Top-Team SG Huglfing: Franz Keller (2.v.l.), Hermann Plötz (3.v.l.) und Franz Freisl (2.v.r.) holten zusammen in Dortmund die Goldmedaille. Foto: privat 25-Stunden-Triphin und zurück

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Auflage-DM: Hermann Plötz wird für sein Risiko belohnt

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Da haben die Auflage-Schützen aus dem Gau Weilheim ja ganz schon abgeräumt: Bei der Luftgewehr-DM in Dortmund gab es für sie zweimal Gold. Hermann Plötz gelang ein nahezu unmöglicher Endspurt.

Landkreis – Da stand Hermann Plötz nach seinem 28. Schuss nun da und dachte sich: „Was machst du jetzt nur?“ Objektiv hatte der Sportschütze aus Weilheim nichts falsch gemacht. Er hatte mit dem Luftgewehr alles genau so gemacht wie zuvor auch – nur stand da eine für ihn mäßige 9,9 links oben zu Buche. Lag’s am Gewehr, der Visierung, seinen Augen oder gar am elektronischen Schießstand? Mit großem Rätselraten konnte sich Plötz nicht aufhalten, zwei Schüsse waren ja noch zu absolvieren. Beim 29. Schuss „bin ich totales Risiko gegangen“, berichtete er. Er hielt nach rechts tief und schoss eine phänomenale 10,9. Und mit dem 30. Schuss gelang ihm noch eine 10,9. Zweimal in Serie einen derartigen Top-Schuss – „so etwas geht normal gar nicht“, wunderte sich Plötz. „Es war wahnsinnig viel Glück dabei.“ Doch Glück hat auch nur der Tüchtige.

Auflage-DM: 1700 Teilnehmer aus Deutschland in Dortmund

Der furiose Endspurt bescherte ihm bei der deutschen Meisterschaft der Luftgewehr-Auflageschützen in Dortmund ein Ergebnis von 318,4 Ringen, womit er bei den Senioren II (61 bis 65 Jahre) souverän die Einzel-Goldmedaille holte. Die Differenz zum Zweitplatzierten, Manfred Giebler (Rheinland), betrug 1,2 Ringe. „Das ist schon ein gewisser Abstand“, sagte Plötz. In allen anderen Altersklassen kam nur ein Athlet auf ein besseres Gesamtergebnis als der Weilheimer, der bei diesen Titelkämpfen für die SG Huglfing antrat. Da auch seine Kollegen, Franz Freisl (316,2/8. Platz) und Franz Keller (315,5/10. Platz), im Einzel auftrumpften, stand Plötz auch in der Mannschaftswertung ganz oben auf dem Podest.

Auflage-DM: Plötz siegt mit 318,4 Ringen im Einzel 

Mit insgesamt 950,1 Ringen ließ das SG-Huglfing-Trio die Verfolger SV Untertheres (945,2) aus Bayern und Höhscheider SV (945,1) aus dem Rheinland weit hinter sich. Der Titelgewinn in der Teamwertung war „etwas Besonderes“, erklärte Plötz. Denn im kommenden Jahr wechselt Freisl in die nächsthöhere Altersklasse, in dieser Besetzung wird die Truppe so also fürs Erste nicht mehr antreten. Plötz selbst hatte vor zwei Jahren schon einmal den DM-Titel im Auflageschießen geholt, 2018 wurde er nicht zuletzt dafür zum „Sportler des Jahres“ in Weilheim gekürt.

Auflage-DM: SG Huglfing landet ganz besonderen Team-Sieg

Mit allzu großen Erwartungen war Plötz, obgleich er heuer bei der bayerischen Meisterschaft auch schon Gold gewonnen hatte (318,5 Ringe), nicht nach Dortmund gereist. „Ich wollte für mich ein gutes Ergebnis erreichen. Was andere machen, kann ich ohnehin nicht beeinflussen.“ Mit dieser Einstellung fuhr er in den vergangenen Jahren schon recht gut – und auch diesmal klappte es. Auch bei der weiten Anreise setzte der Sportleiter der FSG Weilheim auf ein bewährtes Konzept: Anders als seine Kollegen aus dem Gau verzichtete Plötz auf eine Übernachtung. Er fuhr in der Nacht los (der Sohn war die meiste Zeit am Steuer), kam um halb acht Uhr in Dortmund an, absolvierte seinen Wettkampf und fuhr nach der Siegerehrung direkt wieder heim. Da Plötz in der dritten Startgruppe an der Reihe war, konnte er die Kollegen Freisl und Keller in den ersten beiden Gruppe beobachten. Da deren Ergebnisse beachtlich waren, war Plötz klar, „dass wir, wenn ich halbwegs gut schieße, als Team aufs Podest kommen“.

Insgesamt hatten sich 15 Frauen und Männer aus dem Gau für die Auflage-Wettbewerbe in Dortmund mit rund 1700 Teilnehmern qualifiziert. Neben Plötz, Freisl und Keller zeigten auch zwei Frauen „starke Leistungen“, wie der 3. Gauschützenmeister Stefan Gehm zufrieden mitteilte. In der Altersgruppe III (66 bis 70 Jahre) belegte Monika Witte (SG Huglfing) mit 314,9 Ringen den 14. Platz unter 132 Starterinnen. Beatrix Augsberger (Alt-Bernried Bernried) legte mit 313,4 Ringen und Platz 28 ebenfalls ein starkes Ergebnis hin.

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