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Erinnerung: Miriam Reindl als Siebenjährige.
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Sportliches Programm: Miriam Reindl bei einem ihrer fünf Rennen, das sie bei der Masters-WM in Gwangju absolvierte.
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Sightseeing: Miriam Reindl und Freundin Kerstin Uhl im Seouler Busan-Tower.
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Gute Bilanz: Miriam Reindl mit ihrer Ehrenmedaille und den Maskottchen.
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Wiedersehen: Miriam Reindl mit ihrem ehemaligen Waisenhaus-Betreuer.

Schwimmen: Masters-WM

Miriam Reindls (Sport-)Reise in die eigene Vergangenheit

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Seit Jahren nimmt Schwimmerin Miriam Reindl an Masters-Weltmeisterschaften teil. Die Reise ins südkoreanische Gwangju war für die Pollingerin jedoch eine ganz spezielle, denn sie führte in ihre eigene Vergangenheit.

Polling/Gwangju – Ihre sportlichen Ziele hatte Miriam Reindl alle erreicht. Die fünf Starts bei der Schwimm-WM in Gwangju hatte die Pollingerin absolviert, dabei teilweise beachtliche Ergebnisse abgeliefert und ihre Ehrenmedaille bekommen. Entsprechend zufrieden war die gebürtige Südkoreanerin. Der wirkliche Hauptgewinn kam aber erst – und Reindl wurde davon völlig überrascht.

Die 52-Jährige schaffte es mit Hilfe von Reiseleiterin Irene Jang, dem Waisenhaus Sungrowon in Seoul, in dem Reindl von 1969 bis 1974 (vor ihrem Transfer nach Deutschland) lebte, einen Besuch abstatten zu können. Dort kam es zu einem Wiedersehen mit Herrn Kim, ihrem damaligen Betreuer. Ein Erlebnis, mit dem Reindl nie gerechnet hatte. Er konnte sich an seinen Schützling von damals noch erinnern und hatte sogar ihre alte Akte parat, aus der Reindl diverse ihr noch unbekannte Fakten erfuhr. „Dass das alles so geklappt hat – ich war begeistert“, sagte Reindl. Als kleines Dankeschön übergab Reindl der Einrichtung eine Spende und vermachte den Kindern auch ihr Rollpiano, das sie immer auf Reisen dabei hat.

Miriam Reindl: Treffen mit ehemaligem Waisenhaus-Betreuer 

Über Reindls Rückkehr in die eigentliche Heimat berichteten mehrere Tageszeitungen, und auch das Fernsehen griff die Geschichte auf. Von dem ganzen Auftrieb „war Miriam überwältigt“, berichtete Kerstin Uhl, eine gute Freundin Reindls, die die Athletin auf der für sie doch emotional bewegenden Südkorea-Reise begleitete.

Touristisch ist Südkorea für Europäer durchaus eine Herausforderung. „Mit Englisch kommt man wirklich nur in großen Hotels weiter“, so Uhls Erfahrung. Beeindruckend seien die Sauberkeit in den Städten und die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Koreaner. „Natur, Architektur und Kultur sind spektakulär.“

Miriam Reindl: Fünfmal bei Masters-WM am Start 

Ein Spektakel waren auch die Schwimm-Wettkämpfe der Senioren, an denen über 10.000 Menschen (Athleten, Offizielle, Helfer) beteiligt waren. Reindl startete auf fünf Strecken. Erstmals in einem Wettkampf absolvierte sie die 800 Meter Freistil. Mit der Zeit von 14:23,93 Minuten landete sie in der Altersklasse „50-54“ auf dem 28. Platz unter 35 Starterinnen aus 17 Nationen. Gold holte sich Ex-Nationalmannschaftsmitglied Claudia Thielemann (SV Bayer Wuppertal) in 9:52,39 Minuten. Die 50 Meter Freistil (35,89/31. Platz) absolvierte Reindl in einer für sie guten Zeit. Weniger zufrieden war die Pollingerin, die für den TSV Weilheim antritt, mit ihrer Leistung über die 200 Meter Brust (3:50,84/14. Platz); dort hatte sie sich die Kräfte ungünstig eingeteilt.

Miriam Reindl: Glücklich über das Ergebnis über 50 Meter Brust

Absolut glücklich war Reindl hingegen mit dem Ergebnis über die 50 Meter Brust: Mit 44,33 Sekunden (13. Platz) war sie beim Sieg der Japanerin Tomomi Miyazono (38,23) fünftbeste Europäerin im Feld der 32 Starterinnen. Etwas unglücklich verlief für sie das Rennen über die 100 Meter Brust: Dort wurde Reindl wegen eines Frühstarts disqualifiziert, Allerdings war unmittelbar davor ein Presseempfang durch die FINA mit Gwangjus Bürgermeister, Lee Yong-sup. Mit dem Rennen beschäftigte sich die Athletin daher kaum. Der kleine Fauxpas konnte den positiven Gesamteindruck freilich nicht stören.

Miriam Reindl: Rückkehr in südkoreanische Heimat

Miriam Reindl ist dankbar dafür, dass sie über den Sport nun die Möglichkeit hatte, ihr Heimatland kennenzulernen. Ausdrücklich bedankte sich die TSV-Athletin bei allen Unterstützern, Sponsoren und Freunden – und auch ihrem Arbeitgeber, dem Unternehmen „Sirch“, der ihr eine sechswöchige Freistellung ermöglichte. Neben vielen Erinnerungen hat sie auch etwas original Südkoreanisches mitgebracht: einen Hanbok; das traditionelle Frauengewand, das sie von einer koreanischen Gönnerin geschenkt bekam.

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