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Es geht buchstäblich bergauf: Markus Brennauer trainierte zuletzt vor allem Berglauf, hier bei einer Übungseinheit am Zwiesel bei Wackersberg.
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Erneut überzeugend: Nick Jäger (links, hier beim Teamtrail im vergangenen Jahr) erreichte trotz zunehmend schwerer Beine eine hervorragende Zeit.

Leichtathletik

Nick Jäger hat schwere Beine - und überzeugt dennoch

  • Stefan Schnürer
    vonStefan Schnürer
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Auch bei der zweiten Veranstaltung einer virtuellen Rennserie ließ Nick Jäger aufhorchen. Diesmal sorgte der 20-jährige Läufer des TSV Penzberg über 5 Kilometer für Furore.

Penzberg/Ingolstadt – Auch beim zweiten Lauf der „Virtual run2gether Challenge“ zeigte Nick Jäger eine außerordentliche Leistung. Über 5 Kilometer erreichte der 20-jährige Nationalkaderläufer des TSV Penzberg in 15:14 Minuten Platz 26. Damit war er nicht nur der beste Deutsche, sondern auch schnellster Nicht-Kenianer. Der Sieg ging an Geoffrey Githuku Chege, der mit 13:33 Minuten eine Weltklassezeit ablieferte. „Allerdings hatte sich der Kenianer eine bergab führende Strecke ausgesucht, was seine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu seiner Bestzeit erklärte“, berichtete Penzbergs Sprecher Markus Brennauer. Zum Start der virtuellen Rennserie hatte Jäger seine persönliche Bestzeit über 10 Kilometer um satte 1:44 Minuten verbessert (30:46). Mit dieser Zeit erlief sich der 20-Jährige unter etwa 150 Startern bei den Männern einen herausragenden achten Platz.

Leichtathletik: Bei vielen Läufern des TSV Penzberg macht sich Belastung des dreiwöchigen Trainingslagers bemerkbar

Die weiteren Penzberger Läufer Tom Jäger (15:58 Minuten, 37. Platz), Lucas Herbeck (16:30, 40.) und Markus Brennauer (16:50, 45.) blieben hingegen alle deutlich über ihren Bestzeiten. Dies lag laut Penzbergs Sprecher vor allem daran, dass alle ihr Rennen „voll aus dem Training heraus“ absolviert hätten. „Für Nick, Tom und Lucas war das 5-Kilometer-Rennen die letzte harte Belastung am Ende eines dreiwöchigen Trainingsblocks“, so Trainerin Melanie Jäger. Trotzdem hätten sich alle etwas schnellere Zeiten erwartet, so Jäger.

Leichtathletik: Auf der dritten der fünf Runden werden bei Nick Jäger die Beine schwer

Nach seiner 10-Kilometer-Bestzeit zwei Wochen zuvor hatte sich Nick Jäger eine Zeit um 14:45 Minuten vorgenommen, was 20 Sekunden langsamer als seine Bestzeit auf der Bahn gewesen wäre. Entsprechend offensiv startete er bei Sonnenschein und 18 Grad seinen Lauf auf einem flachen Asphalt-Rundkurs südlich von Ingolstadt und legte den ersten Kilometer in 2:55 Minuten zurück. Es folgte ein Kilometer mit 2:57 Minuten, dann einer mit 3:01 Minuten. Doch ab Kilometer drei „machten sich die müden und schweren Beine deutlich bemerkbar“, so Markus Brennauer. Die Folge: Das Tempo bei Jäger sank deutlich, was sich auch in den Rundenzeiten bemerkbar machte (3:06 und 3:08). „Natürlich bin ich mit der Zeit überhaupt nicht zufrieden“, so Jäger, „aber angesichts der vielen harten Trainingskilometer in den Tagen zuvor kann ich damit einigermaßen leben“.

Leichtathletik: Tom Jäger vom TSV Penzberg wird bei seinem Lauf von Seitenstechen geplagt

Sein älterer Bruder Tom nutzte wie schon beim 10-Kilometer-Lauf die ebenen Wege an der Donau in Ulm. Mit 15:58 Minuten blieb er etwa 30 Sekunden über seiner Bestzeit. Das lag laut Brennauer vor allem daran, dass er am Ende Seitenstechen hatte. „Vor allem auf dem dritten Kilometer hatte ich große Probleme“, berichtete der 22-Jährige. Dieser war mit 3:18 Minuten der mit Abstand langsamste 1000-Meter-Abschnitt. Gestartet war er mit 3:07 Minuten, dann folgten 3:09 Minuten. Am Ende fing sich Jäger wieder und pendelte sich bei 3:10 Minuten ein.

Leichathletik: Gräserpollen bremsen Lucas Herbeck vom TSV Penzberg aus

Als „Katastrophe“ bezeichnete hingegen Lucas Herbeck seinen 5-Kilometer-Lauf. Der Penzberger hatte sich einen flachen Asphaltkurs direkt vor seiner Haustür an der Loisach in Penzberg ausgesucht. „Ich bin die ersten zwei Kilometer in 6:24 Minuten gelaufen. Dann bekam ich Probleme mit meiner Lunge und wurde deutlich langsamer“, berichtete Herbeck. Wie viele Pollenallergiker „bekam er die volle Wucht der Gräserpollen zu spüren und musste sein Tempo deutlich reduzieren“, so Brennauer. Trotzdem ließ Herbeck seine Allergie nicht als Entschuldigung gelten. Schließlich war er schon deutlich unter 16 Minuten gelaufen, „weshalb er über seine Zeit sehr enttäuscht war“, so TSV-Sprecher Brennauer.

Leichtathletik: Markus Brennauer verpasst im strömenden Regen persönliche Bestzeit - und ist dennoch zufrieden

Deutlich zufriedener war hingegen Brennauer selbst, obwohl er mit 16:50 Minuten fast eine Minute über seiner Bestzeit geblieben war. Der 40-jährige Penzberger war aber seine Bestzeit bereits vor zehn Jahren auf der Bahn gelaufen. Für die „Virtual run2gether Challenge“ hatte er sich den Weg an der Ammer östlich der Wörther Ammerbrücke in Peißenberg ausgesucht. Bei sechs Grad und strömenden Regen lief er meist auf Schotterwegen. „Da ich fast zehn Wochen aufgrund einer Sehnenverletzung nicht richtig trainieren konnte, bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung“, gab der völlig durchnässte Penzberger zu Protokoll. Er hatte zuletzt viel Berglauf trainiert und war oft im höchstmöglichen Gehtempo gegangen, „denn dabei hat die Sehne nicht geschmerzt“, so der Realschullehrer.

Am letzten Mai-Wochenende folgt der dritte Lauf der „Virtual run2gether Challenge“. Dabei müssen die Athleten eine Stunde laufen und so viele Kilometer wie möglich schaffen. Die Serie wird von dem österreichischen Verein „run2gether“ veranstaltet. Er wurde 2009 gegründet und bietet Laufcamps für deutsche und österreichische Läufer in Kenia an und unterstützt zugleich kenianische Athleten finanziell. Die Jäger-Brüder waren über den Jahreswechsel mit „run2gether“ im Trainingslager in Kenia. Die virtuelle Laufserie unterstützt die Initiative des Vereins. Die Teilnahme beträgt fünf Euro. Damit will der Verein (www.run2gether.com) die Lebensgrundlage der kenianischen Läufer in dieser Zeit sichern.

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