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Fahnenträgerin: Ulrike Greif mit dem Zeichen, dass die Läufer bei Kilometer 50 absolviert bekamen.

Leichtathletik

Ulrike Greifs besonderer 6-Stunden-Lauf

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Ulrike Greif hat beim 6-Stunden-Lauf in Nürnberg eine persönliche Bestleistung aufgestellt. Und das, obwohl sie kaum Verpflegung aufnehmen konnte.

Penzberg – Es gibt eben Angebote, die kann man einfach nicht ausschlagen. Im Fall von Ulrike Greif war das der „21. Sri Chinmoy 6-Stunden-Lauf“ in Nürnberg. Eigentlich wollte die 44-jährige Ultra-Läuferin nach ihren Auftritten im Februar eine längere Wettkampfpause einlegen. Doch dann traten zwei Kameraden vom TSV Wolfratshausen bei genanntem Rennen an – flugs entschied sich Greif ebenfalls zur Teilnahme. Am Ende freute sich die Penzbergerin über eine persönliche Bestleistung: Binnen der Wettkampfzeit spulte sie 62,562 Kilometer ab, und das trotz beträchtlicher Schwierigkeiten.

Angetreten war Greif mit dem Ziel, mehr als 60 Kilometer zu absolvieren. Gelaufen wurde auf einer 1522 Meter langen Runde. Zunächst ging alles gut. Bei Kilometer 20 machte sich dann „mein Magen recht unangenehm und hartnäckig bemerkbar“, berichtete die Penzbergerin. Bei Kilometer 35 kam ihr der Gedanke, „nur“ einen Marathon zu laufen. In der Folge stellte sie fest, dass der Magen nicht mehr rebelliere, „wenn ich ihn komplett in Ruhe lasse“. Daher verzichtete sie auf Getränke und Verpflegung. Das klappte schließlich. „Ich habe wieder was gelernt: Ich kann auch längere Zeit blank laufen“, so Greif erfreut. Das Wetter – zu Beginn Regen, danach trocken, wenn auch windig bei gemäßigten Temperaturen – kam ihr entgegen.

Erfolgreiches Team: Ulrike Greif mit ihren Kameraden vom TSV Wolfratshausen, Michael Schmüser (links) und Günter Marhold.

Im Training habe sie derartige „Nüchternläufe“ schon absolviert, „um den Fettstoffwechsel auf Trab zu bringen“, sagte Greif. Doch ein derartiger Wettkampf großteils ohne Trinken war schon eine Herausforderung. „Habe das Tempo dann aber gut getroffen“, so Greif. Ab Kilometer 50 „ging’s mir auch wieder vom Magen besser.“ Nach vier Stunden wurden vom Veranstalter Tafeln aufgebaut, auf denen der Zwischenstand zu sehen war. Ihren vierten Platz in der Frauen-Hauptklasse wollte die Penzbergerin dann unbedingt halten, was ihr auch gelang. Mit über 62 Kilometern lag sie deutlich vor der Fünften, Silke Kiel aus Fürth, die 58,016 Kilometer geschafft hatte. Insgesamt waren 35 Frauen am Start. Den Top-Wert schaffte Antje Schuhaj (TV Kempten) mit 67,140 Kilometern. Sie qualifizierte sich damit für die 24-Stunden-WM in Belfast. Bei den Männern siegte Matthias Dippacher (LSG Karlsruhe) mit 80,475 Kilometern. Greifs Teamkollegen vom TSV Wolfratshausen zeigten sich ebenfalls gut in Form: Günter Marhold (77,880) wurde Gesamtdritter, Michael Schmüser knackte erstmals die 65er-Marke und lief 66,160 Kilometer. In der Männer-Hauptklasse bedeutete das den 13. Rang unter 47 Finishern.

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