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Möglicherweise gibt’s dieses Duell auch nächste Saison: Die Kegler von Gut Holz Huglfing (in gelben Trikots, hier Ronald Rammelt) müssten trotz ihres 6:2-Sieges am letzten Spieltag vor Einstellung des Spielbetriebs gegen die SpG Peiting-Schongau II (hier Manfred Hummel) absteigen. Sollte die Saison jedoch annulliert werden, habe sie gute Chancen, in der Bezirksoberliga zu bleiben.
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Da war die Welt noch in Ordnung: Nach ihrem Sieg gegen Landshut bejubelten Seeshaupts Frauen (hinten v. l. Carola Waitz, Sabrina Waitz, Nadine Wieser, vorn v. l. Manuela Seitz, Petra Kräh, Petra Heinfling) den Titel in der Bayernliga.

Kegeln

Eberfing und Seeshaupt sind Meister - aber was ist der Titel wert? 

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Die Eberfinger Männer und die Seeshaupter Frauen haben jeweils den Titel in ihrer Spielklasse geholt. Die Sektkorken knallen allerdings nicht, stattdessen herrscht Unsicherheit.

Landkreis – Sie haben bislang eine überragende Saison gespielt: Sowohl die Frauen des FC Seeshaupt in der Bayernliga als auch die Männer von Gut Holz Eberfing in der Bezirksoberliga haben vorzeitig den Titel gewonnen. Zwei Spieltage vor Saisonende wurde die Saison wegen des Coronavirus’ zunächst einmal unterbrochen. Sollten sich die Verantwortlichen im Bayerischen Kegelsportverband (BSKV) dazu entschließen, die Spielzeit gar zu beenden, könnte der Titelgewinn für Seeshaupt und Eberfing möglicherweise wertlos sein. Ein wahrscheinliches Szenario wird dann sein, dass die Saison als nicht gespielt gewertet wird. Andere Vereine aus dem Landkreis könnten hingegen von dieser Regelung profitieren.

Kegeln: Annullierung der Saison wäre für den FC Seeshaupt „eine Katastrophe“

„Das Schlimmste wäre, wenn die Saison annulliert wird“, sagt Hedwig Seitz, Damenwartin beim FC Seeshaupt. „Das wäre für uns eine Katastrophe.“ In der Tat steht für das FC-Frauenteam viel auf dem Spiel. Die Sportkeglerinnen vom Starnberger See, eben erst aufgestiegen, domineren bislang die Bayernliga Süd. 15 von 16 Spielen haben sie gewonnen. Mit dem 6:2-Sieg in Landshut und der gleichzeitigen Niederlage von Verfolger Kipfenberg in Nördlingen feierten die FC-Frauen am vergangenen Spieltag vorzeitig den Titelgewinn. In der 2. Bundesliga sind die Seeshaupterinnen damit noch nicht. Als nächstes stehen Aufstiegsspiele, ursprünglich terminiert auf 5. April, gegen die Meister aus Württemberg, Südbaden und Nordbaden an. Die besten zwei steigen in die zweithöchste deutsche Spielklasse auf. So weit die Theorie, denn niemand weiß, ob es wegen des Coronavirus“ überhaupt noch so weit kommen wird. Sollte die Saison am Ende doch noch annulliert werden, wird die Welt in Seeshaupt nicht untergehen. Damenwartin Seitz gibt sich vielmehr kämpferisch: „Dann greifen wir eben nächstes Jahr wieder an.“

Kegeln: Was ist für die Männer von Gut Holz Eberfing ihre Traumsaison wert?

Große Unsicherheit, was den Fortgang dieser Saison betrifft, herrscht auch bei Gut Holz Eberfing. „Es ist noch alles möglich“, sagt Andreas Gattinger, Spieler im Eberfinger Herrenteam. Er und seine Mannschaftskameraden haben in der Bezirksoberliga Oberbayern eine Traumsaison hingelegt. Nach 16 von 18 Spieltagen haben die Eberfinger ein Punktverhältnis von 30:2, damit stehen sie wie Seeshaupts Frauen in der Bayernliga vorzeitig als Meister fest. Und im Gegensatz zu den FC-Keglerinnen müssen die Eberfinger keine Aufstiegsspiele bestreiten, sie dürfen auf direktem Wege in die Landesliga – wenn diese Spielzeit denn auch gewertet wird.

