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Laufen durch tropischen Wald: Andreas Kohlhund aus Obersöchering absolvierte beim „Tarawera Ultramarathon“ in Neuseeland die 102-Kilometer-Strecke. 
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Geschafft: Andreas Kohlhund mit der Finishermedaille.
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Andreas Kohlhund beim Ultramarathon. Vor dem Wettbewerb herrschte Regenwetter.
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102 Kilometer galt es zu laufen: Andreas Kohlhund in Neuseeland.

Laufsport

Kohlhund besteht Prüfung im Schlamm

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Andreas Kohlhund nahm am „Tarawera Ultramarathon“ in Neuseeland teil. Er kämpfte sich durch den Schlamm und schaffte ein besonderes Zeitlimit.

Obersöchering – Am Ende war Andreas Kohlhund (SV Söchering) über sich selbst erstaunt. Beim „Tarawera Ultramarathon“ in Neuseeland hatte den Obersöcheringer selbst die unendlich langen Schlammpassagen und das ständige Bergauf und Bergab nur wenig anhaben können. „Ich habe es die meiste Zeit geschafft, wirklich zu laufen und konnte – im positiven Sinne – die ganze Zeit an meinem Limit laufen“, berichtete der 34-Jährige. „Bei einem Ultraq ist mir das so noch nie gelungen.“ So stand schließlich ein besonderer Erfolg zu Buche: Die 102-Kilometer-Distanz bewältigte Kohlhund in 15:56:24 Stunden und schaffte damit eine Qualifikationsnorm für den legendären „Western States 100“-Lauf in den USA. Die Teilnahme am 100-Meilen-Rennen (entspricht 161 Kilometer) in Kalifornien ist ein großer Traum Kohlhunds.

In Neuseeland zeigte der Obersöcheringer, dass er auch mit schwierigen Bedingungen zurecht kommen kann. In den Tagen vor dem Wettkampf und auch noch unmittelbar davor war ein tropischer Sturm über die Gegend gezogen. „Die Trails waren daher sehr aufgeweicht“, berichtete Kohlhund. Um die Quali für den „Western State 100“ zu schaffen, war eine Zeit von unter 16 Stunden nötig. „Ich war mir nicht sicher, ob ich das schaffen kann“, so Kohlhund. Immerhin: Die ersten 35 Kilometer führten zumeist über Forst- und Waldwege. Die Distanz brachte Kohlhund flott hinter sich, nach etwa 4:20 Stunden hatte er das erste Drittel der Gesamtstrecke absolviert.

Danach wurde es aber heftig, „für die nächsten 40 Kilometer gab es keine Forstwege mehr, die Strecke bestand nur aus Singletrails“, berichtete Kohlhund. Und die waren auch noch extrem schlammig. Unter den Teilnehmern kursierten Wortschöpfungen wie „Mudpocalypse“ – eine Mischung aus Mud (=Schlamm) und Apokalypse. Zu Beginn versuchte der Obersöcheringer noch – wie viele andere auch – dem Schlamm auszuweichen. Doch dann ließ es es bleiben. „Irgendwann hatte man sich an den Schlamm gewöhnt“, sagte er. Kräfteraubend war vor allem das Profil der Strecke: es ging ständig bergauf und bergab. Nach rund zwölf Stunden hatte Kohlhund den Bereich passiert, „die Strecke wurde wieder gut laufbar“. Um sein Ziel zu erreichen, hatte er für die restlichen 27 Kilometer noch vier Stunden Zeit. Kohlhund schaffte es – und das fast genau auf den Punkt. Nach 15:56:24 Stunden überquerte er in Rotorua die Ziellinie. Der Ort liegt rund 230 Kilometer südöstlich von Auckland. Kohlhund war glücklich, aber auch „vollkommen k.o.“, wie er berichtete. „Ich habe dann auch circa 24 Stunden gebraucht, um mich wieder gut zu fühlen.“

In seiner Altersklasse (30-39) belegte der Obersöcheringer den 72. Platz unter 100 Finishern, in der Gesamtwertung landete er unter 389 Athleten auf dem 181. Rang. Die Top-Zeit bei den Männern lief Dylan Bowman (USA) mit 8:27:41 Stunden. Bowman war 2014 schon Dritter beim „Western State 100“. Schnellste Frau in Neuseeland auf der 102-Kilometer-Strecke war Kelly Wolf (USA) in 10:08:45 Stunden.

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