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Überraschte bei der bayerischen Meisterschaft: Julian Kral vom Bezirksoberliga-Meister SKC Fortuna Penzberg glänzte in Passau als Vierter. 
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Julian Kral in Aktion (hier ein Archivfoto).

Kegeln: Bayerische Meisterschaft

Julian Kral überrascht die Kegel-Elite

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Es war sein Debüt bei einer bayerischen Meisterschaft der Erwachsenen. Und das hat Julian Kral (Fortuna Penzberg) bestens absolviert, er wurde Vierter. 

Penzberg – Als Julian Kral zur ersten K.o.-Runde auf die Bahn trat, da fragte ihn sein Gegner, der Bundesliga-Spieler Michael Niefnecker (KRC Kipfenberg), erst einmal, wie er denn überhaupt heiße. „Mich kannte da keiner“, berichtete der Penzberger. Am Ende des Tages war er aber allen auf der Bahn in Passau bekannt. Denn der 26-jährige Sportkegler, der erstmals bei einer bayerischen Meisterschaft der Erwachsenen antrat, sorgte bei seinem Debüt für Furore: Kral stürmte in die Finalrunde der besten Vier und qualifizierte sich so für die deutsche Meisterschaft, die am kommenden Wochenende in Ludwigshafen-Oggersheim stattfindet.

Dass Kral am Ende als Vierter knapp eine Medaille verpasste, störte ihn kein bisschen: „Bei der Konkurrenz ist ein vierter Platz überhaupt nicht schlimm.“ In der Finalrunde stand er ausschließlich Erstliga-Spielern gegenüber. Gold holte sich schließlich Alexander Raab (664 Holz/13,5 Satzpunkte) vom SKK Raindorf vor den beiden Spielern von Victoria Bamberg, Christopher Wittke (615/11,0) und Florian Fritzmann (601/9,0). Kral erzielte mit 574 Holz und 6,5 Satzpunkten ein beachtliches Resultat, aber gegen derartige Top-Leute half das nichts. Der Penzberger freute sich vielmehr darüber, dass er den Schnitt, den er für gewöhnlich auf seiner Heimbahn in Penzberg spielt (knapp 580 Holz), auch in Passau auf die Bahn brachte.

In der Qualifikation legte der oberbayerische Meister mit 592 Holz ein starkes Ergebnis hin. Zunächst lag er auf dem sechsten Platz. Danach kamen noch zahlreiche Bundesliga-Kegler an die Reihe – und Kral musste bangen, unter den besten 16 zu bleiben. Auf dem 14. Platz schaffte er schließlich den Sprung in die K.o.-Duelle.

Dort kam es im Viertelfinale zum Aufeinandertreffen mit Niefnecker, der in der Qualifikation mit 616 Holz geglänzt hatte. Im ersten Satz spielte Kral stark auf und gewann mit 169:142. Danach verlor Kral, der heuer in der Liga schon 636 Holz erzielt hatte, zwei Sätze. Im vierten Durchgang bewies er Nervenstärke und gewann so, dass er bei den Gesamtholz mit Nifenecker gleichauf lag (589:589). Nun ging es in den „sudden victory“ (drei Würfe in die Vollen). Im zweiten Wurf gelang Kral eine Neun, mit 22:19 setzte er sich durch. Niefnecker zeigte sich als fairer Verlierer: „Er hat mir wirklich aufrichtig gratuliert“, so Kral. Seine Freundin informierte derweil die Fans via WhatsApp über den Coup.

Im Halbfinale traf der Penzberger, der eine Ausbildung zum Medienkaufmann absolviert, auf Christian Fürst vom Landesligisten Blau-Weiß Hofdorf. Fürst hatte im Viertelfinale mit 633 Holz ein Top-Ergebnis erzielt. Doch Kral fuhr dem Kontrahenten gleich in die Parade: „Ich habe geschafft, ihn sofort unter Druck zu setzen.“ Mit einer guten Serie (156/152/145) gewann Kral drei Durchgänge und hatte damit vorzeitig die Finalrunde erreicht. Den dritten Durchgang gewann er auf dramatische Art: Fürst schob einen Neuner. Kral hatte noch einen Kegel stehen, den traf er – und gewann mit 145:144. „Da kam dann die Siegerfaust, weil ich wusste, dass ich zur Deutschen darf.“ Im letzten Satz war die Spannung weg, Kral verlor. Die Finalrunde ging direkt im Anschluss über die Bühne. „Ich war froh, überhaupt dort mitspielen zu dürfen“, sagte der Penzberger, der nun auch die Anstrengungen spürte.

Bei den Titelkämpfen in Ludwigshafen-Oggersheim am kommenden Wochenende hofft er, „dass ich wieder meine Leistung abrufen kann“. Ziel ist „durch die Qualifikation zu kommen“. Der Ort der Titelkämpfe ist vielleicht ein gutes Omen für Kral. Schon einmal hat ein Kegler aus dem Landkreis dort für eine Sensation gesorgt: Im Jahr 2004 gewann Peter Hitzlberger (Blau-Weiß Peiting) die Goldmedaille bei den Männern. Damals wurde noch über 200 Wurf gespielt. Hitzlberger erzielte im Vorlauf 1056 Holz (Bahnrekord) und im Finale 1030 Holz.

In Passau waren weitere Kegler aus dem Landkreis am Start – für beide war nach der Qualifikation Schluss. Bei den U-23-Juniorinnen spielte Andrea Seitz (FC Seeshaupt) 474 Holz. Für die Top-16 wären an diesem Tag 499 Holz nötig gewesen. Bei den U-23-Burschen spielte Thomas Ludwig (Blau-Weiß Peiting) 473 Holz, die den 24. Platz bedeuteten. Fürs Viertelfinale wären mindestens 532 Holz nötig gewesen.

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