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Eine Szene kurz nach dem Start - da lagen die Läufer noch alle eng beieinander.

1. Gögerltraillauf

Brennauer holt sich mit einem Lächeln den Sieg

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Bestes Wetter, knapp 150 Starter, starke Leistungen: Der „1. Gögerltraillauf“ des Post SV Weilheim war ein Erfolg. Die Top-Zeit lief Markus Brennauer.

Weilheim - Auf den 76 Stufen von der Schrebergartenanlage rauf zum oberen Gögerl-Parkplatz kommt schon so mancher Spaziergänger ordentlich ins Schnaufen. Am Ende eines 13-Kilometer-Traillaufs mit 300 Höhenmetern ist der Anstieg noch einmal eine echte Gemeinheit – die Markus Brennauer mit einem Lächeln hinter sich bringt. Lockeren Schrittes eilt er nach oben zum Zielstrich, anerkennender Applaus Dutzender Zuschauer begleitet ihn. Mit der Zeit von 47:15 Minuten feiert der Penzberger einen überlegenen Sieg. 

Nach gut zweieinhalb Kilometern hatte sich der Favorit schon vom Rest des Feldes abgesetzt. „Ich habe nie gewusst, wie viel Vorsprung ich tatsächlich hatte“, so der 39-Jährige. „Ich habe einfach meinen Stiefel durchgezogen.“ Brennauers Beine „waren nicht wirklich frisch“, sagte der Penzberger. Der gestrige Traillauf rund ums Gögerl bildete die letzte Einheit von drei harten Trainingswochen mit je 150 Kilometern. Dabei standen auch Läufe mit vielen Höhenmetern an – Brennauers großes Ziel ist heuer die Teilnahme an der Langstrecken-WM im Berglauf im November in Argentinien. Nach seinem Sieg beim Gögerltrail ging der Penzberger schnell zum Auto, um sich andere Schuhe anzuziehen. Danach lief er zum Training die Strecke gleich noch einmal.

Auch das ist interessant: Ein ganz besonderer Sieg

Für den Kurs bekam das Veranstalter-Team, der Post SV Weilheim um Rennchef Lothar Kirsch, von allen Seiten Lob. „Die Strecke ist mega“, sagte der Gesamtzweite, Sebastian Kraus (Scott Running Team). Der Münchener (25) hatte über Bekannte von dem Wettbewerb erfahren – als Saison-Einstand kam er ihm gerade recht. Mit seiner Leistung (47:47) war Kraus, der vor allem Trail-Rennen bis 65 Kilometer absolviert, zufrieden. Im Ziel konnte er sich mit seiner Teamkollegin, Carola Dörries, freuen, die als erste Frau die Ziellinie überquerte. In dieser Saison möchte sich die Allrounderin vornehmlich auf Trailläufe konzentrieren. Als „traumhaft und kurzweilig“ bezeichnete die Münchenerin den Kurs, den sie in 55:59 Minuten absolvierte. „Ich war zuletzt lange krank, daher bin ich vorsichtig angegangen“, sagte die 26-Jährige. 

Gögerltraillauf: Die Bilder zum Rennen

Knapp 150 Anmeldungen hatten die Veranstalter bis kurz vor dem Startschuss verzeichnet. „Super-zufrieden“, sei er damit, sagte Kirsch. „Die Leute sind gut drauf. Das ist einfach toll.“ In der Tat herrschte vor dem Start eine lockere Atmosphäre auf dem Göger-Sportplatz. Dazu trug wohl auch der schlicht gehaltene Anmeldebereich bei. An einem Biertisch wurde die Startnummernausgabe erledigt, unter einem Pavillon wurden Laufschuhe präsentiert. Auf lautstarke Musik verzichteten die Veranstalter. Läufe in kleinerem Rahmen tun sich da eben leichter als Großveranstaltungen, die auch etwas fürs breite Publikum bieten müssen.

Auch das ist interessant: Taktik der Langsamkeit zahlt sich aus

Im Läuferfeld tummelten sich zahlreiche bekannte Athleten aus der Region. Auch der Chef der Weilheimer TSV-Leichtathleten, Michael Horstmann, ging auf die Strecke. „Ich möchte so einen Wettkampf mal von der anderen Seite erleben“, sagte er mit einem Lächeln. Am 1. Mai richtet der TSV die 84. Auflage des Aulaufs aus, mit Horstmann als Organisator. Mit 1:10:07 Stunden schaffte der 63-Jährige gestern eine gute Zeit. Gar unter die Top Ten lief Florian Probst (Jg. 1981), der sich als Ultra-Bergläufer für gewöhnlich auf ganz anderem Terrain bewegt. Mit 51:45 Minuten belegte der Raistinger den achten Platz. „Ich bin froh, so durchgekommen zu sein, und bin ganz zufrieden“, sagte er. Die Topläufer seien ihm auf den kurzen Distanzen zu schnell. Auch Probst lobte die Strecke – und fügte augenzwinkernd hinzu: „Es hätte gern ein bisserl steiler sein und den ganzen Tag dauern dürfen.“ Die Strecke von Raisting zum Gögerl und wieder zurück absolvierte Probst auch zu Fuß – ein Ultraläufer eben. 

Unmittelbar vor Probst landeten in der Ergebnisliste Martin Müller (TSV Weilheim/50:00), Josef Streicher (TSV Peißenberg/50:18) und der Peitinger Christian Scholz (50:59). Der Rottenbucher Peter Vogt (Schönegger Käse Alm/52:16) und Franz Engel (Post SV Weilheim/52:36) schafften es ebenfalls in die Top Ten. Bei den Frauen war Sabine Nagel (Volllast Tri-Team Schongau/58:29) als Zweite die beste Landkreis-Athletin. Die Ergebnisliste finden Sie hier.

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