1 von 4
Juhu, der erste Platz ist fix: Das Foto zeigt Ulrike Greif eingangs ihrer letzten Runde. Den mit der jeweiligen Startnummer versehenen Stab legen die Teilnehmer nach dem Ertönen der Schluss-Sirene am Streckenrand ab. So werden die „Restmeter“ vermessen.
2 von 4
Freude über Platz eins: Ulrike Greif an der Tafel, an der während des Wettkampfs die Zwischenstände angebracht werden
3 von 4
Ulrike Greif mit ihren Vereinskollegen vom TSV Wolfratshausen, Michael Schmüser und Holger Hohmann.
4 von 4
Lächeln geht immer: Ulrike Greif beim Sri-Chinmoy-Lauf in Nürnberg.

Laufsport

Greif und die „Taktik der Langsamkeit“

  • schließen

Um bei einem 6-Stunden-Lauf zu gewinnen, braucht es neben viel Kondition auch die passende Taktik. Ulrike Greif hat diese in Nürnberg gefunden.

Penzberg – Zur Halbzeit des Wettkampfs, nach drei Stunden, kommt für Ulrike Greif immer dieser besondere Moment. Das „Sri Chinmoy Marathon-Team“ informiert da bei seinen Veranstaltungen die Teilnehmer auf einem Aushang über den aktuellen Zwischenstand. Beim 6-Stunden-Lauf in Nürnberg lag die Penzbergerin (46) zu diesem Zeitpunkt deutlich hinter der Führenden auf Rang zwei – und nur knapp vor den Verfolgerinnen. „Da muss man sich echt zügeln“, so Greif. Nur ja nicht überziehen jetzt. Denn „nach drei Stunden ist es noch viel zu früh, irgendwas zu tun“.

Greif mit gleichmäßigem Tempo

Greif blieb bei ihrem Tempo, das mit 5:50 Minuten pro Kilometer zwar flott, aber nicht zu flott war. „Meine ,Taktik der Langsamkeit‘ war perfekt“, berichtete die Ultraläuferin. Die Läuferinnen hinter ihr hielt sie auf Distanz, und den Abstand nach vorn verkürzte sie sukzessive. Bei Kilometer 54 überholte Greif die bis dahin führende Andrea Lenz (SV Schwindegg). Genau in dem Moment blickte die Penzbergerin auf die Uhr: „15.17 Uhr war’s.“ Es war auch nicht so, dass Greif für den Überholvorgang alles geben musste. „Es ging mir noch gut“, so die Penzbergerin. „Ich war vollkommen bei mir selbst und sonst nichts.“ Gleichmäßig zu laufen, das falle ihr eigentlich immer leicht, so Greif, „aber so konstant wie diesmal, das ist dann doch selten.“ Am Ende der sechs Stunden hatte Greif 62,798 Kilometer absolviert – für den ersten Wettkampf der Saison eine bärenstarke Leistung.

Mit dem Resultat hatte die Penzbergerin souverän die Frauen-Wertung für sich entschieden. Gesamtzweite unter 30 Teilnehmerinnen wurde Lenz mit 61,606 Kilometern, den dritten Platz nahm die 63-jährige Ursula Herger (Team Smrun) mit 61,014 Kilometern ein, die bei den Seniorinnen gewann.

Das könnte Sie interessieren: Erstmals Traillauf am Gögerl

Greif nimmt gern an Wettbewerben des „Sri Chinmoy“-Teams teil. Der Veranstalter schafft es ihr zufolge, das Rennen „familiär und trotzdem professionell organisiert“ über die Bühne zu bringen. Wer als Läufer keine Begleitung bei dem Wettbewerb hat, dem wird sogar an der Versorgungsstelle die Wasserflasche aufgefüllt. Greif ließ sich in Nürnberg überraschen; einzige Bedingung war: „Etwas Warmes“. Und dann gab es mal Kräutertee, mal Zitronentee und am Schluss Tee mit Ingwer. Als „sensationell“ bezeichnete sie den Auftritt des Gesamtsiegers bei den Männern: Der Schwede Linus Wirén (26) lief 90,033 Kilometer – das war Streckenrekord und zugleich persönliche Bestleistung. Nur den schwedischen Rekord verpasste er um gerade mal 170 Meter. „Der wirkte nie gestresst, der war immer locker unterwegs, das war echt eine Schau“, so Greif. Ihre Vereinskameraden vom TSV Wolfratshausen, für den die Penzbergerin an den Start geht, waren in Nürnberg auch gut drauf: Holger Hohmann (65,202 Kilometer) wurde Dritter bei den „Senioren I“, Michael Schmüser (62,522) landete in der Männer-Hauptklasse auf dem 17. Platz unter 32 Athleten.

Das könnte Sie interessieren: Nick Jäger holt Bayern-Titel

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Penzberg international: Jäger-Brüder mit Bestzeiten in Belgien und Italien
In ganz Europa unterwegs - und dann auch noch pfeilschnell. So präsentierten sich jüngst die Leichtathleten des TSV Penzberg. Ein besonderes Resultat erzielte Nick Jäger …
Penzberg international: Jäger-Brüder mit Bestzeiten in Belgien und Italien
Top-Ritt in Epfach: Amelie Hackauff freut sich über glatte 70 Prozent
Hochkarätige Dressurprüfungen waren beim Turnier in Epfach angeboten. Die Reiterinnen aus dem Landkreis mischten gut mit - besonders gut lief es für Amelie Hackauff.  
Top-Ritt in Epfach: Amelie Hackauff freut sich über glatte 70 Prozent
High Diving: Iris Schmidbauer fliegt zum historischen Sieg
Iris Schmdibauer ist in Topform: Die Klippenspringerin aus Pähl hat beim Wettkampf in Thun ihre Bestleistung erneut nach oben geschraubt - und einen ganz speziellen Sieg …
High Diving: Iris Schmidbauer fliegt zum historischen Sieg
Bayernpokal: Beerbohm in der Spirale-Übung unter den Besten
Große Konkurrenz herrschte beim Bayernpokal der Rhönradturner: Die Athleten des TSV Weilheim schreckte das nicht, sie holten einen kompletten Medaillensatz.
Bayernpokal: Beerbohm in der Spirale-Übung unter den Besten