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Ein Pickel auf der Haut und seine besonderen Folgen

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Von: Paul Hopp

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Thomas Kramer (unten, im blauen Trikot/Archivfoto) durfte aufgrund eines Kampfrichterentscheids nicht antreten.
Sein Krafteinsatz fehlte den Penzbergern: Thomas Kramer (unten, im blauen Trikot) durfte aufgrund eines Kampfrichterentscheids nicht antreten. © AC Penzberg

Die Ringer des AC Penzberg haben zum Start der Landesliga verloren. Einer ihrer leistungsträger, Thomas Kramer, musste dabei zuschauen. Und das aus einem Grund, der bei den Penzbergern für Unverständnis sorgte.

Penzberg – Die Nahaufnahme einer Hautirritation – das ist das einzige Foto, welches der AC Penzberg auf seinem Facebook-Account zum Auswärtskampf gegen den SC Isaria Unterföhring postete. Das Bild soll dokumentieren, dass einer der Leistungsträger, Thomas Kramer, wegen einer Nichtigkeit (laut dem AC ein Pickel) beim Landesliga-Auftakt nicht antreten durfte.

Die Entscheidung von Kampfrichter Max Pielmeier war aus Penzberger Sicht gleichsam bitter wie ärgerlich: Denn Kramer, laut dem 2. Vorsitzenden Bernd Dürr „einer der großen Punktesammler des AC“, war gegen die Unterföhringer zweimal aufgestellt. Da er nicht auf die Matte durfte, war klar, dass die Penzberger kampflos acht Punkte würden abgeben mussten. Das hatte letztlich auch Auswirkungen – mit 20:33 verlor der Athletenclub beim alten Rivalen.

Eigentlich waren die Penzberger „voller Euphorie und Tatendrang“ nach Unterföhring gereist, so 2. Vorsitzender Bernd Dürr. Immerhin hat die Corona-Pandemie die Ringer im Freistaat besonders gebeutelt. So war es knapp zwei Jahre her, seit die Penzberger letztmals zu einem Mannschaftskampf angetreten waren. Die Vorfreude war nach dem Vorfall beim Wiegen allerdings schnell verfolgen. Nicht unerwähnt ließen die Penzberger den Umstand, dass auch ein Unterföhringer „wegen einer kleinen Blessur am Kopf“ nicht ringen durfte. In den internationalen Ringkampfregeln heißt es unter anderem: „Die Ringer müssen sich in einem einwandfreien körperlichen Zustand befinden und sehr kurz geschnittene Fingernägel haben.“ Auf Gäste-Seite „war man sich nach Kampfende sicher, dass das Ergebnis mit einem anderen Kampfrichter anders ausgeschaut hätte“, so der AC in einer Mitteilung.

AC Penzberg verliert zum Landesliga-Start mit 20:33

Im ersten Abschnitt mit sieben Duellen sorgte Mustafa Karaismailoglu (57 Kilo/Freistil) mit einem Schultersieg für eine 4:0-Führung. Durch Thomas Kramers Ausschluss gingen danach vier Punkte kampflos an den SCI. Benedikt Gattinger (61 Kilo/Griechisch-Römisch) agierte „etwas zu passiv“, was den Gastgebern drei weitere Punkte bescherte. Die starke Leistung von Fabian Probst (98 Kilo) blieb unbelohnt, er musste vier Zähler abgeben. Zadran Zarali (66 Kilo/FS) bekam dagegen kampflos vier Punkte, da sein Gegner nicht auf die Matte durfte. AC-Coach Clemens Seidler (86 Kilo/FS) legte seinen Kontrahenten auf die Schultern. Danach wurde Martin Welk (75 Kilo/GR) eine Unachtsamkeit zum Verhängnis – er verlor auf Schultern. Zur Halbzeit der Begegnung lag Penzberg mit 12:15 zurück.

3G-Regel beim AC Penzberg

Anders als zunächst angeordnet, gilt bei den Heimkämpfen des AC Penzberg in der Turnhalle keine Zuschauerbegrenzung. Allerdings ist die 3G-Regel einzuhalten. Dabei werden laut Verein nur PCR-Tests (maximal 48 Stunden alt) sowie Antigen-Schnelltests (maximal 24 Stunden alt) akzeptiert. Die Kontaktdaten aller Anwesenden werden erfasst (analog, Luca-App, Corona-Warn-App). Die Fans sollten eine gewisse Wartezeit am Eingang einkalkulieren. Eintrittskarten können weiterhin per E-Mail (ticket@ac-penzberg.de) oder telefonisch (0162/3399774) geordert werden. Die Bezahlung erfolgt an der Abendkasse. Es gibt auch Karten an der Abendkasse sowie für solche, die nicht kommen können, einen kostenlosen Live-Stream (Spenden erbeten).

Im zweiten Abschnitt konnte Karaismailoglu (57 Kilo/GR) seine Leistung vom ersten Kampf nicht wiederholen. Er wurde geschultert. Wegen Kramers Aus gingen im Schwergewicht erneut vier Punkte an Unterföhring. Gattinger (61 Kilo/FS) hielt nun besser mit seinem Gegner mit, er musste dennoch zwei Punkte abgeben. Seidler (98 Kilo/FS) untermauerte seine Ausnahmestellung im Penzberger Team mit einem Sieg aufgrund technischer Überlegenheit. Penzberg lang mit neun Punkten zurück (16:25). Zarali (66 Kilo/GR) hatte nun einen Gegner, allerdings schulterte der ihn in kürzester Zeit. Damit war der Kampf insgesamt entschieden. Alex Horst (86 Kilo/GR) sorgte mit einem Schultersieg für Freude auf Penzberger Seite. Daniel Horst (75 Kilo/FS) geriet hingegen in eine Beinschraube des Gegners, aus der er sich nicht befreien konnte. Weitere vier Punkte gingen an den SCI. Das 33:20 bezeichneten die Gastgeber als „unerwartet klar“.

Die Penzberger hoffen nun im ersten Heimkampf am Samstag, 11. September, 19.30 Uhr, auf einen Sieg. Gegner ist der ATSV Kehlheim – ein für die „Bayrisch Felser“ unbeschriebenes Blatt. Vor der ersten Garnitur sind um 18 Uhr die Penzberger Schüler (gegen SCI Unterföhring) in der Bezirksliga an der Reihe.

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