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Enges Rennen: Andreas Kölbl (re.) musste sich nur knapp Matthias Hofmann (l.) geschlagen geben
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Die nächste Bestmarke ist geschafft: Die 14-jährige Julia Rath (rechts) vom TSV Penzberg lief in Fürth die 1000 Meter in 3:07,32 Minuten.
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Raffieu Deen Johnson über die 30 Meter mit fliegendem Start.

Leichtathletik

Julia Rath locker zum bayerischen Rekord

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Julia Rath vom TSV Penzberg hat erneut für einen bayerischen Rekord gesorgt: In Fürth verbesserte die 14-Jährige die Bestmarke über 1000 Meter. 

Penzberg – Wer Julia Rath bei einem Wettkampf wie dem Crosslauf in Schaftlach oder dem Stadtlauf in Geretsried an sich vorbeiziehen sieht, der ist zunächst nicht beeindruckt. Die 14-Jährige fällt weder durch einen besonders spektakulären Laufstil noch durch große Gesten oder Jubelposen auf. Mit das Auffälligste an ihr ist das leuchtende orangefarbene Trikot ihres Vereins, des TSV Penzberg. Doch der Schein trügt, denn Julia Rath ist bei ihren Auftritten verdammt schnell. In ihrer Altersklasse gehört die Penzbergerin zur absoluten Spitze im Freistaat. Das bewies sie am Wochenende beim „Fürther Sprintcup“: Dort verbesserte Rath den bayerischen Hallenrekord über 1000 Meter um drei Sekunden auf 3:07,32 Minuten. Und wie eigentlich immer bei ihren Auftritten wirkte sie nicht einmal sonderlich angestrengt.

„Es war eigentlich ganz locker“, so lautete ihr erstes Fazit nach dem Zieldurchlauf. Freudestrahlend und kaum außer Atem stand Rath nach ihrem Rekordlauf im Ziel der Fürther Leichtathletikhalle. Vor dem Start war sich die Penzbergerin gar nicht sicher gewesen, ob sie den Rekord von Barbara Plötz (3:10,33 Minuten) aus dem Jahr 2010 brechen würde können. „Ich habe in den vergangenen drei Wochen aufgrund von Knieproblemen weniger als sonst trainieren können Deshalb war ich mir unsicher, ob ich die nötige Form für den Rekord habe“, so Rath.

Aus diesem Grund startete sie zunächst verhalten in das Rennen, so TSV-Trainer Markus Brennauer, und reihte sich auf Platz drei ein. Nach drei Runden (in der Halle je 200 Meter) war Rath eine Sekunde langsamer als die für den Rekord notwendige Durchgangszeit. Doch dann beschleunigte sie und setzte sich vom Rest des Feldes ab. Mit einer schnellen Schlussrunde von 34,5 Sekunden überholte sie sogar noch die 26-jährige Äthiopierin Adisalem Mekonnen und wurde so Gesamtzweite. Rath hatte heuer im Frühjahr schon bayerische W-14-Rekorde über 2000 Meter (7:07,19) und 800 Meter (2:20,13) aufgestellt. Den Sieg in dem gemischten Rennen (Jugendliche und Frauen gingen gemeinsam an den Start) holte die 29-jährige Augsburgerin Kerstin Hirscher (2:58,58 Minuten). Hirscher hatte heuer bei der Leichtathletik-DM in Nürnberg im Frauen-Endlauf über die 1500 Meter in 4:24,48 Minuten den zehnten Platz belegt.

Ebenfalls einen zweiten Platz in Fürth sicherte sich vom TSV Penzberg Andreas Kölbl. Über die 600 Meter musste sich der 24-jährige Sindelsdorfer mit 1:24,84 Minuten nur Matthias Hofmann (TSV Eibelstadt) geschlagen geben. Dabei sah es lange Zeit nach einem Start-Ziel-Sieg für den 400-Meter-Hürden-Spezialisten aus. Zehn Meter vor dem Ziel zog Hofmann vorbei. Als der Kontrahent „neben mir auftauchte, kam ich ein wenig ins Straucheln und konnte mich nicht kontern. Ich hätte bereits in der zweiten von drei Runden mehr Gas geben müssen, um ihn abzuhängen“, so Kölbl. Trotzdem war er mit seinem Auftritt nicht unzufrieden.

Mit einem lachenden und weinenden Auge verließ hingegen Raffieu Deen Johnson die Halle des LAC Quelle Fürth. Mit 16,75 Sekunden über 150 Meter und 2,89 Sekunden über 30 Meter fliegend gelangen ihm persönliche Bestzeiten. Sie trösteten ihn darüber hinweg, dass er aufgrund eines Fehlstarts über 60 Meter nicht in die Gesamtwertung des Fürther Sprintcups (die Zeiten der drei Distanzen wurden zusammengerechnet) miteingreifen konnte: „Ich wollte unbedingt unter sieben Sekunden laufen, weshalb ich mit aller Kraft gegen die Startblöcke gedrückt habe.“ Da der Starter nach dem Fertig-Kommando recht lange bis zum Schuss wartete, konnte Johnson dem Druck seiner Beine nicht standhalten, sodass seine Arme einknickten und er zu früh startete. Der Fehlstart bedeutete die Disqualifikation. „Der Fehlstart gehört dazu. Die anderen Ergebnisse zeigen uns aber, dass Raffieu sehr gut in Form ist“, so Trainerin Conny Lechner-Brennauer.

Ebenfalls gut in Form präsentierten sich Julian Herter (1:40,00) und Marinus Huppenberger (1:30,51), die über 600 Meter jeweils persönliche Rekorde schafften. Colin Klein überzeugte über 30 Meter fliegend (3,37 Sek.) und 60 Meter (7,98 Sek.).

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