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Im Fokus der Fans: Weltcup-Debütant Matthias Bischl (Mi.) war in Hochfilzen bei Autogrammjägern ein gefragter Mann. Rechts Bischls Freundin Martina Schnitzer. 

Biathlon

Lehrreicher Weltcup-Einsatz

Obersöchering - Für Matthias Bischl war der Einsatz beim Weltcup,  lehrreich. Er weiß nun, an was er noch arbeiten muss.

Matthias Bischl hatte Geschmack gefunden. Sich vor 13 000 Zuschauern mit der Weltelite messen zu dürfen, war nicht nur ein traumhaftes Erlebnis für den Biathleten aus Obersöchering, das er sich immer gewünscht hatte. Die ereignisreichen Tage in Hochfilzen wirkten auf den 27-jährigen Sportsoldaten auch wie eine Einstiegsdroge. „Man hat mal reingeschnuppert“, stellte er fest, „man will es wieder haben“.

Zwar konnte er bei seiner Weltcup-Premiere weder im Sprint (58. Platz) noch in der Verfolgung (49. Platz) Punkte für die internationale Rangliste erhaschen. Doch er bekam eine Ahnung davon, was er kann und was ihm momentan noch fehlt. „Um zu lernen, war das sehr wichtig“, sagte Bischl. Im direkten Duell mit den Stars der Szene wie Martin Fourcade, Simon Schempp, Ole Einar Bjoerndalen und Anton Shipulin bekam er erstmals einen Eidruck davon, wie hoch das Niveau in der absoluten Weltspitze ist: „Das ist die höchste Liga, da werden die Fehler nicht verziehen.“

Im IBU-Cup, wo er sich in den vergangenen Jahren etabliert hat, hätten drei Schießfehler im Sprint noch zu einem halbwegs akzeptablen Ergebnis gereicht. In Hochfilzen schaffte er mit dieser Bilanz gerade noch den Sprung unter die besten 60. Mehr als einen Fehler darf er sich in der Weltelite in dieser Disziplin nicht leisten.

Und in der Verfolgung sollten es auch nicht mehr als höchstens zwei sein, um sich weiter nach vorn zu orientieren. „Ich weiß, dass ich das bringen muss“, sagte Bischl. „Da ist überall noch Luft nach oben.“ Anders als in den Jahren zuvor ist Bischl inzwischen so weit gereift, dass ihm bewusst ist, dass er solche Standards nicht von heute auf morgen erzwingen kann. In Hochfilzen hatte er nicht nur mit der erlesenen Konkurrenz zu kämpfen, sondern auch mit dem Lampenfieber des Novizen. Am meisten ärgerten ihn die zwei Patzer im abschließenden Stehendanschlag in der Verfolgung. Zwei Strafrunden hatte er bis dahin auf seinem Konto. Noch einmal eine fehlerfreie Einlage, und ein Platz unter den ersten 40 wäre möglich gewesen. Aber der Druck, den sich Bischl in diesem Moment aussetzte, war zu groß. „Man überlegt dann“, berichtete er, und sofort begannen die Nerven Rabatz zu machen.

Bundestrainer Mark Kirchner nahm das Debüt seines Athleten, den er in der Oberhofer Trainingsgruppe mit betreut, mit väterlichem Wohlwollen entgegen. „Er hat gesagt, ich soll dran bleiben“, so Bischl. Dem Coach wird aufgefallen sein, dass sich der Oberbayer in der Verfolgung schon besser auf die Massen an der Strecke einstellte. „Man muss lernen, daraus Energie zu ziehen“, beschreibt Bischl das für ihn noch ungewohnte Spiel mit dem Publikum. Bei seinem nächsten Rennen im IBU-Cup wird er diese Interaktion nicht üben können. Am kommenden Wochenende läuft er in Obertilliach wieder fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Trotzdem hat sich nach Hochfilzen etwas für ihn verändert. Der Weltcup soll für ihn keine einmalige Episode bleiben: „Ich denke, dass ich wiederkomme.“

Christian Heinrich

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