Die Sportkeglerinnen des FC Seeshaupt mit Sabrina Waitz, Nadine Wieser, Manuela Seitz, Petra Kräh, Petra Heinfling, Andrea Seitz und Carola Waitz.
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Freuen sich auf die 2. Liga: die Sportkeglerinnen des FC Seeshaupt mit (v.l.) Sabrina Waitz, Nadine Wieser, Manuela Seitz, Petra Kräh, Petra Heinfling, Andrea Seitz und Carola Waitz.

Kegeln - Saisonstart in 2. Bundesliga

FC Seeshaupt startet in eine historische Saison

  • Paul Hopp
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Die Sportkeglerinnen des FC Seeshaupt starten in die 2. Bundesliga Süd: Für den Verein eine besondere Saison - die Corona noch etwas besonderer macht. Die Spiele werden anders ablaufen als gewohnt.

Seeshaupt – Der SKK Poing II ist gleich in doppelter Hinsicht bedeutsam für die Sportkeglerinnen des FC Seeshaupt. Zum einen führt dorthin die kürzeste Fahrt zu einem Auswärtskampf (gut 70 Kilometer), zum anderen ist es der einzige Gegner, der den FC-Frauen zumindest ein wenig bekannt ist. Mit der ein oder anderen Poinger Spielerin hatten es die Seeshaupterinnen bei Einzel-Meisterschaften zu tun bekommen. Ansonsten sind alle anderen Gegnerinnen der 2. Bundesliga Süd für den Aufsteiger „komplett neu“, sagt FC-Spielerin Manuela Seitz. Die Saison, die am Sonntag, 13. September, beginnt, ist für die Seeshaupter Truppe eine absolut besondere – Corona hin oder her.

Erstmals überhaupt tritt eine Kegel-Mannschaft aus Seeshaupt in der zweithöchsten deutschen Spielklasse an. „Wir können es noch gar nicht glauben, dass es jetzt wirklich so weit ist“, sagt Seitz mit einem Schmunzeln. Der Aufsteiger übt sich in Gelassenheit: „Wir lassen es auf uns zukommen.“ Gänzlich unbedarft geht der Bayernliga-Meister allerdings auch nicht in die Saison. Die Seeshaupterinnen haben sich das Leistungsvermögen der Gegnerinnen schon angeschaut. Beim Kegeln ist das unter anderem über die Schnittliste der gespielten Holzzahlen gut möglich. Die Erkenntnis: Ein Mittelfeldplatz sollte durchaus möglich sein. „Das Ziel, uns in der Liga zu halten, haben wir auf jeden Fall“, sagt Seitz.

FC Seeshaupt: Erstmals in der 2. Bundesliga am Start

Alle Vereine in der Süd-Staffel verfügen über Segmentbahnen, also eine Anlage, welche der FC Seeshaupt auch bei sich im Sportheim hat. Diesbezüglich muss sich der Zweitliga-Neuling auf keine großen Überraschungen einstellen. In den vergangenen vier Spielzeiten, in denen die Seeshaupterinnen in ihrer jeweiligen Liga stets Meister geworden sind, waren sie zu Hause wie auch auswärts annähernd gleich erfolgreich. In diesem Zeitraum holten sie von je 70 möglichen Team-Punkten 60 Zähler auf eigener Anlage und 59 in der Fremde.

Im Kader hat sich gegenüber der nach 16 Spieltagen abgebrochenen Saison 2019/2020 „nichts verändert“, sagt Manuela Seitz. Sie lag mit einem Auswärtsschnitt von 525 Holz (8 Spiele) in der Bayernliga Süd im vorderen Drittel der Einzelwertung. Neben ihr gehören Sabrina Waitz (543,63 Holz/8 Spiele), Carola Waitz (536,63/8), Petra Kräh (531,29/7), Petra Heinfling (530,25/8), Nadine Wieser (528,88/8) sowie U-23-Akteurin Andrea Seitz und Nicola Dreer zur ersten Garnitur. Dass es keinen Zugang gab, stürzt den Verein nicht in Verzweiflung. Denn innerhalb des Teams passt der Zusammenhalt – und das ist laut Manuela Seitz wichtig: „Kegeln ist Mannschaftssport.“ Dass nun auch mit Niederlagen zu rechnen ist, wissen die Beteiligten. Die Gegner haben zum Teil Spielerinnen mit internationaler Erfahrung in ihren Reihen.

