Weilheims Herren 55 (hinten von links Jogi Schwinghammer, Wolfgang Sonn, Frank Möller, Hubert Eichbichler, Roland Ehrlich; vorn von links Jens Eichmann und Oliver Richter) haben sich den Landesliga-Titel gesichert.
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Nächstes Jahr vielleicht eine Klasse höher: Bereits vor dem abschließenden Spiel gegen Kaufbeuren haben sich Weilheims Herren 55 (hinten von links Jogi Schwinghammer, Wolfgang Sonn, Frank Möller, Hubert Eichbichler, Roland Ehrlich; vorn von links Jens Eichmann und Oliver Richter) den Landesliga-Titel gesichert.

Tennis: Aufsteiger holt überraschend den Titel

Weilheims Herren 55 sind Landesliga-Meister - und jetzt?

  • Stefan Schnürer
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Die Herren 55 des TC Weilheim sind vorzeitig Meister in der Landesliga. Der Aufstieg in die Bayernliga hängt von gewissen Faktoren ab.

Weilheim – Eine verbindliche Aufstiegsregelung gibt es im Tennis in dieser Ausnahmesaison 2020 nicht. Niemand muss absteigen, so viel steht fest. Die jeweiligen Meister können kommende Saison in der nächsthöheren Spielklasse antreten – sofern dort einer oder mehrere Plätze frei sind. Die Herren 55 des TC Weilheim haben jetzt zumindest die Voraussetzungen geschaffen, sich für einen Platz in der Bayernliga zu bewerben. Mit dem 6:3-Heimsieg gegen den TC Tüßling am vergangenen Wochenende brachten sie den Titel in der Landesliga vorzeitig unter Dach und Fach. Zudem bleibt der Aufsteiger aus der Kreisstadt weiter ungeschlagen: fünf Spiele, fünf Siege – das abschließende Match am 22. August beim TC Kaufbeuren-Kronenberg können die Weilheimer als Kaffeefahrt deklarieren. Für Teamsprecher Oliver Richter kommt diese Meisterschaft überraschend: Zum einen habe man als Aufsteiger in der Landesliga Neuland betreten, zum anderen sei das Niveau durch die Zusammenlegung der beiden Landesligen in der Südstaffel sehr anspruchsvoll gewesen. „Das war schon ein hochwertiger Wettkampf“, berichtet Richter.

Viele Vereine, vor allem in den höheren Ligen, haben in dieser Saison keine Mannschaft zur Punkterunde angemeldet. Das bedeutete: Viele Akteure waren auf dem Markt, die dann zum Teil in anderen Altersklassen oder bei einem anderen Verein mitspielten. Einige Beispiele: Beim Mitaufsteiger TC Tüßling, dem jüngsten Gegner der Weilheimer, etwa verdingte sich Alfons Aigner. Der spielt normalerweise bei den Herren 40 des SV Wacker Burghausen in der Bayernliga. Oder der MTV 1879 München: Der mutmaßliche Vizemeister sicherte sich die Dienste von Michael Greiner und Erwin Jahn. Die beiden waren vergangene Saison bei den Herren 50 des TC Kaufering in Bayernliga auf Punktejagd.

Herren 55 des TC Weilheim setzten auf erfahrene Kräfte aus dem eigenen Verein

Die Weilheimer Herren 55 gingen hingegen einen anderen Weg: Sie setzten auf erfahrene Kräfte aus dem eigenen Verein. Wegen der Coronabeschränkungen konnte der Schweizer Thomas Strittmatter für die Weilheimer heuer nicht antreten. Daher halfen die Oldies Johann „Jogi“ Schwinghammer (68), Wolfgang Sonn (69) und Karlheinz Schuster (70) aus. Das Trio spielt normalerweise bei den Herren 60 in der Bezirksliga. Diesmal sah das Team jedoch von einer Teilnahme an der Punkterunde ab. Richter ist voll des Lobes über die drei Tennis-Senioren: „Sie haben super ausgeholfen.“ Vor allem Schwinghammer, der auf eine Einzelbilanz von 3:1 kommt, war sehr effektiv. Eine weiße Weste weisen in dieser Saison Hubert Eichbichler (Nummer 3) und Oliver Richter (Nummer 6) auf: Die beiden haben bislang alle fünf Einzel gewonnen. Eingeschlagen hat auch Jens Eichmann: Der Neuzugang, der mit Gräfelfings Herren 55 bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften 2017 Dritter wurde, gewann vier seiner fünf Duelle. „Wir haben fast nur mit unseren eigenen Leuten gespielt, daher bin ich stolz auf unsere Leistung“, so Richter. Obwohl der Gewinn der Meisterschaft bereits feststeht, werden sich die Weilheimer laut Richter im letzten Saisonspiel in Kaufbeuren nicht hängen lassen: „Wir wollen die Saison ungeschlagen beenden.“

Verein stellt Antrag auf Eingliederung in die Bayernliga

Laut Weilheims Teamsprecher wird der Verein jetzt beim Verband einen Antrag auf Eingliederung in die Bayernliga stellen. Das hängt in erster Linie davon ab, ob sich andere Teams aus dieser Spielklasse zurückziehen und damit Plätze frei werden. Laut Richter stehen die Chancen recht gut, dass seine Herren 55 kommende Saison in der höchsten Freistaat-Liga um Punkte kämpfen dürfen. Dann soll auch Thomas Strittmatter wieder mitmischen. Im Gespräch sind laut Richter auch ein, zwei Neuzugänge. Die Prämisse lautet aber: „Wir werden niemanden einkaufen“, so der Weilheimer Sprecher.

Herren III des TC Weilheim kurz vor dem Titelgewinn

Grund zur Freude hat auch die zweite Herren-Mannschaft des TC Weilheim: Sie setzte sich im Landkreisduell der Bezirksklasse 3 beim SV Hohenfurch mit 5:4 durch und steht damit unmittelbar vor dem Titelgewinn (10:2 Punkte). In den Einzeln punkteten für die Kreisstädter Sebastian Goslich (6:0, 6:2), Stefan Nonnenmann (6:3, 6:2), Pascal David (6:0, 6:1 und Sebastian Bertl (6:0, 4:2 Aufgabe Hohenfurch). Das Doppel Goslich/Nonnenmann brachte mit einem 6:2, 6:3 den Weilheimer Sieg in trockene Tücher. Im letzten Saisonspiel tritt das Team am Sonntag, 6. September, beim zwei Punkte schlechteren TC Peiting II an.

Statistik

TC Weilheim – TC Tüßling 6:3

Einzel: Ehrlich - Aigner 1:6, Aufgabe Ehrlich; Eichmann - Niederschweiberer 6:0, 6:0; Eichbichler - Greimel 6:4, 6:0; Sonn - Oberhofer 0:6, 6:3, 4:10; Schwinghammer - Buchner 6:1, 7:5; Richter - Scheffel 7:6, 3:6, 11:9; Doppel: Ehrlich/Eichmann - Aigner/Niederschweiberer 6:3, 6:2; Eichbichler/Schwinghammer - Greimel/Buchner 6:2, 6:1; Richter/Sauff - Oberhofer/Scheffel 3:6, 1:6.

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