Raisting II Grund zur Freude. Während der ASV jubelte, muss der SVR in ein echtes „Abstiegsendspiel“.

Raisting – Fast ein wenig neidisch blickte Thomas Müller in Richtung der Gäste vom ASV Antdorf. Die hatten soeben vor ihrer Auswechselbank einen großen Kreis gebildet und schrien lautstark ihre Freude heraus. „Genau das wollte ich heute auf unserer Seite haben“, sagte der Trainer des SV Raisting II.

Die Stimmungslagen nach dem Duell in der Kreisklasse 3 am Sonntag zwischen dem gastgebenden SVR und dem ASV – sie lagen Welten auseinander. Während die Antdorfer nach dem 2:0 (2:0)-Auswärtssieg – und der parallelen Niederlage des 1. FC Garmisch-Partenkirchen II – den vorzeitigen Klassenerhalt bejubelten, herrschte bei der Raistinger zweiten Mannschaft Tristesse. Die Niederlage ließ den SVR auf einen Relegationsplatz zurückfallen. In einem regelrechten Endspiel am kommenden Wochenende gegen die SG Oberau/Farchant droht sogar der direkte Abstieg. So ein Finale „wollten wir absolut verhindern“, so Müller.

In Raistinger Drangphase hinein fällt das 0:2

Anders als die Woche davor, als die Raistinger gegen Uffing aus einem 0:2 in der Schlussviertelstunde einen 4:3-Sieg herausschossen, lief diesmal in der Offensive nur wenig zusammen. Antdorf, das erkannte Müller lobend an, „war hinten besser gestanden als Uffing“. Hinzu kam eine eklatante Schwäche in der Chancenverwertung. Augenfällig wurde das auch in den paar Minuten, in denen rückblickend die Partie entschieden wurde. Beim Stand von 0:1 aus SVR-Sicht kamen die Gastgeber zu einer Drangphase.

Lukas Matz scheiterte zweimal (24., 33.), Fernando Ernesto schoss in aussichtsreicher Position drüber (25.). Ganz bitter wurde es, als sich Antdorfs Torwart Michael Kölbl einen kapitalen Fehlpass leistete: Raistings Elias Stechele stand vor einem praktisch leeren Tor, schoss aber vorbei (35.). „Den Ausgleich, musst du machen“, stellte Müller klar. Und als wäre das nicht schon ärgerlich genug, unterlief auf der Gegenseite Verteidiger Vincent Werner ein Schnitzer, den Nikola Spasic zu einer Balleroberung, einem Gegenzug und dem 2:0 (37.) nutzte.

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Kassiert sein Team in dieser Phase das 1:1, „weiß ich nicht, wie das Spiel dann ausgeht“, sagte ASV-Coach Aleksandar Simic. Letztlich kam die Niederlage „durch zwei Kontertore“ zustande, sagte ein sichtlich enttäuschter Coach Müller. Der erste Antdorfer Treffer war wirklich sehenswert herausgespielt. Bei einem schnellen Gegenzug lief der Ball über drei Stationen, ehe der nach vorn gesprintete Alexander Michel auf der linken Außenbahn angespielt wurde. Seine Hereingabe verwertete Luca Buchner zum 1:0 (21.).

Antdorf verteidigt mit viel Leidenschaft

In der zweiten Hälfte hatte der SVR viel Ballbesitz, Zwingendes ergab sich kaum. „Wir haben keine Situationen in der Box bekommen“, monierte Müller. Die Antdorfer hatten, ihr Spiel auch darauf ausgelegt, „den Raum im Zentrum zu verdichten“, so Simic. Angesichts der Tabellensituation war für ihn klar: „Raisting muss unbedingt siegen.“ Entsprechend richtete er sein Team defensiver aus – und setzte auf Konter. Chancen ergaben sich in der zweiten Hälfte dazu einige, doch die spielten die Gäste nicht zu Ende. Simic konnte darüber hinwegsehen, weil „wir mit Leidenschaft alles wegverteidigt haben“. Raistings Stechele hätte nochmals für Spannung sorgen können, seine Riesenchance blieb ungenutz – aus kurzer Distanz ging der Ball vorbei (84.).

Bei den Antdorfern herrschte herrschte nach der Partie neben Freude vor allem Erleichterung. Der langzeitverletzte Markus Winkler sank nach dem Schlusspfiff geschafft auf den Rasen – so, als sei er 90 Minuten auf und ab gerannt. Eine „Saison mit Pleiten, Pech und Pannen“, so Trainer Simic, endete nun für den ASV versöhnlich. Aus den vergangenen vier Partien holte Antdorf neun Punkte. „Das ist ein Zeichen, dass die Mannschaft lebt und dass wir es uns auch verdient haben“, sagte Simic. Der Abstieg „wäre fatal gewesen“, betonte er. Seine Schützlinge „sind als Mannschaft zusammengewachsen“. So gelang auch der Sieg über den SVR. Simic ist „froh, dass wir kein Endspiel haben“. Ein Satz, den gestern sicher auch Raistings Trainer Thomas Müller zu gern gesagt hätte.

Statistik: Tore: 0:1 (21.) Buchner, 0:2 (37.) Spasic. Gelbe Karten: Raisting 0, Antdorf 1. Schiedsrichter: Yunis Widholz. Zuschauer: 50.

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