FC Seeshaupt: Zum Start beim SKC Gaisbach in Baden-Württemberg zu Gast

Dazu gehört auch der Kontrahent beim Auftakt, der SKC Gaisbach. Neu im Team der Baden-Württembergerinnen, in der vergangenen Saison in der 2. Liga Süd/Mitte Sechster, ist Tina Dworski. Sie holte 2013 mit der deutschen U-18-Nationalmannschaft WM-Silber und gewann 2014 und 2015 jeweils den deutschen Einzel-Titel in ihrer Altersklasse. Die besten SKC-Spielerinnen in der vergangenen Saison waren Franziska Zentler (Auswärtsschnitt 558,40 Holz/7 Spiele) und Nicole Binder (550,80/6 Spiele); beide lagen innerhalb der Liga unter den Top Ten.

Besonders wird die Saison auch aufgrund der Bestimmungen wegen der Corona-Pandemie. Nach den derzeit gültigen Konzepten sind keine Zuschauer bei den Partien erlaubt. In Bayern könnte sich das ab 19. September allerdings ändern, denn ab da sind bei Indoor-Sportwettkämpfen analog zum Kulturbetrieb bis zu 200 Besucher zugelassen. Neben den sechs Spielenden sind derzeit laut Manuela Seitz bis zu vier Ersatzleute sowie zwei Betreuer zugelassen. Um eine Ausbreitung von Aerosolen in der Luft zu vermeiden, ist während der Partie Anfeuern durch Rufen verboten, lediglich Klatschen ist gestattet. Auch der obligatorische Sportgruß vor dem Spiel entfällt. Manuela Seitz ist gespannt, wie die Teams in einer sterilen Atmosphäre zurechtkommen. Denn nicht zuletzt die lautstarke Unterstützung von Fans „macht unseren Sport auch aus“.

FC Seeshaupt: Bei Spielen ist nur Klatschen als Anfeuerung erlaubt

Der DKBC (Deutscher Kegler-Bund Classic) hat kein generelles Handlungs- und Hygienekonzept erlassen, da sich die Bundesligen über Gesamt-Deutschland verteilen. „Jede Kommune, jeder Klub oder Eigentümer der Sportstätte hat durch die Gesundheitsämter geregelte Hygienekonzepte, die ausschließlich von den Mannschaften selbst besorgt und an die Gastmannschaften geschickt werden müssen. Eine wiederkehrende Prüfung ist unumgänglich“, schreibt der Verband.

Immerhin: Nach den ersten Lockerungen war ein Training möglich. Zuerst durften nur zwei Spieler gleichzeitig auf die Bahn, danach durfte auf vier Bahnen trainiert werden. Die längere Pause im Frühjahr ging nicht ganz spurlos an den FC-Frauen vorbei, berichtete Manuela Seitz. Manche trainieren für gewöhnlich selbst nach Saisonende weiter, den Lockdown hat man daher „schon gemerkt“. Insgesamt aber gilt: „Wir sind schon gut drauf.“ Auch wenn sie jetzt in der 2. Liga spielen, setzten die FC-Frauen in der Vorbereitung auf bewährte Muster. „Wir haben nicht anders trainiert als in den Jahren davor“, sagt Manuela Seitz. Angesichts der Erfolgsliste – vier Aufstiege in Folge – bestand auch kein Grund. Alle anderen Teams aus dem Landkreis spielen in rein bayerischen Ligen. Der Start im Freistaat ist nach hinten geschoben worden. Angepeilt ist ein Beginn am 10./11. Oktober.

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