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SG Wilzhofen  macht das halbe Dutzend voll

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Wo sie sind, ist oben: Die Luftgewehrschützen der SG Wilzhofen (v. li. Raphael Schwarz, Tabea Heinrich, Anton Bauer, Katharina Förstle, Dieter Protz) holen seit mehreren Jahren stets den Meistertitel – egal in welcher Liga. © Ruder

Das Luftgewehrteam  der SG Wilzhofen  schafft den sechsten Aufstieg in Folge. Künftig schießt es in der Oberbayernliga.

Wilzhofen Als Alois Ulbrich seine Mannschaft im vergangenen Herbst musterte, ahnte er, was die Saison in der Bezirksoberliga Südwest bringen würde. Allerdings behielt der Schützenmeister der SG Wilzhofen seine Prognose für sich. Ulbrichs Ansicht nach hatten seine Luftgewehrschützen durchaus das Zeug dazu, um den Titel mitzuschießen. „Ich habe es ihnen zugetraut, aber ich habe es ihnen nicht gesagt“, verriet er jetzt, nachdem sie die Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht haben.

Zum sechsten Mal in Serie schließt die Schützengesellschaft eine Saison als Erster ab, und zum sechsten Mal in Folge steigt sie in die nächsthöhere Klasse auf. In der kommenden Runde mischen die Unaufhaltsamen in der Oberbayernliga mit. So viel Höhenluft hat bislang noch keine Mannschaft aus dem Schützengau Weilheim geschnuppert.

Den Ausschlag über die Versetzung in oberste Liga des Bezirks gab der direkte Vergleich mit dem Ersten der Bezirksoberliga Nordwest. Mit 1525,40 Ringen waren die Wilzhofener im Schnitt um fast drei Zähler besser als Willprechtszell. „Wir haben lange nicht gewusst, ob es reicht“, so Ulbrich, der von einer „heftigen Zitterpartie“ im Kampf um die Meisterschaft sprach. Sein Team hatte mit dem letzten Saisonsieg über Olching II die Basis gelegt, doch alles hing vom Aufeinandertreffen der beiden Verfolger Partenkirchen und Wildsteig ab. Aber es vergingen Tage, ehe das Ergebnis endlich im Internet gemeldet wurde. „Wir saßen wie auf Kohlen“, gab der Schützenmeister zu. Als das Resultat eintraf, war es ganz im Sinne seiner Mannschaft. Die Werdenfelser hatten Wildsteig geschlagen und Wilzhofen damit zum Meister gemacht.

Es war keine einfache Saison für den Aufsteiger, der sich erst einmal an den neuen Modus in der Bezirksoberliga gewöhnen musste. Fünf der zehn Vergleiche endeten mit einem 2:2-Unentschieden. Viermal gaben die mehr erzielten Ringe den Ausschlag zu Gunsten des Neulings. Und so standen in der gesamten Saison nur zwei Niederlagen zu Buche. Beide Male zogen die Wilzhofener dabei gegen Wildsteig den Kürzeren. Einmal nach 2:2-Gleichstand aufgrund der geringeren Ringzahl, einmal mit 1:3. Zum Lieblingsgegner avancierte ausgerechnet Vizemeister ZSG Partenkirchen, der gegen die SG-Youngster mit 0:4 und 1:3 das Nachsehen hatte.

Ihr ruhiger Finger am Abzug bescherte den Wilzhofenern zwei Bestmarken. Mit 1542 Ringen gegen Olching stellten sie im letzten Wettkampf das höchste Ergebnis in dieser Saison auf. Einen großen Beitrag dazu leistete Katharina Förstle, die in diesem Vergleich mit 396 Zählern für den individuellen Ligarekord sorgte. „Bei ihr ist es zum Schluss wieder besser gelaufen“, freute sich Ulbricht über die Steigerung seiner Nummer eins, die zwischenzeitlich ihr Gewehr umbaute und dadurch ihre gewohnte Sicherheit verlor. Mit einem Schnitt von 386,7 Ringen gehörte sie jedoch zu den Besten der Liga.

Nur drei Ringe hinter ihr lag Raphael Schwarz (383,7). „Wir wissen, dass er es drauf hat“, lobt Ulbrich – und er traut dem Abiturienten sogar noch mehr zu, wenn er erst einmal seinen Abschluss in der Tasche hat. Das Phänomen der Mannschaft bleibt weiter Tabea Heinrich, die ohne einen einzigen Trainingsschuss mit 382,4 zur drittstärksten Athletin im Team avancierte. „Sie tut definitiv nichts“, versicherte Ulbrich.

Eine ganze Menge hat dagegen Dieter Protz investiert. Am Ende der Runde beherrschte er sein neues Luftgewehr und lieferte Ergebnisse jenseits der 380 Ringe ab. Im Schnitt kam er auf 372,1 Zähler. Anton Bauer, der Protz in drei Wettkämpfen ersetzte, kam auf 373,6 Ringe. „Er muss noch ein bisschen zulegen“, so Ulbrich. Was er dem Serien-Aufsteiger kommende Saison in der Oberbayernliga zutraut, bleibt erst einmal sein Geheimnis.

Christian Heinrich

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