Diesbezüglich ist Gattinger jedoch optimistisch: „Ich glaube daran, dass die Saison zu Ende gespielt wird“, sagt der Gut-Holz-Sprecher, zur Not auch im Sommer kurz vor Beginn der Spielzeit 2020/21. Im Vordergrund steht für Gattinger jedoch die Gesundheit. Er selbst kenne zwei Menschen, die eine neue Lunge bekommen haben. Diese wären im Falle einer Corona-Infektion besonders gefährdet. Auch wenn die Situation derzeit besorgniserregend ist, so kann ihr Gattinger dennoch eine positive Seite abgewinnen: „Vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn wir alle mal runterfahren und uns neu besinnen.“

Kegeln: Männer der SpG Peiting-Schongau könnten von Annullierung der Saison profitieren

Zwei Spiele stehen für die Sportkegler der SpG Peiting-Schongau in der Bayernliga Süd noch aus. Derzeit belegen sie den vorletzten Platz. Eine bessere Platzierung wäre, auch wenn die Saison zu Ende gespielt werden würde, nicht mehr drin. Zu groß ist der Abstand nach vorn. Ob Platz neun zum Klassenerhalt reicht, hängt von anderen Auf- und Absteigern ab. „Unser Saisonziel, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, haben wir nicht geschafft“, sagt Volker Hickisch, Abteilungsleiter der Peitinger Kegler. Allerdings sei die Qualität der Mannschaft nicht viel besser, auch wenn ein paar Spiele unglücklich verloren worden seien. Eine Hoffnung, sicher in der Liga zu bleiben, gibt es für die Spielgemeinschaft noch: Sollte die Saison nicht beendet und nicht gewertet werden, bleibt Peiting-Schongau in der Bayernliga. Gleiches gilt übrigens auch für das Frauenteam, das in der Landesliga Süd den vorletzten Rang belegt und damit ebenso absteigen müsste.. „Damit könnten wir leben“, sagt Hickisch.

Für den Abteilungsleiter ist aber klar: „Kegeln ist nicht alles, das Sportliche ist derzeit zweitrangig.“ Keine gute Option wäre für Hickisch, die Spiele zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Das würde bedeuten, dass die Einzelmeisterschaften, die im Mai ausgetragen werden sollen, nach hinten in den Sommer rutschen. „Kegeln ist schon eher eine Wintersportart“, sagt er. „Bei schönem Wetter in der Kegelhalle zu stehen, macht keinen Spaß.“ Derzeit ist für die Sportkegler auch der Trainingsbetrieb eingestellt. Das bedeutet für die Spieler von Peiting-Schongau: Pause. „Ein kegelspezifisches Training ist zu Hause nicht möglich“, sagt Hickisch. Es ginge eher darum, sich durch Laufen und Fahrradfahren ein bisschen fit zu halten.

Kegeln: Saisonabbruch bewahrt Gut Holz Huglfing möglicherweise vor dem Abstieg

Von einer Annullierung der Spielzeit 2019/20 würden auch die Männer von Gut Holz Huglfing in der Bezirksoberliga profitieren. Der Aufsteiger gewann am letzten Spieltag vor der Corona-Zwangspause zwar mit 6:2 gegen die SpG Peiting-Schongau II, dennoch kann er bestenfalls nur noch Vorletzter werden – und das bedeutet nach regulärer Wertung den Abstieg.

Über ein vorzeitiges Saisonende wären neben Seeshaupts Frauen und Eberfings Männern noch andere Teams aus dem Landkreis Weilheim-Schongau alles andere als erfreut: Bei den Männern steht der FC Seeshaupt II als Meister und der TSV Peißenberg als Zweiter fest. Beide Teams würden somit in die Kreisliga aufsteigen. Bei den Frauen ist Frischauf Weilheim der Kreisliga-Titel kaum noch zu nehmen, was in normalen Zeiten den Sprung in die Landesliga bedeuten würde.

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