Schweres Zugunglück in Baden-Württemberg: Bahn rast in Betonteil und entgleist

Schweres Zugunglück in Baden-Württemberg: Bahn rast in Betonteil und entgleist
+
Auf dem Weg zur Medaille: Karina Peisker gehörte im Spirale-Turnen bei der WM in der Juniorinnen-Klasse zu den Besten und verpasste nur um 0,1 Punkte Gold. 

Rhönrad

Karina Peiskers starkes WM-Debüt

  • schließen

Weilheim - Karina Peiskers lieferte ein starkes WM-Debüt. Die Turnerin des TSV Weilheim holt in Cincinnati Bronze im Mehrkampf und Silber im Spirale-Finale.

Diese Weltmeisterschaften wird Karina Peisker so schnell nicht vergessen. Und das liegt nicht nur daran, dass es ihr erster Auftritt unter den weltbesten Rhönradturnern war. Bei den Titelkämpfen in Cincinnati (USA) musste die 16-Jährige vom TSV Weilheim zunächst zwei herbe Enttäuschungen verkraften. Sowohl in der Geradekür als auch beim Sprung verpasste sie das angepeilte Einzel-Finale der Juniorinnen. Doch danach drehte die Freisingerin richtig auf. Am Ende kehrte sie mit Silber (Spirale-Einzel) und Bronze (Mehrkampf) heim. „Sie hat gezeigt, dass sie zu einer Weltmeisterschaft gehört“, sagte Trainerin Sandra Ryschka anerkennend. Peisker ist nach Max Brinkmann (er fehlte heuer verletzt) die zweite Turnerin des TSV Weilheim, die bei einer Rhönrad-WM Medaillen holte.

Die Bedingungen in Cincinnati waren nicht einfach. Die Sporthalle der St.-Joseph-University, wo die Wettkämpfe stattfanden, „war toll, aber der Boden auch spiegelglatt“, berichtete Ryschka. Immerhin: Das erste Training verlief gut. Beim Einturnen für den Mehrkampf begannen dann aber die Schwierigkeiten. Der Sprung „hat nicht funktioniert“, so Ryschka. Ohnehin ist der Strecksalto mit Schraube, den Peisker zeigt, kein Alleinstellungsmerkmal mehr. „International ist er mittlerweile Standard“, so Ryschka. Umso mehr kommt es also auf eine perfekte Ausführung an. Zu allem Überfluss war das Wettkampfprogramm gegenüber den Bewerben, die Peisker von Deutschland her kennt, geändert worden. Die Gymnasiastin hatte mit der Gerade-Kür zu beginnen. Zwei größere Korrekturen musste sie während ihrer Übung anbringen – mit 10,9 Punkten verpasste sie einen Rang unter den besten Sechs, die zu den Gerätefinals antreten durften. Der Sprung geriet zwar ordentlich, doch erneut reichte es nicht zur Qualifikation fürs Gerätefinale.

In der abschließenden Spirale-Übung ging Peisker dann mit dem Motto „Jetzt erst recht“ ans Werk. Mit 10,4 Punkten schaffte sie nicht nur den Top-Wert aller 45 Juniorinnen, sondern auch noch eine persönliche Bestleistung. Das Ganze kam „völlig unerwartet“, so Ryschka. Mit diesem Resultat sicherte sich Peisker die Bronzemedaille im Mehrkampf und die Teilnahme an zumindest einem Einzel-Finale. „Damit war viel gerettet“, sagte Ryschka. Mehrkampf-Gold holte die Deutsche Caroline Schulze (18/VfB Fallersleben) mit 29,85 Punkten vor der Israelin Noga Divone (29,65). Peisker (29,0) hatte auf die Viertplatzierte, Noa Dery (Israel), einen Vorsprung von 0,2 Punkten.

Im Spirale-Finale ging die TSV-Turnerin aufgrund ihrer Bestleistung im Mehrkampf als Letzte an den Start. Peisker zeigte eine feine Leistung, doch gegen Ende ihrer Übung musste sie, um mit dem Rad nicht die Wettkampffläche zu verlassen, auf den Boden treten. „Sie wäre ansonsten Weltmeisterin geworden“, bedauerte Ryschka. So fehlten ihr am Ende gerade einmal 0,1 Punkte zu Gold, das die Niederländerin Sannah Boer gewann. Doch mit der Silbermedaille – punktgleich mit der Israelin Noga – konnte Peisker auch gut leben. Immerhin war sie eine der jüngsten Teilnehmerinnen bei der Weltmeisterschaft.

Drei Titel bei Jugend-DM

Dass sie national das Maß der Dinge ist, hat Peisker kurz vor der WM bei den 52. deutschen Jugend-Meisterschaften in Essen einmal mehr bewiesen. Dreimal Gold und einmal Silber – so lautete die Bilanz der TSV-Turnerin. Im Mehrkampf der Altersklasse 15/16 siegte sie mit 0,7 Punkten Vorsprung. In den drei Einzelfinals, in denen alle Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren gemeinsam antraten, belegte Peisker in den Disziplinen „Spirale“ (10,3) und „Gerade“ (11,55) den ersten Platz. „So gut war sie noch nie“, lobte Ryschka. Lediglich im Sprung (8,2) war Schulze, die bereits 18 Jahre alt ist, etwas besser.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Existenzängste statt Eishockey-WM
Eigentlich müsste sich Benedikt Ernst jetzt in Kanada befinden. Doch die Eishockey-WM der Frauen wurde abgesagt. Stattdessen kämpft der Weilheimer zu Huase um seine …
Existenzängste statt Eishockey-WM
Sein letztes Jahr bei den Junioren hatte sich Maximilian Ulbrich anders vorgestellt
In seinem letzten Jahr bei den Junioren wollte der Wilzhofener Luftgewehrschütze noch mal richtig auftrumpfen. Doch dann kam Corona.
Sein letztes Jahr bei den Junioren hatte sich Maximilian Ulbrich anders vorgestellt
Peißenbergs Faustkämpfer vom Coronavirus ausgeknockt
Die Boxer des TSV Peißenberg gehen vor einem Gegner auf die Knie, den sie nicht sehen können. Deren Abteilungsleiter Siegfried Willberger hat eine böse Vorahnung.
Peißenbergs Faustkämpfer vom Coronavirus ausgeknockt
In der Coronakrise denkt Maximilian Ulbrich an die Zukunft mit Dießen in der Bundesliga
Mit dem Luftgewehr-Team der FSG Dießen haben Maximilian und Johannes Ulbrich aus Wilzhofen den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. In der höchsten deutschen Liga muss …
In der Coronakrise denkt Maximilian Ulbrich an die Zukunft mit Dießen in der Bundesliga

Kommentare