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Gänsehaut pur und eine Bronzemedaille

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Von: Paul Hopp

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Erfolgreich in der Schwimmhalle: Ulrich Ahammer aus Polling gewann bei der WM der Transplantierten im 100-Meter-Rückenschwimmen die Bronzemedaille. Die Wettkämpfe fanden zum ersten Mal in Südamerika statt. foto: privat
Erfolgreich in der Schwimmhalle: Ulrich Ahammer aus Polling gewann bei der WM der Transplantierten im 100-Meter-Rückenschwimmen die Bronzemedaille. Die Wettkämpfe fanden zum ersten Mal in Südamerika statt. © Privat

Polling - Ulrich Ahammer erlebt in Argentinien mit dem deutschen Team besondere Wettkämpfe. Er holte bei den Weltspielen der Transplantierten Bronze.

Sport, das ist für Ulrich Ahammer weit mehr als bloße Platzierungen und Medaillen. Für den 55-jährigen Pollinger dient die Bewegung und auch die Begegnung mit anderen Athleten dazu, immer wieder neue Kraft zu schöpfen. Als jemand, der schon zweimal eine Niere transplantiert bekam (wir berichteten), hat es Ahammer deutlich schwerer als gewöhnliche Menschen. Die Teilnahme an den jüngsten Weltspielen der Transplantierten war für den Pollinger wieder „sehr motivierend“, wie er sagt. Und das nicht nur, weil er mit einer Bronzemedaille heimkehrte.

Die Wettkämpfe gingen in diesem Jahr im argentinischen Seebad Mar del Plata über die Bühne. „In Erinnerung wird mir sicherlich der Einzug der deutschen Mannschaft bleiben“, berichtet der Bankangestellte. Da Deutschland im Spanischen „Alemania“ heißt, durfte die Equipe als erste in die große Halle einziehen, in der die Eröffnung stattfand. Die Fahne trug die jüngste deutsche Teilnehmerin, Marina Piske (12). Am ergreifendsten war für Ahammer die Teilnahme eines vierjährigen Mädchens aus Kanada, das am 25-Meter-Lauf teilnahm – und das zwei Jahre nach ihrer Herztransplantation. „Das war Gänsehaut-Gefühl pur“, berichtet der Pollinger.

Obwohl im Vorfeld der Spiele die Organisation „nur sehr ruckelnd und holprig verlaufen war“, wie es auf der Homepage des deutschen Transdia-Verbandes heißt, lief insgesamt alles gut. „Begeistert hat die Flexibilität“, sagt Ahammer. Auch wenn teilweise am Tag zuvor noch nicht feststand, wie es weitergeht, „so war dann doch – zur Überraschung von uns Mitteleuropäern – alles nahezu perfekt organisiert“, so der Pollinger. Für Ahammer, der zugleich als Sportwart fungierte, erforderten die schnellen Entscheidungen der Gastgeber allerdings auch „ein erhöhtes Improvisationstalent“.

Für das deutsche Team verliefen die Wettkämpfe höchst erfolgreich. Mit 25 Sportlern gehörten die Deutschen zu den kleinsten Teams, belegten unter 44 Nationen aber den siebten Platz. Die aus München stammende Simone Bauer holte fünf Goldmedaillen im Schwimmen und schaffte zudem zwei Weltrekorde. Von einer Jury wurde sie zur besten Sportlerin der Wettkämpfe gewählt.

Ahammer gewann im Schwimmen über die 100 Meter Rücken in 2:33,63 Minuten in seiner Klasse Bronze – und war damit „sehr zufrieden“. In den Laufwettbewerben, denen er ansonsten den Vorzug gibt, schied er jeweils im Vorlauf aus. Das war keine Überraschung: Aufgrund der Hitze während des Sommers „hatte ich Schwimmen im Training deutlich bevorzugt“. Bei den Weltspielen neben dem Iren Peter Heffernan (Gold) und dem Amerikaner Jack Eigel (Silber) auf dem Podest zu stehen, „war ein überragendes Gefühl und gibt einem neue Kraft, alle Dinge möglichst gut zu meistern“. 

Weitere Infos zum Transplantierten-Sport in Deutschland gibt es unter www.transdiaev.de.

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