Die Trikotfarbe bleibt, das Vereinsemblem ändert sich: Fabian Hirschler (links) ist zu seinem Heimatverein Eglfing zurückgekehrt.
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Die Trikotfarbe bleibt, das Vereinsemblem ändert sich: Fabian Hirschler (links) ist zu seinem Heimatverein Eglfing zurückgekehrt.

Stürmer wollte spätestens mit 30 Jahren zurück zum Heimatverein

Torjäger Fabian Hirschler hält Versprechen und kehrt zum ASV Eglfing zurück

  • Andreas Mayr
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Fabian Hirschler hatte sich geschworen, spätestens mit 30 Jahren zu seinem Heimatverein ASV Eglfing zurückzukehren. Der Knipser hält sein Versprechen und verlässt den TSV Murnau.

Eglfing/Murnau – Trainer Tim Schmid bot an, sein Gehalt zu spenden. Die halbe Murnauer Mannschaft und der Abteilungsleiter redeten auf ihn ein. Doch Fabian Hirschler hat sich nicht umstimmen lassen. Vor Jahren hatte er sich geschworen, spätestens mit 30 Jahren zurück nach Eglfing zu seinem Heimatverein zu wechseln. Er hat das seinen besten Freunden versprochen, die ihre Samstage in Eglfing verbrachten, während Hirschler in Murnau spielte und feierte. „Ich stehe zu meinem Wort. Das ist eine Entscheidung, die ich vor Jahren getroffen habe“, betont der Stürmer.

Hirschler: Torjäger vom Dienst beim TSV Murnau

Tatsächlich bezirzten ihn die Kollegen bereits nach seinem ersten Jahr Kreisliga in Murnau 2016. Die besten Freunde hatten sich von Anfang gegen einen Wechsel zum TSV ausgesprochen. Doch Hirschler, der A-Klassen-Torjäger (32 Tore in zwei Jahren), suchte seine Grenzen. In Uffing, bei seiner ersten kleinen fußballerischen Emigration, hatte er sich nicht zurechtgefunden. Bei den Drachen in Murnau fand er hingegen eine angenehme Situation vor. Das Team suchte sehnsüchtig nach einem Stürmer. Den Dreikampf mit Philipp Mann und Nasis Polymeridis um den Stammplatz entschied Hirschler locker zu seinen Gunsten. Mit sieben Toren war er bester Schütze einer Murnauer Mannschaft, die insgesamt nur 35 Mal traf, aber dank der Defensiv-Taktik des damaligen Trainers Steffen Galm Achter wurde.

Im Jahr darauf stellte er mit 15 Treffern seinen Rekordwert in der Kreisliga auf. Sein Erfolg beim TSV habe „mehr mit Fleiß zu tun“, betont Hirschler. „Wenn ich zurückblicke, wie oft ich im Training war, war’s logisch, dass ich vorne dran bin.“ 

Hirschler: „Tut mir leid für Murnau“

Ein Kreuzbandriss warf ihn zwei Jahre zurück. Der Stürmer blieb in Murnau - auch weil sich die TSV-Kollegen um ihn bemühten und kümmerten. „Ohne Kreuzbandriss wäre ich voriges Jahr gegangen“, erklärt Hirschler. Er blieb, sah und traf. Elfmal in 13 Partien, siebenmal per Elfmeter. Eine bessere Quote hatte er selbst in Eglfing, in der A-Klasse damals, nicht.

Mit seiner Freundin und dem engeren Kreis besprach er im Frühjahr den Wechsel zurück nach Eglfing. Das war noch vor Corona. „Tut mir leid für Murnau“, sagt Hirschler. Sobald die Saison im September fortgesetzt wird, trägt er das ASV-Trikot. Seit ein paar Wochen trainiert er in Eglfing. Bei seinen ersten Einheiten fragten tatsächlich ein paar Spieler: „Wer ist das?“ Dennis Destek, der Trainer, pries ihn gleich so sehr, dass es Hirschler für „ein bisserl übertrieben“ hielt. Kaum einen Mitspieler kennt der Stürmer persönlich. Aus der Gruppe seiner Spezln ist nur noch Matthias Heringer aktiv.

Hirschler: „Auf 20 Tore sollte sich schon kommen“

Aber in Eglfing, einem Verein, der auf Kameradschaft fußt, wächst schnell zusammen, was sich noch nicht kennt. Seine Freundin möchte er schnellstmöglich in das Umfeld integrieren. Zudem reizt Hirschler die sportliche Lage mehr als die Umbrucharbeiten, die beim TSV anstehen. Einen „guten Mix aus Alt und Jung“ erkennt er beim ASV. „Da ist was möglich. Das ist ein geiles Team mit einem spannenden Trainer, der mir imponiert.“

Ob der Kader für die Kreisliga reicht, könne er nicht sagen. Zunächst müssen die Eglfinger den Abstieg aus der Kreisklasse abwenden. Dann wird weiter geplant. Hirschler steht auch vor einer persönlichen Herausforderung, die er jahrelang nicht gewohnt war. Er hat sich seinen Stammplatz zu erarbeiten. „Ich schnippe nicht einfach und hab’ den Platz“, betont er. Ungeachtet dessen setzt er sich ein Ziel: Auf 20 Tore „sollte ich schon kommen – wenn alles läuft, wie ich mir das vorstelle“.

Hirschler wohnt und arbeitet in München. Zum Training hat er stets die Murnauer Felix Schürgers, Julian Büth und Benedikt Zwerger mitgenommen. Die Fahrgemeinschaft hat einen Kompromiss gefunden: Hirschler kutschiert sie trotzdem weiter. Und auch Tim Schmid darf sein Geld behalten. War ohnehin nur ein Spaß für einen der größten Spaßvögel des Landkreis-Fußballs. 

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