Die Plackerei hat sich gelohnt: Moritz Hagenmeyer (rechts) und sein Skipper Philipp Wrobel erreichten bei der WM an der polnischen Ostseeküste in ihrer Altersklasse einen hervorragenden siebten Rang.
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Die Plackerei hat sich gelohnt: Moritz Hagenmeyer (rechts) und sein Skipper Philipp Wrobel erreichten bei der WM an der polnischen Ostseeküste in ihrer Altersklasse einen hervorragenden siebten Rang.

SEGELN

Glücksgefühle in Gdynia

  • VonChristian Heinrich
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Moritz Hagenmeyer aus dem „Diessner Segel-Club“ liebt das Revier in Gdynia an der polnischen Ostseeküste. Gemeinsam mit Philipp Wrobel schaffte er nun im 49er bei der Junioren-Wm ein Top-Ergebnis.

Dießen – Es dauerte nicht lange, da stellte sich bei Moritz Hagenmeyer wieder das gewohnte Gdynia-Gefühl ein. Der Vorschoter aus dem „Diessner Segel-Club“ liebt das Revier an der polnischen Ostseeküste, seit er 2018 das erste Mal dort aufgeschlagen war. Vor zwei Jahren belegte der Abiturient bei der Weltmeisterschaft der 29er sogar einen starken elften Platz. Deshalb kam es für ihn und seinen Steuermann Philipp Wrobel (Segler-Verein Staad) einer glücklichen Fügung gleich, dass nach ihrem Wechsel in den 49er die Junioren-WM wieder in Gdynia (deutsch: Gdingen) stattfand.

„Jeden Tag kommt der Wind aus einer anderen Richtung“, berichtet Hagenmeyer. Der 18-Jährige schätzt die Eigentümlichkeiten des Reviers, an denen schon so mancher Segler verzweifelt ist. Er selbst fühlt sich durch die wechselnden Bedingungen erst so richtig herausgefordert, was sich am Ende auch an der Platzierung der Crew widerspiegelte. Nach insgesamt 15 Rennen landete das Team an 20. Stelle, was in der U21-Wertung Rang sieben gleichkam. Mit dieser Ausbeute erfüllten sie als einziges Team die Kriterien für den Bundeskader des Deutschen Segler-Verbands (DSV), der einen Platz unter den besten Acht bei der WM zur Bedingung gemacht hatte.

Wrobel/Hagenmeyer arbeiten sich bis in die Gold Fleet

Wrobel/Hagenmeyer befanden sich gegenüber zahlreichen europäischen Konkurrenten zwar im Nachteil, die trotz der Pandemie in ihren Heimatländern ohne Einschränkungen weiter trainieren konnten, aber insgesamt drei Wochen verschärfte Vorbereitung in Kiel und später in Polen reichten der Crew, um halbwegs mit den Rivalen gleichzuziehen. Auch der Fakt, dass die beiden Süddeutschen nicht gerade zu den Schwergewichten der Branche zählen, wirkte sich in den neun Rennen der Qualifikation nicht aus, weil der Wind noch moderat blies. Und so arbeitete sich die Mannschaft mit zahlreichen Top-Ten-Ergebnissen (10/6/6/10/5/9) bis in die Gold Fleet der besten 25 Teams vor, was auch das erklärte Ziel des Dießener Duos war.

Als mit dem Beginn der Finalserie eine steife Brise über die Ostsee pfiff, gerieten Wrobel und Hagenmeyer in Turbulenzen. Gleich bei der ersten Wettfahrt kenterten sie zweimal. Außerdem machte ihnen später eine große und steile Welle das Leben schwer. Hatten sie in der Qualifikation bis auf die Ränge 16 und 18 hohe Ergebnisse vermieden, mussten sie nun so manches Resultat schlucken, das ihre Aussichten für den Bundeskader infrage stellte (21/19/19/17). Es war aber auch ein neunter Platz darunter, der die eigene Bilanz wieder aufpolierte und der Crew demonstrierte, dass sie sehr wohl mit den Besten konkurrieren kann.

„Es war spannend, bei diesen Verhältnissen zu segeln“, sagte Hagenmeyer und freute sich vor allem über die neuen Erfahrungswerte, die er und sein Skipper sammeln konnten. In Zukunft genießen sie bei ihren Regatten als Mitglieder des Bundeskaders einen besonderen Stellenwert. Sie bekommen vom DSV einen Trainer gestellt, können ihre Ausgaben über den Verband abrechnen und erhalten auch ein Tagesgeld für Kost und Logis. Gdynia hat sich voll ausgezahlt.

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