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Julia Rath kann es auch bergauf

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Von: Paul Hopp

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Harter Kampf: Julia Rath (vo.) am Hörnle auf den letzten Metern vor der Ziellinie.
Harter Kampf: Julia Rath (vo.) am Hörnle auf den letzten Metern vor der Ziellinie. © Rath/privat

Juli Rath ist als Mittelstrecklerin bekannt. Doch die Leichtathletin aus Penzberg kann auch Berglauf. Das hat sie bei der DM am Hörnle bewiesen. Von ihrem Ergebnis war sie allerdings absolut überrascht.

Bad Kohlgrub – Mit der Nachricht, die soeben auf ihrem Smartphone eingegangen war, konnte Julia Rath so gar nichts anfangen. Ihr Coach. BLV-Landestrainer Jörg Stäcker, hatte ihr ein „Gratuliere“ geschickt. Rath stutzte und rätselte: „Ich wusste gar nicht, für was.“ Die junge Penzbergerin wartete, zusammen mit den anderen Teilnehmern der deutschen Berglauf-DM, auf die Bekanntgabe der endgültigen Ergebnisse. Und die 17-Jährige – in der höheren U20-Klasse gestartet – wusste absolut nicht, an welcher Stelle sie eingelaufen war, wähnte sich irgendwo in den Top Ten.

Julia Rath ist überglücklich über DM-Silber

Zu unübersichtlich war das Wettkampfgeschehen beim Hörnlelauf, dem Schauplatz der DM, gewesen. Es war ja nicht nach Klassen gestartet worden, sondern alle Frauen gingen gemeinsam auf die anspruchsvolle Strecke über 7,03 Kilometer mit 639 Höhenmetern. Schließlich trudelte bei Rath eine weitere Nachricht von Stäcker ein. Online hatte er schon die Liste einsehen können – und da stand Rath in ihrer Klasse auf dem Silberplatz. Als die Penzbergerin das sah, überwältigten sie die Emotionen. „Ich habe mich so unglaublich gefreut. Ich war so extrem überrascht“, berichtete die Gymnasiastin, die ja eigentlich als Mittelstrecklerin bekannt ist. Auf der Bahn, vor allem über die 1500 Meter, ist sie eines der großen deutschen Talente. In Nürnberg besucht sie die Eliteschule des deutschen Sports, startet für den überregional bekannten LAC Quelle Fürth.

Überglücklich über ihre Medaille: Julia Rath nach der Siegerehrung vor dem Schauplatz des Laufs.
Überglücklich über ihre Medaille: Julia Rath nach der Siegerehrung vor dem Hörnle, dem Schauplatz des DM-Laufs. © Privat/Rath

Berge sind für Rath allerdings kein Neuland. In ihrer Freizeit nimmt die Penzbergerin oft die Gipfel rund um Bad Tölz und Walchensee ins Visier. „Sie liebt die Berge“, sagt Mutter Christine – und fügt lächelnd hinzu: „Sie hat einen zügigen Schritt.“ Dass sie heuer tatsächlich an der Berglauf-DM in Bad Kohlgrub teilnehmen könnte, kam ihr erst in den Sommerferien in den Sinn. „Ich habe es dann einfach mal mit dem Berg-Hochlaufen probiert“, sagt Julia Rath. Sozusagen die Generalprobe bildete der Gaißacher Berglauf (4,5 Kilometer/480 Höhenmeter), in normalen Zeiten Teil der „Raiffeisen Oberland Challenge“. Dort überzeugte die 17-Jährige als drittbeste Frau.

Julia Rath muss am Ende richtig kämpfen

Und weil Rath als ambitionierte Hochleistungssportlerin nichts dem Zufall überlässt, nahm sie im Vorfeld die Strecke am Hörnle in Augenschein. „Das war gut, dass ich das gemacht habe“, sagt sie. Denn der Kurs (vom Dorf geht es zunächst zur Talstation der Bergbahn, dann über den Forstweg in Richtung Hinteres Hörnle und schließlich zur Bergstation und Hütte) hat mit diversen steilen Rampen so seine Tücken. Im Wettkampf half Rath die Streckenkenntnis aber nur bedingt. „Ich bin viel zu schnell losgelaufen“, berichtet sie mit einem Schmunzeln. Ab etwa Kilometer 3,5 – auf dem Weg zum Hinteren Hörnle – „zieht es sich sehr steil. Das war extrem hart.“ Zwischendurch habe sie sogar kurz gehen müssen, so Rath. Wobei ein schneller Schritt von Top-Athleten nicht mit gewöhnlichem Bergwandern verwechselt werden darf.

Was ihre Position im Feld der 16 Läuferinnen umfassenden U20-Klasse anging, „habe ich nicht gewusst, wo ich liege“. Mit einem achten Platz hatte sie geliebäugelt, denn für den gab es immerhin noch eine Urkunde. Zum Schluss kämpfte die Penzbergerin nur noch darum, ihren Platz zu behaupten, niemanden mehr vorbei zu lassen. „Das habe ich ziemlich gut geschafft.“ Im Ziel war Rath einfach nur froh: „Ich habe alles gegeben.“ Ihre Laufzeit betrug 43:26 Minuten. Damit landete sie in der Gesamtwertung auf dem 17. Platz. In der U20-Klasse war nur eine Athletin schneller: die um zwei Jahre ältere Svenja Clemens (40:53) von der LG Odenwald, die Gesamtsiebte wurde.

Rath hat Gefallen am Berglauf gefunden und möchte ihn weiter fortführen. Das Laufen berghoch „hat auch einen guten Trainingseffekt“. Ab sofort stehen für die Mittelstrecklerin wieder Lehrgänge mit dem DLV-Bundeskader auf dem Programm. Zunächst reist die Penzbergerin zum Olympia-Stützpunkt nach Kienbaum. Anfang Oktober geht es in Richtung Berge, und zwar ins Höhentrainingslager ins Kühtai.

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