Die Besten in der M-60: Wolfgang Roth (Mi.) aus Peißenberg gewann  vor Alfred Mandl (l./LC Buchendorf) und Peter Grünebach (r.) aus Polling.

Sachsenkamer Dorflauf

Kuhglocken sorgen für Extra-Schub

  • schließen

Landkreis - Beim Sachsenkamer Dorflauf feiern Markus Brennauer und Wolfgang Roth Klassensiege. Unterstützung erhielten sie von Fans mit Kuhglocken.

Freude über Platz zwei: Die Penzbergerin Anita Reismann (l.) musste nur Susanne Feigl (Mi./LC Tölzer Land) den Vortritt lassen. Rechts Judy Schaffrath (TSV Wolfratshausen).

Beim Triathlon in Roth ist es der Solarer Berg, am Tour-de-France-Anstieg nach L’Alpe d’Huez ist es die berüchtigte „Holländer-Kurve“: Es gibt so Orte, an denen Sport-Fans besonders lautstark und ausgelassen Athleten anfeuern. Der Dorflauf in Sachsenkam hat auch so einen „Hotspot“ zu bieten. An der Raiffeisenstraße, wenn es für die Läufer zurück zum Sportplatz geht, tobt alljährlich der Wahnsinn. Mit Kuhglocken macht dort eine Traube Menschen vor einem Haus einen Höllenlärm – und die Truppe feuert wirklich jeden Läufer an. Das peitscht nach vorn; vor allem den, der schon arg ausgepumpt daherkommt. Heuer war dort auch ein Anfeuerungsspruch mit lila Kreide auf die Straße gepinselt.

Was die Atmosphäre betrifft, so ist der Sachsenkamer Wettbewerb der Höhepunkt in der Laufserie der „Raiffeisen Oberland Challenge“. Und der Titel „Dorflauf“ soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass dort Top-Läufer am Start sind, die auch Top-Zeiten abliefern. Aus dem Landkreis schafften es bei der 16. Auflage gleich sechs Athleten aufs Podest.

Der Penzberger Markus Brennauer ließ in der Klasse M-30 alle Konkurrenten hinter sich. Die drei Runden durchs Dorf mit insgesamt 6,9 Kilometern (und auch 69 Höhenmetern) absolvierte der 36-Jährige vom TSV Penzberg in 26:14 Minuten. Für ihn keine herausragende Zeit, allerdings war Brennauer davor sechs Wochen lang verletzt gewesen und hatte unmittelbar vor dem Wettkampf nur ganz locker trainieren können. In Sachsenkam trat Brennauer deswegen an, „um sich die Chance zu erhalten, in die Gesamtwertung der ,Raiffeisen Oberland Challenge‘ zu kommen“, heißt es auf der TSV-Homepage. Trotz allem kam der Penzberger auf eine Kilometerzeit von 3:48 Minuten. Vor dem Start hatte er noch gemeint, er wäre froh, unter 4:10 zu bleiben. Über den dritten Rang in der M-30 durfte sich der Tautinger Thomas Andres freuen. Er lief nach 29:24 Minuten ins Ziel und war um über drei Minuten schneller als im Vorjahr.

Einen Klassensieg erreichte der Peißenberger Wolfgang Roth (Jg. 1952). Mit der Zeit von 32:03 Minuten lief er in der M-60 souverän auf den ersten Platz. Im Ziel wirkte der Athlet des TSV Peißenberg zunächst nicht so glücklich. „Ich musste ziemlich kämpfen“, sagte er, auch mit Blick auf die hohen Temperaturen. Aber dann stellte sich doch Zufriedenheit ein. Sein letzter Wettkampf lag schon einige Wochen zurück. Dritter in der M-60 wurde der Pollinger Peter Grünebach (Team Erdinger Alkoholfrei) in 33:50 Minuten. Für den 68-Jährigen, der vor allem Langdistanz-Triathlon betreibt, sind Kurzstrecken eine besondere Herausforderung.

Mit einem Lächeln stand Josef Streicher im Zielbereich, auch wenn er keinen Podestplatz erreicht hatte. „Zurzeit bin ich gut in Form“, sagte der Peißenberger, der nach 28:24 über die Ziellinie gelaufen war. Streicher war über eineinhalb Minuten schneller als 2015 gewesen. In der stark besetzten M-40 belegte der Sportler vom TSV Peißenberg den fünften Platz. Die Klasse gewann der Drittschnellste des Tages, Thomas Scheifl (LC Tölzer Land), in 24:28 Minuten.

Jeweils zweite Ränge gab es in Sachsenkam im Hauptlauf für zwei Frauen aus dem Landkreis. Die Penzbergerin Anita Reismann (Post SV Weilheim) musste in der W-30 mit der Zeit von 29:45 Minuten nur Susanne Feigl (LC Tölzer Land/28:47) den Vortritt lassen. Und in der W-60 belegte Marianne Grünebach aus Polling (Team Erdinger Alkoholfrei) als älteste Teilnehmerin in 40:19 Minuten den zweiten Rang.

Die schnellste Zeit erreichte der Lokalmatador Christoph Dreser (22:56), der sich in einem spannenden Zweikampf mit zwei Sekunden Vorsprung gegen Daniel Götz (SV Bergdorf Höhn) durchsetzte. Bei den Frauen war Amanda Reiter (PTSV Rosenheim) in 27:32 Minuten eine Klasse für sich.

Vor den Erwachsenen waren die Kinder und Jugendlichen in Aktion. In der Klasse U-10 lief Simon Streicher (TSV Peißenberg) die 1100 Meter in 4:18 Minuten und wurde guter Vierter unter 18 Teilnehmern. Nur drei Sekunden fehlten ihm auf Rang drei. In der Klasse U-14 absolvierte Korbinian Soyer (SV Söchering) die 2300 Meter in 9:59 Minuten. Das bedeutete den fünften Platz.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Max Nagls Kampf mit dem Schlamm
Der letzte Grand-Prix der Saison in Villars sout Écot verlief für Max Nagl so, wie die ganze Saison verlaufen war: gespickt mit Schwierigkeiten.
Max Nagls Kampf mit dem Schlamm
Olympiasieger Jung in Schwaiganger
Von 22. bis 24. September steigt der „Alpen-Cup“ für Vielseitigkeitsreiter in Schwaiganger. Gemeldet hat diesmal auch eine absolute Szene-Größe.
Olympiasieger Jung in Schwaiganger
Glockenläuten und ein wenig Sonnenschein
Der 12. Hapfelmeierlauf in Polling hatte Einiges zu bieten. Für Halbmarathon-Sieger Markus Brennauer läuteten sogar die Kirchenglocken.
Glockenläuten und ein wenig Sonnenschein
Stefan Schmid verjagt die Selbstzweifel
Triathlon-Profi Stefan Schmid hat beim Ironman Wisconsin den fünften Platz belegt. Für den Peißenberger zählte dabei nicht nur das Ergebnis.
Stefan Schmid verjagt die Selbstzweifel

Kommentare